Sommeranfang 2015 unterkühlt: Polarluft mit Graupelgewittern im Anmarsch

Aprilwetter im Sommer: Nach dem kalendarischen Sommerbeginn gestern werden heute und morgen einzelne Graupelgewitter vor allem im Nordwesten Deutschlands erwartet, wie der WDR-Videotext heute morgen mitteilt:

Wettervorhersage für den 22. Juni 2015 für NRW mit Graupelgewittern
Wettervorhersage für den 22. Juni 2015 für NRW mit vereinzelten Graupelgewittern. Quelle: http://www1.wdr.de/themen/infokompakt/videotext/externvtx100.html
Wettervorhersage für NRW für den 23. Juni 2015 mit Graupelgewittern
Wettervorhersage für NRW für den 23. Juni 2015 mit Graupelgewittern. Quelle: wie vor

Auch die Unwetterzentrale Deutschland schreibt heute morgen:

„…Dabei kommen von Westen her teils kräftige Schauer auf, die sich bis zum Abend ostwärts bis nach Vorpommern und zur Oder ausbreiten. Stellenweise sind Gewitter mit Starkregen und Sturmböen, nach Nordwesten hin lokal auch Graupelgewitter möglich…Im Nordwesten und Norden bestehen Vorwarnungen vor Gewittern, lokal mit Starkregen, Sturmböen sowie kleinem Hagel oder Graupel….Dieser Lagebericht wurde am 22.06.2015 um 06:07 Uhr ausgegeben.“

Während Hagel in Verbindung mit Gewittern zu den typischen Sommerniederschlägen zählt, gehört Graupel zu den winterlichen Niederschlagsarten.

Nach einem um -0,7 unterkühlten Mai – nicht nur – in Deutschland mit 5m-Rekordschnee auf der Zugspitze zeigt sich auch der erste meteorologische Sommermonat Juni 2015 in Deutschland zunächst weiter ebenfalls eher unterkühlt.

Tief „Otto“ zieht von der Nordsee zur Ostsee und führt zum Sommeranfang auf seiner Rückseite erneut hochreichende polare Meereskaltluft nach Mitteleuropa:

(Die Grafiken lassen sich durch Anklicken vergrößern)

Tief
Tief „Otto“ liegt heute über der Nordsee und zieht morgen zur Ostsee, auf seiner Rückseite wird hochreichende kalte Polarluft nach Mitteleuropa geführt. Quelle: Unwetterzentrale Deutschland

Der Juni 2015 in Deutschland dürfte wegen der kommenden sehr kühlen Tage nicht weit von einer T-Abweichung von 0,0 K zum WMO-Klimamittel 1981-2010 enden und damit deutlich kälter werden, als NOAA/CFSv2 Ende Mai 2015 gerechnet hatte: CFSv2: Warmer Juni nach kühlem Mai 2015 in Mitteleuropa? Schafskälte wieder mit Unwettern wie 2014?

Schafskälte: Europa deutlich unterkühlt vom 17. bis 24.6.2015 in der CFSv2-Analyse
Schafskälte: Europa deutlich unterkühlt vom 17. bis 24.6.2015 in der CFSv2-Analyse. Quelle: http://models.weatherbell.com/temperature.php

Während es in den Alpen am kalendarischen Sommerfang 2015 schneit und in Deutschland bei vielen Menschen seit Tagen die Heizung läuft, macht man sich im Vatikan Sorgen um eine bevorstehende Überhitzung der Erde, weil das PIK Potsdam das so will: Sommerschnee in den Alpen – Klimawahn im Vatikan?

Ob das politische Klimaziel von +2°C globaler Erwärmung bis zum Jahr 2100 wohl erreicht werden kann?

Bei genauerer Betrachtung der gemessenen und unverfälschten Realität dürfte es schon sehr erfreulich sein, die seit 1998 bestehende globale Abkühlung in diesem Jahrhundert auf -2°C zu begrenzen: Sonne im Mai 2015 mit zwei fast fleckenlosen Tagen – Weltklimakonferenzen auf der falschen Fährte?

Ein früher Blick auf die Modell-Großwetterlage im Siebenschläferzeitraum um die erste Juliwoche 2015 verheißt zwar Anfang Juli ein paar heiße Sommertage in Mitteleuropa; die Wettermodelle sind sich aber bisher keineswegs darüber einig, ob danach nicht eine kühle und nasse Westwetterlage in Gang kommt, die dann wegen der Erhaltungsneigung derartiger Großwetterlagen bis Mitte August 2015 andauern kann…Dazu in einigen Tagen mehr…

Herzlich euer

Schneefan 2015

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