CFSv2 und GFS: September 2015 eher kühl in Deutschland?

Nach einem Achterbahnsommer zwischen Hitze und Bodenfrost hält der Herbst 2015 wie erwartet mit Tief „Jonas“ über Südskandinavien und seiner Rückseitenkaltluft pünktlich zu seinem meteorologischen Beginn heute am 1. September Einzug – nicht nur – in Deutschland:

Das Tief
Das Tief „Jonas“ über Südskandinavien leitet mit der Zufuhr kalter Meeresluft auf seiner Rückseite den Herbst 2015 in großen Teilen Europas ein. Quelle: http://www.unwetterzentrale.de/uwz/lagebericht.html

Das führt in der Folge zu ersten Schneefällen in den Alpen und nach GFS sogar zu Schneefällen bis in hohe Mittelgebirgslagen…

Die erste Septemberdekade wird von GFS/ENS insgesamt eher unterkühlt gesehen, während die Temperaturen danach auch wieder etwas über dem vieljährigen Mittel (rote Linie) liegen können, wie die Prognosen (weiße Linie) für die Stadt ESSEN in 850 hPa (etwa 1500 m Höhe) zeigen: (Zum Vergrößern anklicken)

GFS-ENSemble-Prognose für die temperaturen in 850 hPa (etwa 1500m Höhe) vom 1. bis 15. September 2015 für die Stadt ESSEN. Quelle:
GFS-ENSemble-Prognose für die Temperaturen in 850 hPa (etwa 1500m Höhe) vom 1. bis 15. September 2015 für die Stadt ESSEN. Wenn man von den angegebenen Temperaturen rund 15°C abzieht, erhält man in etwa die Temperaturen (2m) in Meereshöhe. Quelle: http://www.wetterzentrale.de/topkarten/fsavnmgeur.html

Die aktuellen Stratosphären-Prognosen in 100 hPa (rund 16 km Höhe) von ECMWF und GFS sehen übereinstimmend in der unteren Stratosphäre einen ausgeprägten kalten Trog des bereits erstarkten winterlichen arktischen Polarwirbels über Nord- und Mitteleuropa um den 6. September 2015:

ECMWF-Strat.-Prognose 100 hPa (rund 16 km Höhe) vom 31.8.2015 mit ausgeprägtem kalten Trog des erstarkten arktischen winterlichen Polarwirbels über Nord- und Mitteleuropa. Quelle:
ECMWF-Strat.-Prognose 100 hPa (rund 16 km Höhe) vom 31.8.2015 mit ausgeprägtem kalten Trog des erstarkten arktischen winterlichen Polarwirbels über Nord- und Mitteleuropa. Quelle: http://www.geo.fu-berlin.de/met/ag/strat/produkte/winterdiagnostics/index.html
GFS-Strat.-Prognose für 100 hPa (etwa 16 km Höhe) mit kaltem Trog des erstarkten winterlichen arktischen Polarwirbels über Nord- und Mitteleuropa um den 6.9.2015. Quelle:
GFS-Strat.-Prognose für 100 hPa (etwa 16 km Höhe) mit kaltem Trog des erstarkten winterlichen arktischen Polarwirbels über Nord- und Mitteleuropa um den 6.9.2015. Quelle: http://www.cpc.ncep.noaa.gov/products/stratosphere/strat_a_f/#emcz

Die Langfristprognose von NOAA/CFSv2 unterstützt die Rechnungen und sieht aktuell für den gesamten Monat September 2015 in Deutschland eher kühlere Aussichten mit T-Abweichungen von etwa -0,7 K:

NOAA-CFSv2-Prognose für die Temperaturabweichungen (2m) zum milden Klimamittel 1999-2010 für den September 2015 in Europa. Quelle:
NOAA-CFSv2-Prognose für die Temperaturabweichungen (2m) zum milden Klimamittel 1999-2010 für den September 2015 in Europa. Quelle: http://www.cpc.ncep.noaa.gov/products/CFSv2/CFSv2seasonal.shtm

Die CFSv2-Prognosen für den August 2015 in Deutschland waren anfangs zu kühl, lagen dann aber elf Tage später mit einer wärmeren Prognose recht gut: CFSv2 mit Korrektur: August 2015 in Deutschland nun doch wärmer – Die medialen “Hitzewellen” des Sommers 2015 in Deutschland…

Nun warten wir mal ab, welche Echtdaten der Monat August und der Sommer 2015 in Deutschland aufweisen…, und welche kühlen Korrekturen der DWD nach bisher fünf zu warmen Pressemitteilungen hintereinander – dann zum 6. und 7. mal in Folge – in aller Stille in seine Zeitreihen von Gebietsmitteln gut versteckt einträgt…

Hier noch mal der Weg zum Ziel…:

„Die beiden Werte für den August und für den Sommer 2015 findet man in der DWD-Tabelle – gut versteckt nach sieben Klicks –  auf der DWD-Seite http://www.dwd.de/ 1. Klima+Umwelt, 2. Klimadaten, 3. Klimadaten – online – frei [mehr], 4. Klimadaten Deutschland, 5. Gebiete, 6. Zeitreihen von Gebietsmitteln, 7. unter Temperatur download (hier noch der Juli)…“

Herzlich euer

Schneefan2015

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http://notrickszone.com/2015/07/12/cold-realities-of-the-dwd-german-weather-services-warmed-up-press-releases/#sthash.QyUvcZi6.dpbs

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