BR: Schneesturm im Libanon – Dramatische Situation für Flüchtlinge

Ein heftiger Schneesturm hat am Neujahrstag 2016 große Teile des Libanon überzogen und den Verkehr lahmgelegt, wie der Bayerische Rundfunk heute berichtet:

„Schneesturm im Libanon: Dramatische Situation für Flüchtlinge

Im Libanon hat ein Schneesturm am Neujahrstag weite Teile des Landes lahmgelegt. Mehrere Dörfer waren von der Außenwelt abgeschnitten. Vor allem für die zahlreichen Flüchtlinge im Land verschärfte sich die Lage. -Stand: 02.01.2016-

Der Wintereinbruch hat den Libanon hart getroffen: Nicht nur zahlreiche Bergstraßen mussten geschlossen werden, auch auf der Hauptstraße von Beirut in die syrische Hauptstadt Damaskus ging nichts mehr. Besonders dramatisch ist die Situation für die mehreren zehntausend Flüchtlinge aus Syrien, die in der östlichen Bekaa-Ebene leben. Die meisten von ihnen sind in Hütten und Zelten untergebracht.

 Schneelast bedroht Behausungen

Unter der Last des Schnees drohten einige Hütten und Zelte zusammenzubrechen. Die Polzei rief die Bürger auf, nicht auf den Bergstraßen zu fahren.“

Gemeinsame Ursache der ungewöhnlichen Kälte mit heftigen Schneefällen im Nahen Osten, sibirischer Kälte in Teilen Europas und Schneenotstand im sommerlich heißen und trockenen US-Bundesstaat New Mexico ist der gestörte arktische Polarwirbel.

Diese Störung führt zeitversetzt zu kräftigen Ausbrüchen arktischer Kaltluft in die mittleren Breiten der Nordhalbkugel, u.a. in die Südstaaten der USA und aktuell auch nach Europa und in den Nahen Osten, wie die Grafik der Temperaturabweichungen in 850 hPa ( 1500 m ) zeigt:

GFS-Prognose der Temperaturabweichunen in 850 hPa (1500 m) vom 2.1. für den 3.1. 2016. Ein käftiger Warmluftschub (gelbe und rote Farben) vom Nordarlantik über das Nordmeer bis hin zum Nordpol hat im Gegenzug eisige Polarluft (lila/blaue Farben) über Sibirien nach Europa, den nahen Osten und in die südlichen USA geführt. Quelle:
GFS-Prognose der Temperaturabweichungen in 850 hPa (1500 m) vom 2.1. für den 3.1. 2016. Ein kräftiger Warmluftschub (gelbe und rote Farben) vom Nordatlantik über das Nordmeer bis hin zum Nordpol und vom Nordpazifik nach Kanada führt im Gegenzug eisige Polarluft (lila/blaue Farben) über Sibirien nach Europa, den Nahen Osten und in die westlichen und südlichen USA. Quelle: http://www.wetterzentrale.de/topkarten/fsenseur.html

Mit weiteren Störungen des arktischen Polarwirbels ist zu rechnen: Bergfex: Neuschnee bis zu 70 Zentimeter in den Westalpen in Sicht – Luftmassengrenze über Deutschland

 „…Die aktuellen Prognosen sehen folgerichtig einen Absturz der Arktischen Oszillation zum Jahresbeginn 2016, was einen stark geschwächten Polarwirbel erwarten lässt…“

Das Jahr 2016 fängt beim Wetter turbulent an und hat sicher für manche noch die eine oder andere mehr oder weniger angenehme Überraschung im Gepäck: ENSO-Modelle: La Niña kommt im zweiten Halbjahr 2016

Herzlich euer

Schneefan2015

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