Kalter Nordatlantik und El Niño mit Folgen: Schwache Hurrikansaison – Kühler Sommer 2015 in Mitteleuropa?

Der Nordatlantik ist in großen Teilen anhaltend kalt, wie die aktuelle Analyse-Karte mit den Abweichungen der Meeresoberflächentemperaturen (SST) zeigt:

Negative Abweichungen der Meeresoberflächentemperaturen (SST) im Nordatlantik; positive Abweichungen im äquatorialen Pazifik mit El Niño- Bedingungen. Quelle: http://weather.unisys.com/surface/sfc_daily.php?plot=ssa&inv=0&t=cur
Negative Abweichungen der Meeresoberflächentemperaturen (SST) am 6. Juli 2015 im Nordatlantik; positive Abweichungen im äquatorialen Pazifik mit El Niño-Bedingungen. Quelle: http://weather.unisys.com/surface/sfc_daily.php?plot=ssa&inv=0&t=cur

Diese aktuelle Situation Anfang Juli 2015 hat zwei wahrscheinliche Folgen:

1. Die El Niño-Bedingungen unterstützen weiterhin die Prognosen von Mai 2015 für eine besonders schwache Hurrikansaison von Juni bis November 2015 im Nordatlantik: Hurrikansaison 2015 erneut ungewöhnlich schwach?

„We continue to foresee a below-average 2015 Atlantic hurricane season. A moderate to strong El Niño is underway, and the tropical Atlantic remains cooler than normal… (as of 1 July 2015)“ Quelle: Forecast of Atlantic Seasonal Hurricane Activity and Landfall Strike Probability for 2015 – PDF Format

2. Durch das großflächig relativ kalte Meerwasser westlich von Europa wird dort die Bildung von Hochdruckgebieten begünstigt, die zu einer südlichen Lage des Polarjets über Europa führen und mit westlichen bis nordwestlichen Winden wiederholt kühle bis kalte Luftmassen nach West- und Mitteleuropa führen können: Siebenschläfer 2015: Achterbahnsommer zwischen Hitze und Bodenfrost in Sicht?

Diese mögliche Entwicklung hatte ich bereits am  30.6.2015 dargestellt: „(Die Grafiken lassen sich durch Anklicken vergrößern)

Die Meeresoberflächen des Nordatlanziks weisen am 28.6.2015 deutliche negative Temperaturabweichungen auf, was über dem kalten Wasser die Bildung von Hochdruckgebieten begünstigt, die westlich von Europa liegen und eine kühle NW-Strömung begünstigen können.
Die Meeresoberflächen des Nordatlantiks und der Nordsee weisen am 28.6.2015 verbreitet deutliche negative Temperaturabweichungen auf, was über dem kalten Wasser die Bildung von Hochdruckgebieten begünstigt, die westlich von Europa liegen und eine kühle NW-Strömung auslösen können. Quelle: http://www.esrl.noaa.gov/psd/data/composites/day/“

NOAA/GFS sieht diese möglichen kalten Entwicklungen in der Mittelfrist heute am Siebenschläfertag 2015 ebenfalls recht ausgeprägt mit einem wiederholt über Mitteleuropa nach Süden ausgreifenden Polarjet mit der Zufuhr polarer Luftmassen:

GFS-Jetstream-Prognose vom 7.7.2015 für den 18.7.2015 mit kaltem Trog über Mitteleuropa.
GFS-Jetstream-Prognose vom 7.7.2015 für den 18.7.2015 mit kaltem Trog über Mitteleuropa. Quelle:  http://www.wetterzentrale.de/topkarten/fsavneur.html
GFS-Jetstream-Prognose vom 7.7.2015 für den 13.7.2015 mit kaltem Trog über Mitteleuropa.
GFS-Jetstream-Prognose vom 7.7.2015 für den 23.7.2015 mit kaltem Trog über Mitteleuropa. Quelle: wie vor

Mal sehen, wie sich die statistischen Vergleiche der 20 Jahre von 1947 bis 1997 mit einem ähnlich kühlen ersten Halbjahr wie 2015 entwickeln: Kühles erstes Halbjahr 2015 in Deutschland – Geht es noch kühler weiter?

Es kann – wie fast immer – natürlich auch völlig anders kommen, denn es gilt: Prognosen sind schwierig, besonders für die Zukunft.

Herzlich euer

Schneefan2015

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http://notrickszone.com/2015/08/07/cooling-atlantic-trend-iceland-sees-coldest-summer-in-more-than-20-years-cold-period-taking-over/#sthash.B8jYSgjP.dpbs

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