„Ein plötzlicher Wintereinbruch sorgt in Australien für Chaos. Starke Schneefälle und eisige Windböen machen betroffenen Bürgern erheblich zu schaffen, denn in vielen Haushalten fehlt es an Heizgeräten. Die Feuerwehr ist im Dauereinsatz“.
Dies berichtete „n-tv“ am 12. Juli 2015: http://www.n-tv.de/panorama/Weite-Teile-Australiens-versinken-im-Schnee-article15496791.html

(Foto: dpa)
„Ein ungewöhnlich kalter Winter ist im Osten Australiens ausgebrochen. Nach Angaben des australischen Wetterdienstes erreichten die nördlichsten Schneefälle die Grenze zum Bundesstaat Queensland. Die starken Windböen der Kaltfront hätten einige Häuser im Landesinneren beschädigt. Weil die meisten Wohnhäuser in Australien keine Heizung haben, versuchten betroffene Bürger sich an Grills und anderen provisorischen Heizgeräten zu wärmen.
In der Folge musste die Feuerwehr zahlreiche Brände löschen, die deshalb entstanden. Im Norden des Bundesstaates New South Wales riss der Sturm Medienberichten zufolge das Dach eines Wohnhauses herunter. Wegen des Schnees wurden zudem Straßen für einige Stunden geschlossen.
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(Foto: dpa)
In den Bergen kam es zu heftigen Schneefällen. Die Temperaturen im inneren des Landes fielen auf fünf Grad. An der Küste fiel kein Schnee. In Melbourne wurden aber nur sieben Grad gemessen, in Sydney waren es 13 Grad. Der Kälteeinbruch soll noch einige Tage andauern.“
Die Wetterlage von heute, 16. Juli 2015, 00.00 Uhr zeigt ein riesiges kaltes Höhentief mit bis zu -30°C in 500 hPa (etwa 5500m) über dem Südosten von Australien sowie ein kräftiges Hoch südlich von Australien:

Bei der Betrachtung ist zu beachten, dass die Strömung um das Hoch auf der Südhalbkugel der Erde gegen den Uhrzeigersinn verläuft, die eisigen Winde kommen also von Süden aus der seit Jahren unterkühlten Antarktis, die Bodenwinde (10m) über Südostaustralien werden unter dem Höhentief im Uhrzeigersinn gesteuert:

Die ungewöhnlich kalte winterliche Wetterlage in Ostaustralien dauert daher zunächst an, bis das Höhentief vom starken antarktischen Polarwirbel eingefangen wird und nach Osten abwandert:

Aber nicht nur in Australien und Neuseeland, sondern auf der gesamten winterlichen Südhalbkugel (SH) zeigt sich der Juli 2015 bis zur Monatsmitte insgesamt eher unterkühlt, besonders die Antarktis selbst, aber auch Teile von Südafrika und von Südamerika:

Die Abkürzung „CONUS“ (-0,713 K) in der Grafik bedeutet CONtiguous United States, also die zusammenhängenden (bisher im Juli 2015 ebenfalls kalten) US-Staaten ohne Alaska und Übersee.
Die Grafik zeigt auch, dass die globalen Temperaturen derzeit trotz der überdurchschnittlich temperierten riesigen Wasserflächen des Nordpazifiks – einschließlich der warmen El Niño-Bedingungen im äquatorialen Pazifik – und des Indischen Ozeans mit 0,083 K zum WMO-Klimamittel 1981-2010 nur knapp im positiven Bereich liegen…
Auch große Teile Europas sind mitten im Sommer 2015 in den letzten sieben Tagen stark unterkühlt:

Herzlich euer
Schneefan2015
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