Es wird einige nach den Schreckensszenarien in verschiedenen Medien sicher überraschen: Der kommende Winter 2015/2016 könnte – trotz oder – wegen des kräftigen El Niño-Ereignisses mit einigen Kältewellen und hohen Niederschlags-/Schneemengen insgesamt durchschnittlich temperiert zumindest in Mitteleuropa verlaufen.
Wenn man die Statistik eines möglichen kalten Herbstes 2015 von gestern zu den selben sechs Jahren mit El Niño-Bedingungen zu den folgenden Wintern befragt, kommt bei den 2m-Temperaturen nämlich dieses Durchschnittsergebnis heraus:

Schauen wir uns die Wintermonate einzeln an, erkennen wir durchaus Unterschiede bei den Temperaturabweichungen:
Dezember:

Januar:

Februar:

Die Durchschnittstemperaturen liegen demnach im Dezember und im Februar niedriger als im Januar, überwiegend ist ein Süd-Nordgefälle der Temperaturabweichungen in Deutschland zu erkennen.
Eine weitere Überraschung gibt es bei der statistischen Betrachtung der durchschnittlichen Niederschlagsmengen:

Fazit: Diese – einseitige – El Niño-Statistik lässt einen durchschnittlich bis mild temperierten und niederschlags-/schneereichen Winter 2015/16 – nicht nur – in Deutschland erwarten.
Entscheidende Faktoren werden das Verhalten des arktischen stratosphärischen Polarwirbels (AO), die NAO und die QBO in Verbindung mit der schwachen Sonnenaktivität und deren Wirkungen (z.B. SSW mit Polarwirbelsplit) auf die Lage und die Intensität des Polarjets über Europa sein.
Dazu wissen wir Ende November 2015 sicher mehr als Mitte Oktober…, derweil darf munter weiter spekuliert werden…
Herzlich euer
Schneefan 2015
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