Zum sechsten Mal in Folge hat der DWD eine zu warme Pressemitteilung herausgeben: Nach April, Mai, Frühling, Juni und Juli 2015 ist auch der Sommer 2015 zu warm gemeldet worden.
Dies war die DWD-Pressemitteilung vom 28.8.2015 für den Sommer 2015:
„…Der Sommer 2015 erreichte eine Durchschnittstemperatur von 18,5 Grad Celsius (°C). Mit einer Abweichung von 2,2 Grad über dem Mittel der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990 geht er am Ende wahrscheinlich als drittwärmster Sommer in die meteorologischen Geschichtsbücher ein. Auch gegenüber der Vergleichsperiode 1981 bis 2010 war er um 1,4 Grad wärmer…“
Seit heute – wieder gut versteckt – ist in der DWD-Sommer-Tabelle unter Zeitreihen von Gebietsmitteln für 2015 ganz unten rechts der Wert von 18,4 eingetragen, also 0,1°C kälter als gemeldet. (Zum Vergrößern anklicken)

Schaut man sich die komplette Tabelle seit 1881 an, findet man folgende Sommerwerte in der Nähe von 18,4 °C:
2003 = 19,7
1994 = 18,4
2015 = 18,4
1992 = 18,3
1911 = 17,8
1917 = 17,6
Der Sommer 2015 liegt mit seinen 18,4°C gleichauf mit dem Sommer 1994 auf Rang 2/3 hinter 2003 mit 19,7°C, aber nur 0,6°C über dem Sommer 1911, also vor 104 Jahren, mit 17,8°C, stattdessen aber 1,3°C unter dem bisherigen Höchstwert von 2003, also vor 12 Jahren: Von Klimaerwärmung keine Spur im deutschen Sommer 2015!
Der DWD selbst hat festgestellt, dass die Durchschnittstemperaturen in Deutschland durch den städtischen Wärmeinseleffekt angehoben werden:
„Die städtische Wärmeinsel ist ein typisches Merkmal des Stadtklimas. Sie wird durch die Temperaturdifferenz zwischen der wärmeren Stadt und ihrem kühleren Umland charakterisiert und erreicht ihr Maximum während sonnenscheinreicher und windschwacher Wetterlagen. Die Differenz kann in großen Städten bis zu 10 Kelvin betragen…(Anm.: 10 Kelvin entsprechen 10°C!)
Der städtische Wärmeinseleffekt lässt sich anhand von Messdaten z. B. aus dem Mess- und Beobachtungsnetz des DWD belegen…“ Quelle: http://www.dwd.de/bvbw/appmanager/bvbw/dwdwwwDesktop?_nfpb=true&_pageLabel=dwdwww_result_page&gsbSearchDocId=1416894
Bei ausreichender Berücksichtigung der wesentlich vom städtischen Wärmeinseleffekt verfälschten Datensätze des DWD sollte die zutreffende DWD-Pressemitteilung für den Sommer 2015 also lauten:
„…Der Sommer 2015 erreichte eine Durchschnittstemperatur von 18,4 Grad Celsius (°C) und war damit nur um 0,6°C wärmer als der Sommer 1911 vor 104 Jahren. Mit einer Abweichung von 2,1 Grad über dem Mittel der international gültigen veralteten Referenzperiode 1961 bis 1990 geht er am Ende wahrscheinlich als drittwärmster Sommer in die meteorologischen Geschichtsbücher ein. Auch gegenüber der international üblichen modernen WMO-Vergleichsperiode 1981 bis 2010 war er um 1,3 Grad wärmer und liegt damit nur um 0,1°C über dem Normalbereich einer Standardabweichung für den Sommer 2015 in Deutschland. Von einer signifikanten Klimaerwärmung in Deutschland ist unter Berücksichtigung des städtischen Wärmeinseleffekts auch im Sommer 2015 nichts zu sehen…“
Außerdem ist in der Pressmitteilung für den August 2015 die Differenz der beiden Klimaperioden 1961-1990 zu 1981-2010 auf wundersame Weise von 1,0 K auf 0,6K geschrumpft, wodurch der August 2015 in Deutschland zum Klimamittel 1981-2010 um 0,4 K wärmer wurde.
So lautete die Falschmeldung des DWD vom 28.8.2015 für den August 2015, die ich hier schon beschrieben hatte:
“…Mit 19,9 Grad Celsius (°C) lag die Temperatur um 3,4 Grad über der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Gegenüber der Vergleichsperiode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung + 2,8 Grad…”
In der DWD-Pressemitteilung vom 29.8.2014 betrug die Differenz – zutreffend – noch 1,0°C…:
“…Mit 16,0 Grad Celsius (°C) lag die Temperatur um 0,5 Grad unter dem Soll der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Gegenüber der Vergleichsperiode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung sogar -1,5 Grad. Damit erlebte Deutschland erstmals seit 2006 wieder einen kühlen August…”
…wie auch im Jahr 2013.
Die korrekte DWD-Pressemitteilung für den August 2015 sollte also lauten:
“…Mit 19,9 Grad Celsius (°C) lag die Temperatur um 3,4 Grad über der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Gegenüber der ebenso gültigen und international üblichen modernen WMO-Vergleichsperiode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung + 2,4 Grad…”
Es bleibt angesichts der sechs/siebenmal in Folge zu warmen DWD-Pessemitteilungen weiterhin die Frage: Handelt es sich womöglich gar nicht um Fehler, sondern um politisch motivierte Absicht, eine Klimaerwärmung vorzutäuschen, die es in der gemessenen unverfälschten Realität gar nicht gibt, wie man schon vor Jahren feststellen konnte? Deutscher Wetterdienst (DWD): Instrument der Klimapolitik?
Herzlich euer
Schneefan2015
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