Das Jahr 2015 ist mit einem schwachen El Niño-Ereignis gestartet: Die Wassertemperaturen zeigen an der Oberfläche in einem kleinen Teil des äquatorialen Pazifiks seit November 2014 positive Abweichungen von mindestens 0,5 Kelvin (wie °Celsius).
Nach der Definition der amerikanischen Wetterbehörde NOAA liegt ein Niño-Ereignis dann vor, wenn fünf aufeinanderfolgende Dreimonatswerte des ONI mindestens 0,5K und wärmer vom Durchschnittswert der Meeresoberflächentemperatur (SST-SeaSurfaceTemperature) im Niño-Gebiet 3.4 abweichen. Dies war von SON (September/Oktober/November) 2014 bis JFM (Januar/Februar/März) 2015 durchgehend der Fall, wie die Tabelle oben in roten Ziffern zeigt. Update 22.6.2015: NOAA: Doch kein El Niño 2014 – Schellnhuber ENSO-Prognose hat versagt
Der Begriff „El Niño“ bedeutet eigentlich „Christkind“ und beschreibt das warme Oberflächenwasser um die Weihnachtszeit vor der peruanischen Pazifikküste, das alle zwei bis sieben Jahre die Fische vertreibt und die Fischer hungern lässt.
Meteorologisch führt das Wetterphänomen „El Niño“ zeitversetzt um etwa vier bis sechs Monate zu einer leichten Erhöhung der globalen Temperaturen.
Die – vor allem im NH-Frühjahr – unsicheren ENSO-Langfristprognosen erwarten ein Andauern und Verstärken des El Niño-Ereignisses im Laufe des Jahres 2015:

Quelle: http://www.bom.gov.au/climate/ahead/model-summary.shtml
Bei Eintreffen der Prognosen sollte endlich gelingen, was bisher trotz wiederholter Falschansagen in den letzten Jahren nach 1998 nicht gelungen ist: Ein signifikanter neuer globaler Wärmerekord z.B. auch bei den Satellitendaten von UAH und RSS:

Quelle: http://www.woodfortrees.org/plot/uah/plot/rss
Die Satellitendaten von UAH und RSS erreichen von Januar bis März 2015 allerdings nur Rang 4 und Rang 8: http://www.ncdc.noaa.gov/sotc/upper-air/2015/3
Es bleibt abzuwarten, ob die ENSO-Prognosen trotz der Frühlingsbarriere richtig liegen oder ob man erst ab Juni 2015 verlässlichere Prognosen mit einer möglicherweise völlig anderen Entwicklung sieht….
Immerhin gibt es Zusammenhänge zwischen der seit etwa 2004 abnehmenden Sonnenaktivität und ENSO (El Niño/La Niña): Starke Sonnenfleckenaktivität verstärkt das Auftreten von El Niño-Ereignissen nach Häufigkeit, Dauer und Intensität, schwache Sonnenfleckenaktivität verstärkt das Auftreten der kalten Gegenspielerin La Niña in gleicher Weise, sie senkt allerdings die globalen Temperaturen… La Niña – El Niño und der solare Einfluss: Die Klimaentwicklung 1950 – 2008, Horst Malberg
Die Sonnenaktivität im aktuellen Sonnenflecken-Zyklus Nr. 24 hat im April 2014 ihr rechnerisches über dreizehn Monate gemitteltes schwaches Maximum mit einer Sonnenfleckenrelativzahl von 81,9 (SSN Ri) erreicht und befindet sich seitdem im deutlichen Abschwung (rote Linie):

Herzlich euer
Schneefan2015
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