Märzwinter 2016 mit Schneefällen bis ins Flachland – Schneesturm in Moskau mit den stärksten März-Schneefällen seit 50 Jahren!

Update 5.3.2016: Zweite Märzhälfte noch kälter als die erste Hälfte? (siehe Märzwinter-Update ganz unten).

Mit teils anhaltenden Schneefällen bis ins Flachland und reichlich Schnee in den Höhenlagen zeigt sich der Märzwinter 2016 nicht nur in Deutschland von seiner grimmigen Seite – und er bleibt. Die Wettermodelle haben dies frühzeitig erkannt: Modelle: Es bleibt spätwinterlich kalt – Märzwinter 2016 in Sicht!

Ein schwerer Schneesturm mit den stärksten März-Schneefällen seit 50 Jahren hat die russische Hauptstadt Moskau zeitweise lahmgelegt. Ursache war das Schneesturmtief „Zissie“, das bereits dem Süden und Osten Deutschlands am Montag teils kräftige Schneefälle gebracht hatte.

Update 6.3.2016: WO-Fotostrecke: Norditalien versinkt im Schnee

Aktuell liegt am 4. März 2016 ein umfangreiches Schneefallgebiet über der Westhälfte Deutschlands, wo es seit Stunden zeitweise bis ins Flachland schneit und in höheren Lagen zu Verkehrsbehinderungen kommt:

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Das Schneeradar zeigt am 4. März 2016 nachmittags in der Westhölfte Deutschlands verbreiteten anhaltenden Schneefall bis ins Flachland. Quelle:
Das Schneeradar zeigt am 4. März 2016 nachmittags in der Westhälfte Deutschlands verbreiteten anhaltenden Schneefall bis ins Flachland. Quelle: http://www.niederschlagsradar.de/schneeradar-schnee-in-Deutschland.aspx

Das Schneefallgebiet gehört zum neuen Schneetief „Bianca“, dass heute mit seinem Zentrum über England liegt und morgen über Deutschland erwartet wird, dabei werden teils kältere und teils mildere Luftmassen herangeführt, wobei es zu wiederholten Niederschlägen kommt.

Am Freitag lenkt das neue Tief BIANCA mit Zentrum über Südengland die erste Front in Richtung Deutschland. An der Okklusion ist es nass, mit Südwestwind wird aber auch mildere Luft heran transportiert und die kalte Luft wird nach Norden verdrängt. Über den Alpen kommt Föhn auf. Am Samstag verlagert sich das Tief weiter nach Mitteleuropa. An der Vorderseite wird milde Luft in weite Teile Deutschlands geführt. An der Rückseite wird am Sonntag kühle Luft aus Nordeuropa angezapft. Quelle:
„Am Freitag lenkt das neue Tief BIANCA mit Zentrum über Südengland die erste Front in Richtung Deutschland. An der Okklusion ist es nass, mit Südwestwind wird aber auch mildere Luft heran transportiert und die kalte Luft wird nach Norden verdrängt. Über den Alpen kommt Föhn auf. Am Samstag verlagert sich das Tief weiter nach Mitteleuropa. An der Vorderseite wird milde Luft in weite Teile Deutschlands geführt. An der Rückseite wird am Sonntag kühle Luft aus Nordeuropa angezapft.“ Quelle: http://www.unwetterzentrale.de/uwz/lagebericht.html

Die Stratosphärenanalyse von ECMWF zeigt den weit nach Süden über Mitteleuropa bis Nordafrika ausgreifenden kalten Trog des Polarwirbels, der mit seinem Zentrum über Nordsibirien liegt.

ECMWF-Analyse vom 3. März 2016 für den arktischen Polarwirbel in 150 hPa (13000m). Der Polarwirbel ist stark gestört und hat drei Teilwirbel gebildet (Tripol). Ein mächtiger und weit nach Süden ausgreifender eisiger Trog reicht vom Eismeer über Nord- und Mitteleuropa bis nach Nordafrika: So sieht Winter aus!
ECMWF-Analyse vom 3. März 2016 für den arktischen Polarwirbel in 150 hPa (14000m). Der Polarwirbel ist durch eine umfangreiche Warmluftblase über Kanada (Canadian Warming) stark verformt und mit seinem Zentrum nach Eurasien abgedrängt worden. Ein mächtiger und weit nach Süden ausgreifender eisiger Trog reicht vom Eismeer über Nord- und Mitteleuropa bis nach Nordafrika: So sieht März-Winter aus! Quelle: http://www.geo.fu-berlin.de/met/ag/strat/produkte/winterdiagnostics/index.html

Zum Vergleich die sehr ähnliche ECMWF-Prognose vom 22. Februar(!) 2016 für den 3.3.2016:

ECMWF-Prognose vom 22. Februar zum 3. März 2016 für den arktischen Polarwirbel in 150 hPa (13000m). Der Polarwirbel ist stark gestört und hat drei Teilwirbel gebildet (Tripol). Ein mächtiger und weit nach Süden ausgreifender eisiger Trog reicht vom Eismeer über Nord- und Mitteleuropa bis nach Nordafrika: So sieht Winter aus!
ECMWF-Prognose vom 22. Februar zum 3. März 2016 für den arktischen Polarwirbel in 150 hPa (14000m). Der Polarwirbel ist durch eine umfangreiche Warmluftblase über Kanada (Canadian Warming) stark verformt und mit seinem Zentrum nach Eurasien abgedrängt worden. Ein mächtiger und weit nach Süden ausgreifender eisiger Trog reicht vom Eismeer über Nord- und Mitteleuropa bis nach Nordafrika: So sieht März-Winter aus! Quelle: http://www.geo.fu-berlin.de/met/ag/strat/produkte/winterdiagnostics/index.html

Die Wettermodelle rechnen derzeit ein vorläufiges Andauern des Märzwinters 2016 mit einem kalten Trog des Polarwirbels vor allem über Mitteleuropa und mit Aufbau eines mächtigen blockierenden atlantischen Hochrückens und einer Dipolbildung des Polarwirbels, die sogar zu einem Polarwirbelsplit führen kann.

 

ECMWF-Prognose vom 3. März 2016 für den arktischen Polarwirbel in 150 hPa (13000m) für den 13. März 2013. Der Polarwirbel ist stark gestört und hat zwei Teilwirbel (Dipol) . Ein breiter weit nach Süden ausgreifender kalter Trog reicht vom Nordmeer über Nord- und Mitteleuropa bis nach Nordafrika. Über dem Nordatlantik und Westeuropa hat sich ein mächtiger blockierenden Hochdruckrücken gebildet: Der Märzwinter in großen Teilen Europas dauert an. Quelle: wie vor
ECMWF-Prognose vom 3. März 2016 für den arktischen Polarwirbel in 150 hPa (14000m) für den 13. März 2013. Der Polarwirbel ist stark gestört und hat zwei Teilwirbel (Dipol), die sogar zu einem Split des Polarwirbels führen können. Ein breiter weit nach Süden ausgreifender kalter Trog reicht vom Nordmeer über Nord- und Mittel- und Osteuropa bis nach Nordafrika. Über dem Nordatlantik und Westeuropa hat sich ein mächtiger blockierender Hochrücken gebildet: Der Märzwinter in großen Teilen Europas dauert an. Quelle: wie vor

Der Frühling 2016 muss also noch warten…, zumal ein Märzwinter oft erst in der zweiten Monatshälfte richtig in Fahrt kommt…

Märzwinter-Update 5.3.2015:

„Die Großwetterlage wird in den aktuellen Rechnungen nach Mitte März bestimmt durch einen kräftigen eisigen Trog über Mittel- und Osteuropa. Dabei wird zwischen einer blockierenden Hochdruckbrücke über Skandinavien und Nord-Russland und einem Tief über West-Russland in einem breiten Strom hochreichende sibirische Kaltluft herangeführt:

GFS-Prognose der Temperaturen in 850 hPa (rund 1500 m) vom 5.3. für den 19.3.2016. Zwiscdhen einer Hochdruckbrücke über Skandinavien und einem kräftigen russischen Tief werden in einem breiten hohreihende Strom eisige sibirische Luftmassen nach Ost- und Mitteleuropa geführt. Quelle: wie vor
GFS-Prognose der Temperaturen in 850 hPa (rund 1500 m) vom 5.3. für den 19.3.2016. Zwischen einer Hochdruckbrücke über Skandinavien und einem kräftigen russischen Tief werden in einem breiten hochreichenden Strom eisige sibirische Luftmassen nach Ost- und Mitteleuropa geführt. Märzwinter vom Feinsten! Quelle: wie vor

 

GFS-Prognose der Tmin vom 5.3. für den 19.3.2016. Der Märzwinter 2016 ist mit Nachtfrost bis -29°C in voller Fahrt. Quelle:
GFS-Prognose der Tmin vom 5.3. für den 19.3.2016. Der Märzwinter 2016 ist mit Nachtfrost bis -29°C in voller Fahrt. Quelle: http://www.wetterzentrale.de/topkarten/fsavneur.html

Die Mittagstemperaturen werden verbreitet unter 0°C gerechnet:

GFS-Prognose der Tmax vom 5.3. für den 19.3.2016. Mit Temperaturen verbreitet unter 0°C wird - nicht nur - in Deutschland ein Eistag gerechnet. Quelle: wie vor
GFS-Prognose der Mittagstemperaturen vom 5.3. für den 19.3.2016. Mit Temperaturen nahe Tmax verbreitet unter 0°C wird – nicht nur – in Deutschland ein Eistag gerechnet. Märzwinter2016  in voller Fahrt! Quelle: wie vor

Die zweite Hälfte des Märzwinters 2016  könnte also – nicht nur – in Deutschland noch kälter werden als die bisher unterkühlte erste Hälfte…

Die Durchschnittstemperaturen im Märzwinter 2016 liegen vom 1. bis 5. März im Gbietsmittel Deutschlands um -1,5 K unter dem Monatsmittel 1961-1990. Zum international üblichen modernen Klimamittel 1981-2010 beträgt die Abweichung -2,3 K. Quelle:
Die Durchschnittstemperaturen im Märzwinter 2016 liegen vom 1. bis 4./5. März im Gebietsmittel Deutschlands um -1,5 K unter dem Monatsmittel 1961-1990. Zum international üblichen modernen Klimamittel 1981-2010 beträgt die Abweichung -2,3 K. Quelle: http://imkhp2.physik.uni-karlsruhe.de/wetterwerte.html

Update 11.3.2016: Die erste Märzdekade 2016 ist in Deutschland mit einer Durchschnittstemperatur von 1,7 °C und einer Abweichung von -2,3 K zum international üblichen modernen Klimamittel 1981-2010 deutlich unterkühlt:

Temperaturmittel 1. bis 10.3.2016, dahinter die Abweichung zum langjährigen Mittel (1961-1990) im Vergleich zum langjährigen Mittel 1961-1990 des Gesamtmonats. Zum international üblichen modernen Klimamittel 1981-2010 beträgt die Abweichung -2,3 K. Quelle:
„Temperaturmittel 1. bis 10.3.2016, dahinter die Abweichung zum langjährigen Mittel (1961-1990) im Vergleich zum langjährigen Mittel 1961-1990 des Gesamtmonats.“ Zum international üblichen modernen Klimamittel 1981-2010 beträgt die Abweichung -2,3 K: Märzwinter 2016. Quelle: http://www.bernd-hussing.de/klima.htm

Laut DWD-Zeitreihe der Lufttemperatur in Deutschland beträgt die Durchschnittstemperatur im Mittel 1961-1990 im März allerdings nicht  3,2°C sondern 3,5°C, so dass die Abweichung zum Mittel 1981-2010 auch bei -2,6 K liegen kann… Update Ende.

Herzlich euer

Schneefan2015

 

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2 Gedanken zu “Märzwinter 2016 mit Schneefällen bis ins Flachland – Schneesturm in Moskau mit den stärksten März-Schneefällen seit 50 Jahren!

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