Ein schwerer Schneesturm mit den stärksten März-Schneefällen seit 50 Jahren hat die russische Hauptstadt Moskau zeitweise lahmgelegt. Ursache war das Schneesturmtief „Zissie“, das bereits dem Süden und Osten Deutschlands am Montag teils kräftige Schneefälle gebracht hatte.
Aktuell liegt am 4. März 2016 ein umfangreiches Schneefallgebiet über der Westhälfte Deutschlands, wo es seit Stunden zeitweise bis ins Flachland schneit und in höheren Lagen zu Verkehrsbehinderungen kommt:
Das Schneefallgebiet gehört zum neuen Schneetief „Bianca“, dass heute mit seinem Zentrum über England liegt und morgen über Deutschland erwartet wird, dabei werden teils kältere und teils mildere Luftmassen herangeführt, wobei es zu wiederholten Niederschlägen kommt.
„Am Freitag lenkt das neue Tief BIANCA mit Zentrum über Südengland die erste Front in Richtung Deutschland. An der Okklusion ist es nass, mit Südwestwind wird aber auch mildere Luft heran transportiert und die kalte Luft wird nach Norden verdrängt. Über den Alpen kommt Föhn auf. Am Samstag verlagert sich das Tief weiter nach Mitteleuropa. An der Vorderseite wird milde Luft in weite Teile Deutschlands geführt. An der Rückseite wird am Sonntag kühle Luft aus Nordeuropa angezapft.“ Quelle: http://www.unwetterzentrale.de/uwz/lagebericht.html
Die Stratosphärenanalyse von ECMWF zeigt den weit nach Süden über Mitteleuropa bis Nordafrika ausgreifenden kalten Trog des Polarwirbels, der mit seinem Zentrum über Nordsibirien liegt.
ECMWF-Analyse vom 3. März 2016 für den arktischen Polarwirbel in 150 hPa (14000m). Der Polarwirbel ist durch eine umfangreiche Warmluftblase über Kanada (Canadian Warming) stark verformt und mit seinem Zentrum nach Eurasien abgedrängt worden. Ein mächtiger und weit nach Süden ausgreifender eisiger Trog reicht vom Eismeer über Nord- und Mitteleuropa bis nach Nordafrika: So sieht März-Winter aus! Quelle: http://www.geo.fu-berlin.de/met/ag/strat/produkte/winterdiagnostics/index.html
Zum Vergleich die sehr ähnliche ECMWF-Prognose vom 22. Februar(!) 2016 für den 3.3.2016:
ECMWF-Prognose vom 22. Februar zum 3. März 2016 für den arktischen Polarwirbel in 150 hPa (14000m). Der Polarwirbel ist durch eine umfangreiche Warmluftblase über Kanada (Canadian Warming) stark verformt und mit seinem Zentrum nach Eurasien abgedrängt worden. Ein mächtiger und weit nach Süden ausgreifender eisiger Trog reicht vom Eismeer über Nord- und Mitteleuropa bis nach Nordafrika: So sieht März-Winter aus! Quelle: http://www.geo.fu-berlin.de/met/ag/strat/produkte/winterdiagnostics/index.html
Die Wettermodelle rechnen derzeit ein vorläufiges Andauern des Märzwinters 2016 mit einem kalten Trog des Polarwirbels vor allem über Mitteleuropa und mit Aufbau eines mächtigen blockierenden atlantischen Hochrückens und einer Dipolbildung des Polarwirbels, die sogar zu einem Polarwirbelsplit führen kann.
ECMWF-Prognose vom 3. März 2016 für den arktischen Polarwirbel in 150 hPa (14000m) für den 13. März 2013. Der Polarwirbel ist stark gestört und hat zwei Teilwirbel (Dipol), die sogar zu einem Split des Polarwirbels führen können. Ein breiter weit nach Süden ausgreifender kalter Trog reicht vom Nordmeer über Nord- und Mittel- und Osteuropa bis nach Nordafrika. Über dem Nordatlantik und Westeuropa hat sich ein mächtiger blockierender Hochrücken gebildet: Der Märzwinter in großen Teilen Europas dauert an. Quelle: wie vor
Der Frühling 2016 muss also noch warten…, zumal ein Märzwinter oft erst in der zweiten Monatshälfte richtig in Fahrt kommt…
Märzwinter-Update 5.3.2015:
„Die Großwetterlage wird in den aktuellen Rechnungen nach Mitte März bestimmt durch einen kräftigen eisigen Trog über Mittel- und Osteuropa. Dabei wird zwischen einer blockierenden Hochdruckbrücke über Skandinavien und Nord-Russland und einem Tief über West-Russland in einem breiten Strom hochreichende sibirische Kaltluft herangeführt:
GFS-Prognose der Temperaturen in 850 hPa (rund 1500 m) vom 5.3. für den 19.3.2016. Zwischen einer Hochdruckbrücke über Skandinavien und einem kräftigen russischen Tief werden in einem breiten hochreichenden Strom eisige sibirische Luftmassen nach Ost- und Mitteleuropa geführt. Märzwinter vom Feinsten! Quelle: wie vor
Die Mittagstemperaturen werden verbreitet unter 0°C gerechnet:
GFS-Prognose der Mittagstemperaturen vom 5.3. für den 19.3.2016. Mit Temperaturen nahe Tmax verbreitet unter 0°C wird – nicht nur – in Deutschland ein Eistag gerechnet. Märzwinter2016 in voller Fahrt! Quelle: wie vor
Die zweite Hälfte des Märzwinters 2016 könnte also – nicht nur – in Deutschland noch kälter werden als die bisher unterkühlte erste Hälfte…
Die Durchschnittstemperaturen im Märzwinter 2016 liegen vom 1. bis 4./5. März im Gebietsmittel Deutschlands um -1,5 K unter dem Monatsmittel 1961-1990. Zum international üblichen modernen Klimamittel 1981-2010 beträgt die Abweichung -2,3 K. Quelle: http://imkhp2.physik.uni-karlsruhe.de/wetterwerte.html
Update 11.3.2016: Die erste Märzdekade 2016 ist in Deutschland mit einer Durchschnittstemperatur von 1,7 °C und einer Abweichung von -2,3 K zum international üblichen modernen Klimamittel 1981-2010 deutlich unterkühlt:
„Temperaturmittel 1. bis 10.3.2016, dahinter die Abweichung zum langjährigen Mittel (1961-1990) im Vergleich zum langjährigen Mittel 1961-1990 des Gesamtmonats.“ Zum international üblichen modernen Klimamittel 1981-2010 beträgt die Abweichung -2,3 K: Märzwinter 2016. Quelle: http://www.bernd-hussing.de/klima.htm
Laut DWD-Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland beträgt die Durchschnittstemperatur im Mittel 1961-1990 im März allerdings nicht 3,2°C sondern 3,5°C, so dass die Abweichung zum Mittel 1981-2010 auch bei -2,6 K liegen kann… Update Ende.
Der nicht nur in den USA bekannte Meteorologe Joe Bastardi am 5.3.2016 befürchtet heftigen Märzwinter vor allem in der zweiten Monatshälfte in Europa: http://www.weatherbell.com/saturday-summary-march-5-2016 (Thanks to P. Gosselin)
„One must think globally to forecast lokally.“ (Joe Bastardi)
Der nicht nur in den USA bekannte Meteorologe Joe Bastardi am 5.3.2016 befürchtet heftigen Märzwinter vor allem in der zweiten Monatshälfte in Europa: http://www.weatherbell.com/saturday-summary-march-5-2016 (Thanks to P. Gosselin)
„One must think globally to forecast lokally.“ (Joe Bastardi)
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