Modelle: Heftiger Märzwinter 2016 in der zweiten Monatshälfte in Deutschland und Europa?

Nach einem spätwinterlichen Start in den Frühling mit verbreiteten Nachtfrösten und teils anhaltenden Schneefällen bis ins Flachland nicht nur in Deutschland rechnen die Wettermodelle aktuell mit einer Verschärfung des Märzwinters 2016 in der zweiten Monatshälfte.

Die großen Modelle von ECMWF, NOAA/GFS und das kanadische Modell GEM sind sich nach einer vorübergehenden Milderung aktuell einig über den heftigen Kälteeinbruch in großen Teilen Europas, was natürlich bei einem Prognosezeitraum von rund 10 Tagen noch keine Garantie, wohl aber eine deutlich erhöhte Eintreffwahrscheinlichkeit bedeutet.

Zwischen einem umfangreichen blockierenden Hoch über Skandinavien und tiefem Druck über Westrussland wird in einem breiten Strom hochreichende russisch/sibirische Kaltluft nach Ost- und Mitteleuropa geführt, was dort zeit- und gebietsweise zu hochwinterlichen Verhältnissen führt:

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Die ECMWF-Prognose fvom 7.3.2016 für die Temperaturen in 850 hPa (rund 1500 m) am 17.3.2016. Zwische einem kräftigen blockierenden Hoch über Skandinavien und einem Tief über Westrussland fliesst in bteiem Strom hochreichende rissiche Kaltluft nach Ost- und Mitteleuropa: Märzwinter 2016! Quelle:
Die ECMWF-Prognose vom 7.3.2016 für die Temperaturen in 850 hPa (rund 1500 m) am 17.3.2016. Zwischen einem kräftigen blockierenden Hoch über Skandinavien und einem Tief über Westrussland wird in einem breitem Strom hochreichende russisch/sibirische Kaltluft mit Temperaturen um -10°C nach Ost- und Mitteleuropa geführt: Märzwinter 2016! Quelle: http://www.wetterzentrale.de/topkarten/fsecmeur.html
Die GEM-Prognose vom 7.3.2016 für die Temperaturen in 850 hPa (rund 1500 m) am 17.3.2016. Zwischen einem kräftigen blockierenden Hoch über Skandinavien und tiefem Druck über West-Russland und Südosteuropa wird in einem breiten Strom hochreichende russisch/sibirische Kaltluft nach Ost- und Mitteleuropa geführt. Märzwinter 2016! Quelle:
Die GEM-Prognose vom 7.3.2016 für die Temperaturen in 850 hPa (rund 1500 m) am 17.3.2016. Zwischen einem kräftigen blockierenden Hoch über Skandinavien und tiefem Druck über West-Russland und Südosteuropa wird in einem breiten Strom hochreichende russisch/sibirische Kaltluft mit Temperaturen um -10°C nach Ost- und Mitteleuropa geführt. Märzwinter 2016! Quelle: wie vor

NOAA/GFS bestätigt diese etwas früheren Rechnungen von ECMWF und GEM vom 7.3.2016/00.00 Uhr UTC mit der aktuelleren Rechnung vom 7.3.2016/06.00 Uhr UTC und sieht den heftigen Kaltlufeinbruch bereits zum 15./16.3. 2016 in Deutschland bei ähnlicher Großwetterlage:

Die NOAA/GFS-Prognose vom 7.3.2016 für die Temperaturen in 850 hPa (rund 1500 m) am 15./16.3.2016. Zwischen einem kräftigen blockierenden Hoch von Island bis Skandinavien und einem Tief über Westrussland wird in einem breien Strom hochreichende russisch/sibirische Kaltluft nach Ost- und Mitteleuropa geführt: Märzwinter 2016! Quelle:
Die NOAA/GFS-Prognose vom 7.3.2016 für die Temperaturen in 850 hPa (rund 1500 m) am 15./16.3.2016. Zwischen einem kräftigen blockierenden Hoch von Island bis Skandinavien und einem Tief über Westrussland wird hochreichende russisch/sibirische Kaltluft bis zu -15°C nach Ost- und Mitteleuropa geführt: Märzwinter 2016! Quelle: wie vor

Die Stratosphärenmodelle unterstützen weiterhin übereinstimmend die wiederholte Erneuerung des umfangreichen kalten Troges über Mittel- und Osteuropa mit blockierendem kräftigen Hochrücken über dem Nordatlantik:

ECMWF-Prognose vom 6. März 2016 für den arktischen Polarwirbel in 150 hPa (13000m) für den 16. März 2013. Der Polarwirbel ist stark gestört und hat zwei Teilwirbel (Dipol) . Ein breiter weit nach Süden ausgreifender kalter Trog reicht vom Nordmeer über Nord- und Mitteleuropa bis nach Nordafrika. Über dem Nordatlantik hat sich ein mächtiger blockierenden Hochdruckrücken gebildet: Der Märzwinter in großen Teilen Europas dauert an. Quelle: wie vor
ECMWF-Prognose vom 6. März 2016 für den arktischen Polarwirbel in 150 hPa (13000m) für den 16. März 2016. Der Polarwirbel ist stark gestört und hat zwei Teilwirbel gebildet (Dipol) . Ein mächtiger weit nach Südwesten ausgreifender eisiger Trog reicht von Sibirien über Nord- , Ost- und Mitteleuropa bis nach Nordafrika. Über dem Nordatlantik hat sich ein mächtiger blockierenden Hochdruckrücken gebildet, der bis zum Nordpol reicht: Der Märzwinter in großen Teilen Europas dauert an. Quelle: http://www.geo.fu-berlin.de/met/ag/strat/produkte/winterdiagnostics/index.html
NOAA/GFS-Prognose vom 7. März 2016 für den arktischen Polarwirbel in 100 hPa (rund 16000 m) für den 17. März 2013. Der Polarwirbel ist stark gestört und hat mehrere starke Tröge gebldet. Ein breiter weit nach Süden ausgreifender kalter Trog reicht von Sibirien über Ost- und Mitteleuropa bis nach Nordafrika. Über dem Nordatlantik hat sich ein mächtiger blockierenden Hochdruckrücken gebildet: Der Märzwinter in großen Teilen Europas dauert an. Quelle: wie vor
NOAA/GFS-Prognose vom 7. März 2016 für den arktischen Polarwirbel in 100 hPa (rund 16000 m) für den 17. März 2016. Der Polarwirbel ist stark gestört und hat mehrere kräftige Tröge gebildet. Ein breiter weit nach Südwesten ausgreifender eisiger Trog reicht von Sibirien über Ost- und Mitteleuropa bis nach Nordafrika. Über dem Nordatlantik hat sich ein mächtiger blockierenden Hochdruckrücken gebildet: Der Märzwinter in großen Teilen Europas dauert an. Quelle: http://www.cpc.ncep.noaa.gov/products/stratosphere/strat_a_f/#emcz

Bei Eintreffen dieser Rechnungen könnten die in der ersten Woche des Märzwinters 2016 bemerkenswerten winterlichen Ereignisse in Europa mit heftigen Schneefällen u.a. in Deutschland, England, Spanien, Italien und Russland noch weit übertroffen werden:

Starke Schneeschauer haben am 7. März 2016 im Westen für bis zu 20 Zentimeter Neuschnee gesorgt. Hier ein Bild aus Radevormwald im Bergischen Land. Quelle:
Starke Schneeschauer haben am 7. März 2016 im Westen Deutschlands für bis zu 20 Zentimeter Neuschnee gesorgt. Hier ein Bild aus Radevormwald (400m Höhe) im Bergischen Land. Quelle: WO-Fotostrecke: Bergisches Land tief verschneit

Weitere Fotostrecken und Berichte:

Der nicht nur in den USA bekannte Meteorologe Joe Bastardi befürchtet am 5. März 2016 in seinem Video einen heftigen Märzwinter vor allem in der zweiten Monatshälfte in Europa: http://www.weatherbell.com/saturday-summary-march-5-2016 (Thanks to P. Gosselin – Bitter Winter Ahead For Europe In March 2016? Moscow Sees Heaviest March Snowfall in 50 Years!

“One must think globally to forecast lokally.” (Joe Bastardi)

Die Winterreifen sollten jedenfalls mindestens bis Ostern 2016 drauf bleiben…

Herzlich euer

Schneefan2015

 

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