Wann kommt die Kältewelle im Februar 2016? Plötzliche Stratosphärenerwärmung über der Arktis in Sicht!

Im Februar 2016 wird es in Mittel- und Westeuropa nach einer vorübergehenden milderen Phase sehr wahrscheinlich eine weitere kräftige Kältewelle dieses Winters 2015/2016 geben, wie sie bereits im Januar aufgetreten ist.

Grund dafür dürfte eine bevorstehende plötzliche Stratosphärenerwärmung (SSW) in den kommenden Tagen über der Arktis sein, die seit Tagen von den Modellen berechnet wird.

Aktuell sehen die Rechnungen für die obere Stratosphäre in 10 hPa (rund 30 km Höhe) so aus: (zum Vergrößern anklicken)

ECMWF-Prognose für Druck (Geopotential) und Temperatur der oberen Stratatosphäre in 10 hPa (rund 30 km Höhe) vom 23.1. für den 1.2.2016. Über Nordkanada hat sich warme Luft mit hohem Druck entwickelt und een kalten Polarwirbel in Richtung Eurasien mit Kern über Nordeuropa abgedrängt. Die Temperaturdiffrenz zwichen dem 90. und dem 60. Breitengrad ist von derzeit - 27°C auf +18°C stark angestiegen. Quelle:
ECMWF-Prognose für Druck (Geopotential) und Temperatur der oberen Stratatosphäre in 10 hPa (rund 30 km Höhe) vom 23.1. für den 1.2.2016. Über Nordkanada hat sich warme Luft mit hohem Druck entwickelt (Canadian Warming) und den kalten Polarwirbel in Richtung Eurasien mit Kern über Nordeuropa abgedrängt. Die Temperaturdifferenz zwischen dem 90. und dem 60. Breitengrad Nord ist von derzeit – 27°C auf +17°C stark angestiegen. Quelle: http://www.geo.fu-berlin.de/met/ag/strat/produkte/winterdiagnostics/index.html

Durch eine SSW wird der Polarwirbel stark gestört und möglicherweise sogar geteilt (Split). Durch diese Vorgänge in der Stratosphäre wird auch die Zirkulation in der Troposphäre auf der gesamten Nordhalbkugel (NH) umgestellt: Die Westdrift über dem Nordatlantik wird durch ein blockierendes Hochdruckgebiet unterbrochen, so dass Polarluft aus Nord bis Ost erneut nach Mittel- und Westeuropa strömen kann.

Die Stratosphärenmodelle von ECMWF und NOAA/GFS rechnen heute übereinstimmend bereits zum Monatswechsel Januar/Februar 2016 mit einer starken Westdrift über dem Nordatlantik bis Mitteleuropa.

ECMWF-Prognose vom 19. Januar für den arktischen Polarwirbel in 150 hPa (13000m). Der Polarwirbel ist stark gestört und hat zwei Teilwirbel gebildet (Dipol). Der Kern des größeren südlichen Teilwiebels liegt vor Nordnowegen. Über West- und Mitteleuropa herrscht eine kräftige Westströmung, was stürmisches und wechselhaftes Wetter erwarten lässt. Quelle:
ECMWF-Prognose vom 23. Januar für den arktischen Polarwirbel in 150 hPa (13.000 m) zum 31.1.2016. Der Polarwirbel ist stark gestört und hat zwei Teilwirbel gebildet (Dipol). Der Kern des größeren südlichen Teilwirbels liegt vor Nordnorwegen. Über West- und Mitteleuropa weisen die dicht beieinander liegenden Höhenlinien (Isohypsen) auf eine kräftige Westströmung hin, was stürmisches und wechselhaftes Wetter erwarten lässt. Quelle: http://www.geo.fu-berlin.de/met/ag/strat/produkte/winterdiagnostics/index.html
GFS-Prognose vom 24. Januar für den arktischen Polarwirbel in 150 hPa (13.000 m) zum 02./03..2.2016. Der Polarwirbel ist stark gestört und hat zwei Teilwirbel gebildet (Dipol). Der Kern des größeren südlichen Teilwirbels liegt vor Nordnorwegen. Über West- und Mitteleuropa weisen die dicht beieinander liegenden Höhenlinien (Isohypsen) auf eine kräftige Westströmung hin, was stürmisches und wechselhaftes Wetter erwarten lässt.
GFS-Prognose vom 24. Januar für den arktischen Polarwirbel in 100 hPa (16.000 m) zum 02./03.2.2016. Der Polarwirbel ist stark gestört und hat zwei Teilwirbel gebildet (Dipol). Der Kern des größeren rechten Teilwirbels liegt vor Nordnorwegen. Über West- und Mitteleuropa weisen die dicht beieinander liegenden Höhenlinien (Isohypsen) auf eine kräftige Westströmung hin, was stürmisches und wechselhaftes Wetter erwarten lässt. Quelle: http://www.cpc.ncep.noaa.gov/products/stratosphere/strat_a_f/#emcz

In Wellen werden mit teils stürmischem Wind im Wechsel mildere und allmählich auch wieder kältere und feuchte Meeresluftmassen heranführt, was in mittleren und höheren Lagen der Mittelgebirge und vor allem in den Alpen zu erheblichen Neuschneemengen führen dürfte…

Eine starke Westdrift ist erfahrungsgemäß eine gute Voraussetzung für ein Aufsteilen des Polarjets, bei Eintreffen der aktuellen Modellprognosen also gute Aussichten  – zumindest für Schneefans –  für die dritte Kältewelle des Winters 2015/2016 auch in Mittel- und Westeuropa…

Herzlich euer

Schneefan2015

 

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