GFS: Heftiger Wintereinbruch Mitte Dezember 2015 in Europa?

Mitte Dezember 2015 steht ein heftiger Wintereinbruch mit Frost und verbreiteten Schneefällen bis ins Flachland in Deutschland und weiten Teilen Europas bevor.

Nach einem milden Start in den meteorologischen Winter im Dezember 2015 in Deutschland und großen Teilen Europas rechnet das amerikanische Wettermodell NOAA/GFS bereits seit gestern wiederholt einen mächtigen kalten Trog des winterlichen arktischen Polarwirbels über Europa für den Zeitraum um den 15.12. 2015: (zum Vergrößern anklicken)

GFS-Polarjet-Prognose in rund 9 km Höhe (300 hPa) für Europa vom 30.11. für den 14.12.2015 mit blockierendem Hoch über dem Nordatlantik und kaltem Trog über Westeuropa.
GFS-Polarjet-Prognose in rund 9 km Höhe (300 hPa) für Europa vom 30.11. für den 14.12.2015 mit blockierendem Hoch über dem Nordatlantik und kaltem Trog des Polarwirbels über Nord- und Westeuropa. Dabei werden zunehmend kalte und feuchte Luftmassen nach Europa geführt: Ein heftiger Wintereinbruch steht bevor. Quelle: http://www.netweather.tv/index.cgi?action=nwdc;sess=

Die aktuellen GFS-Rechnungen für die Temperaturen in verschiedenen Höhen und für die Niederschläge zeigen den Beginn eines heftigen Wintereinbruchs in großen Teilen Europas um den 15.12.2015:

GFS-Prognose der Temperaturen in 500 hPa (rund 5500 m) vom 30.11. für den 14.12.2015 in Europa. Auf der Rückseite eines mächtigen kalten Troges des Polarwirbels über Europa werden in breitem Strom arktische Luftmassen nach Euopa geführt. Quelle:
GFS-Prognose der Temperaturen in 500 hPa (rund 5500 m), des Luftdrucks und der Bewölkung vom 30.11. für den 14.12.2015 in Europa. Auf der Rückseite eines mächtigen kalten Troges des Polarwirbels über Europa werden in breitem Strom arktische Luftmassen nach Europa geführt (blaue Linien). Dabei liegt das Zentrum des komlexen kalten Tiefdrucksystems über Ostdeutschland. Quelle: http://www.wetterzentrale.de/topkarten/fsavneur.html

 

GFS-Prognose der Temperaturen in 850 hPa (rund 1500 m) vom 30.11. für den 14.12.2015 in Europa. Auf der Rückseite eines mächtigen kalten Troges des Polarwirbels über Europa werden in breitem Strom arktische Luftmassen nach Euopa geführt. Quelle:
GFS-Prognose des Luftdrucks und der Temperaturen in 850 hPa (rund 1500 m) vom 30.11. für den 14.12.2015 in Europa. Auf der Rückseite eines mächtigen kalten Troges des Polarwirbels über Europa werden in breitem Strom arktische Luftmassen nach Euopa geführt. Das Zentrum des hochreichenden und komplexen winterlichen Tiefdrucksystems liegt über Ostdeutschland. Quelle: http://www.wetterzentrale.de/topkarten/fsavneur.html

 

GFS-Prognose der 2m-Tmin vom 30.11. für den 15.12.2015 in Europa. Die Tmin liegen verbreitet um oder unter 0°C. Quelle: wie vor
GFS-Prognose der 2m-Tmin vom 30.11. für den 15.12.2015 in Europa. Die Tmin liegen über den Landflächen verbreitet um oder unter 0°C. Quelle: wie vor

 

GFS-Prognose vom 30.11. für den Niederschlag am 15.12.2015. Es ist bei 2m-Temperaturen um oder unter 0°C verbreitet mit winterlichen und teils kräftigen Niederschlägen zu rechnen. Quelle: wie vor
GFS-Prognose vom 30.11. für den Niederschlag am 15.12.2015. Es ist bei 2m-Temperaturen um oder unter 0°C verbreitet mit winterlichen und teils kräftigen Niederschlägen bis in tiefe Lagen zu rechnen. Quelle: wie vor

Bei Eintreffen dieser  – natürlich noch sehr frühen und deshalb sehr unsicheren – Rechnungen ist in Europa verbreitet mit winterlichen Verhältnissen und erheblichen Behinderungen durch Eis und Schnee zu rechnen.

Mal sehen, was die Stratosphärenmodelle zu diesen aktuellen GFS-Rechnungen meinen, wenn sie in einigen Tagen mit ihrer maximalen Prognose-Reichweite von zehn Tagen erste Polarwirbel-Rechnungen für Mitte Dezember 2015 erstellen:

ECMWF: Stratosphären-Diagnosen • AG Physik der mittleren Atmosphäre • Fachbereich Geowissenschaften

NOAA/GFS: Stratospheric Analyses & Forecasts

In der oberen Stratosphäre um etwa 45 km Höhe deutet sich heute – bei sehr niedrigen Temperaturen – eine kräftige Erwärmung an…

NOAA/CPC-Analyse der Temperaturen in der oberen Stratosphäre bei 01 hPa (rund 45 km Höhe). Die rote Linie zeigt unten rechts einen deutlichen Temperaturanstieg. Quelle:
NOAA/CPC-Analyse der Temperaturen in der oberen Stratosphäre bei 01 hPa (rund 45 km Höhe) zwischen 90N und 65 Nord (Polarkreis). Die rote Linie zeigt unten rechts einen deutlichen Temperaturanstieg. Die grüne Linie stellt den vieljährigen Durchschnitt dar, während die oberen und unteren grauen Linien die Maxima und Minima zeigen. Quelle: http://www.cpc.ncep.noaa.gov/products/stratosphere/temperature/

…die sich allerdings bisher nicht nach unten in die untere Stratosphäre um etwa 18 km Höhe durchgesetzt hat:

NOAA/CPC-Analyse der Temperaturen in der oberen Stratosphäre bei 01 hPa (rund 45 km Höhe) zwischen 90N und 65 Nord (Polarkreis). Die rote Linie zeigt unten rechts einen deutlichen Temperaturanstieg. Die grüne Linie stellt den vieljährigen Durchschnitt dar, während die oberen und unteren grauen Linien die Maxima und Minima zeigen. Quelle: wie vor
NOAA/CPC-Analyse der Temperaturen in der unteren Stratosphäre bei 70 hPa (rund 18 km Höhe) zwischen 90N und 65 Nord (Polarkreis). Die rote Linie zeigt unten rechts keinen nennenswerten Temperaturanstieg. Die grüne Linie stellt den vieljährigen Durchschnitt dar, während die oberen und unteren grauen Linien die Maxima und Minima zeigen. Quelle: wie vor

Die oberen grauen Linien für die Temperaturmaxima in beiden dargestellen Höhenplots der Stratosphäre lassen jeweils Anfang Dezember einen kräftigen vorübergehenden Temperaturanstieg erkennen. Ob es auch in diesem Jahr dazu kommt, muß abgewartet werden.

Eine plötzliche Stratosphärenerwärmung (SSW) kann zu einer Störung des geschlossenen arktischen Polarwirbels bis hin zu einem Polarwibelsplit, also einer Teilung des Polarwirbels führen mit Aufsteilung des Polarjets in Nord-/Südrichtung (Meridionalisierung).  In der Folge eines solchen Splits kommt es um etwa vier bis zehn Tage zeitversetzt zu heftigen winterlichen Kaltluftvorstößen in die mittleren Breiten der Nordhalbkugel…

By the way: Die heute in Paris gestartete x-te Weltklimakonferenz  mit Zigtausenden sicher höchst umweltfreundlich angereisten TeilnehmerInnen aus aller Welt (!) scheint nach den bisherigen Wetter-Modellrechnungen bis zu ihrem Ende am 11. Dezember 2015 weitgehend von Frost und Schnee verschont zu bleiben. Ob Al Gore nicht kommt…?

Herzlich euer

Schneefan 2015

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3 Gedanken zu “GFS: Heftiger Wintereinbruch Mitte Dezember 2015 in Europa?

  1. Hallo Schneefan,

    Vor einigen Jahren gab es ja einmal jemanden, der tatsächlich Monate voraus diese Dinge berechnen konnte.

    Pangea

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