Globale Temperaturen stürzen binnen einer Woche ab – NH ein Grad Celsius kälter
Update 21.12.2015: Wo ist die Kälte auf der NH? (Grafik ganz unten).
Nach einem Jahres-Höhepunkt der globalen Temperaturabweichungen Anfang Dezember 2015 sind die globalen Durchschnittstemperaturen Mitte Dezember binnen einer Woche kräftig gefallen.
Die Temperaturanomalien der Nordhalbkugel gingen sogar um 1°C zurück:
Die Grafik zeigt den Verlauf der Tages-Abweichungen der globalen 2 m-Temperaturen zum international üblichen modernen WMO-Klimamittel 1981-2010 vom 1. Januar bis zum 19. Dezember 2015. Nach einem Jahreshöhepunkt Anfang Dezember 2015 gehen die globalen Temperaturabweichungen Mitte Dezember binnen einer Woche um 0,5 K kräftig zurück (schwarze Linie). Die NH (blaue Linie) fällt von 1,2 auf 0,2 K um 1 K. Quelle: http://models.weatherbell.com/temperature.php
Mit einer Abweichung der fortgeschriebenen globalen Temperaturen von 0,27 K liegt das Jahr 2015 am 19. Dezember auf Rang 6 und wird dort bleiben. Chart MouseOver Tool
Ursache sowohl der ungewöhnlich hohen Abweichungen vor allem im November und im Dezember 2015 als auch des aktuellen globalen Temperatursturzes ist das kräftige – aber keineswegs rekordverdächtige – El Niño-Ereignis, das sehr wahrscheinlich im November/Dezember 2015 seinen Höhepunkt erreicht hat, wie der ebenfalls kräftige Rückgang der globalen tropischen Temperaturabweichungen erwarten lässt:
(zum Vergrößern anklicken)
Die Grafik zeigt den Verlauf der täglichen Abweichungen der globalen 2 m-Temperaturen (schwarze Linie) und der Tropen (20°S-20°N, rote Linie) zum international üblichen modernen WMO-Klimamittel 1981-2010 vom 1. Januar bis zum 19. Dezember 2015 (Year To Date/YTD). Nach einem Jahreshöhepunkt Anfang Dezember 2015 gehen die globalen Temperaturabweichungen Mitte Dezember binnen einer Woche um 0,5 K kräftig zurück, in den Tropen beträgt der Rückkgang 0,4 K. Quelle: http://models.weatherbell.com/temperature.php
Wie geht es aktuell in Deutschland und Europa mit der bisher sehr milden Witterung weiter? Da tut sich was in den Modellprognosen nach dem kalendarischen Winteranfang am 22.12.2015, aber erst nach Weihnachten…: ECMWF: Polarwirbel mit Dipol – Ende der milden Witterung in Sicht?
In meinem Blog lasse ich derweil als kleinen Trost für alle Freundinnen und Freunde des Schnees bis Anfang Januar 2016 einige Flöckchen über den Bildschirm rieseln…
Update 21.12.2015: Wo ist die Kälte auf der NH?
GFS-Prognose der Temperaturabweichungen in 850 hPa (rund 1500 m) vom 21. 12. für den 22.12.2015 auf der Nordhalbkugel (NH). Die lila und blauen Farben zeigen negative, die gelben und roten Farben positive Temperaturabweichungen. Kaltluft vor allem aus Osteuropa und Westsibirien ist weit nach Süden bis in den Nahen Osten und Nordafrika geströmt, während subtropische Warmluft von Nordwestafrika und von den Kanaren ganz Europa überflutet. Gut zu erkennen sind weitere massive Kaltluftausbrüche in den Nordwestatlantik, in den Nordpazifik sowie in große Teile Sibiriens, während Nordamerika (außer Alaska) und China aktuell überwiegend positive Anomalien aufweisen. Quelle: http://www.wetterzentrale.de/topkarten/fsenseur.html
Ein Gedanke zu “Globale Temperaturen stürzen binnen einer Woche ab – NH ein Grad Celsius kälter”
Die Kommentarfunktion ist geschlossen.