BOM La Nina unter Wasser Mai 2010

Globale Abkühlung: La Niña 2016 in Sicht?

Mit einer statistischen Wahrscheinlichkeit von rund 80% wird im Jahr 2016/2017 das global kühlende ENSO-Phänomen La Niña im äquatorialen Pazifik auftreten.

Die ENSO-Ereignisse La Niña (kalt) und El Niño (warm) treten alle zwei bis sieben Jahre auf, entwickeln sich meist von April bis Juni, erreichen ihr Maximum von Dezember bis Februar ( El Niño = das Christkind) und dauern meist neun bis zwölf Monate, gelegentlich auch bis zu zwei Jahren: http://iri.columbia.edu/our-expertise/climate/forecasts/enso/current/

„Historically Speaking

    El Niño and La Niña events tend to develop during the period Apr-Jun and they

  • Tend to reach their maximum strength during Dec-Feb
  • Typically persist for 9-12 months, though occasionally persisting for up to 2 years
  • Typically recur every 2 to 7 years“

Ein La Niña-Ereignis (event) gab es zuletzt 2010/2012, wie die Dreimonats-ONI-Tabelle der amerikanischen Wetterbehörde NOAA in blauen Ziffern zeigt. (Alle Grafiken können durch Anklicken vergrößert werden)

NOAA ONI-Tabelle mit den Dreimontswerten der SST-Abweichungen Niño-Gebietes 3.4 bis einschließlich F/M/A 2015
NOAA ONI-Tabelle mit den Dreimonatswerten der SST-Abweichungen im Niño-Gebiet 3.4 bis einschließlich F/M/A 2015

Wenn man das Jahr 2010 als Beginn des letzten – fast durchgehend über zwei Jahre andauernden – La Niña-Ereignisses annimmt, sollte statistisch mit 100% Wahrscheinlichkeit spätestens im Jahr 2017 wieder ein La Niña-Ereignis beginnen. Bei gleichmäßiger Verteilung der 100% auf die fünf Jahre nach 2012 ergeben sich rechnerisch 20% pro Jahr, also bei vier Jahren eine 80% ige Wahrscheinlichkeit für das Jahr 2016 und eine 100% ige für das Jahr 2017 für das erneute Auftreten von La Niña.

Während das Jahr 2015 mit einem schwachen und andauernden El Niño-Ereignis (rote Ziffern in der Tabelle oben) gestartet ist, spinnen die ENSO-Modelle aktuell noch an einem Super El Niño 2015, was sich aber im Laufe des Juni 2015 normalisieren sollte…Update 24.6.2015: NOAA: Doch kein El Niño 2014 – Schellnhuber ENSO-Prognose hat versagt

Laut PIK Potsdam gilt: „…Allerdings ist eine grobe Regel, dass ein El Niño-Jahr von einem La Niña-Jahr gefolgt wird…“

Es wäre doch sehr interessant zu erfahren, welche Prognosen das so (selbst) hochgelobte Schellnhuber-ENSO-Modell für 2015 und 2016 abgibt, bisher hat man noch nichts gehört… Schellnhuber-Studie: El Niño ein Jahr vorhersagbar

In einer Studie mit dem alarmierenden Titel „Very early warning of next El Niñovon Januar 2014 stellten die Autoren Hans-Joachim Schellnhuber et al. eine Prognose ihres neues ENSO-Models von September 2013 vor, in der El Niño für das späte Jahr 2014 mit 75% Wahrscheinlichkeit eintreten werde. Mit viel Glück kam der dann tatsächlich mit den schwächsten denkbaren Werten von mindestens +0,5 für S/O/N und mit fast ebenso schwachen +0,7 (siehe Tabelle oben) für O/N/D 2014…

Abstract…Here we show that our method correctly predicted the absence of El Niño events in 2012 and 2013 and now announce that our approach indicated (in September 2013 already) the return of El Niño in late 2014 with a 3-in-4 likelihood.“

Allerdings wurde El Niño von mehreren Modellen bereits vier Jahre zuvor jährlich hintereinander vorhergesagt, ohne jedoch einzutreffen, was zur allgemeinen Belustigung führte: Änderung des Weltwetters: El Niño blamiert Meteorologen

Halten wir mal fest: Wenn man ein ENSO-Ereignis über mehrere Jahre ansagt, tritt es mit 100% Wahrscheinlichkeit nach max. sieben Jahren immer ein.

Mal sehen, was aus meiner – ohne jedes ENSO- und Klimamodell und völlig kostenlosen – persönlichen statistischen La NiñaPrognose für 2016/2017 wird, die ja bekanntlich mit einem Zeitverzug von vier bis sechs Monaten global kühlend wirken und den negativen T-Trend seit 1998 bestätigen und verstärken wird, trotz eines wahrscheinlich relativ warmen El Niño-Jahres 2015

Update 22.6.2015: NOAA: Doch kein El Niño 2014 – Schellnhuber ENSO-Prognose hat versagt

Herzlich euer

Schneefan2015

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