NOAA: Die kalte La Niña kommt schon im Sommer 2016 – ENSO-Update März 2016

Update 1.4.2016: Das Problem mit CFSv2 ist gelöst: Impact of CFSv2 Model Fix on 2016 La Nina Forecast: La Niña kommt!

Bereits im NH-Sommer taucht die global kühlende La Niña im äquatorialen Pazifik auf, wenn die aktuelle experimentelle ENSO-Prognose der amerikanischen Wetterbehörde NOAA eintrifft.

Mit den gemessenen/errechneten Temperaturen der Meeresoberflächen (SST) bis einschließlich Februar 2016 sollen sich die ENSO-Bedingungen ab dem Frühjahr 2016 wie folgt entwickeln:

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Die NOAA-Prognose-Plots von März 2016 zeigen die mögliche ENSO-Entwicklung vom global wärmenden El Niño im äquatorialen Pazifik zur global kühlenden La Niña. Bereits ab NH-Sommer zeigen die blauen Farben einsetztende La Niña-Bedingungen im äquatorialen Pazifik an. Quelle:
Die NOAA-Prognose-Plots von März 2016 für die kommenden Dreimonatswerte des ONI zeigen die mögliche ENSO-Entwicklung vom global wärmenden El Niño im äquatorialen Pazifik Anfang des Jahres zur global kühlenden La Niña bereits ab NH-Sommer. Die blauen Farben zeigen die einsetzenden kalten La Niña-Bedingungen ab -0,5 K und kälter im äquatorialen Pazifik an. Quelle: http://esrl.boulder.noaa.gov/psd/forecasts/sstlim/for4gl.html

Bereits einen Monat zuvor wurde eine fast identische Prognose errechnet: ENSO-Update Februar 2016: El Niño geht – La Niña kommt.

Die Plots zeigen die ENSO-Entwicklung vom global wärmenden El Niño im äquatorialen Pazifik zur global kühlenden La Niña. Quelle:
Die Plots zeigen die ENSO-Entwicklung vom global wärmenden El Niño im äquatorialen Pazifik zur global kühlenden La Niña. Quelle: http://esrl.boulder.noaa.gov/psd/forecasts/sstlim/for4gl.html

Diese kalten NOAA-ENSO-Prognosen stehen im Widerspruch zu den ebenfalls von NOAA errechneten ENSO-Prognosen des CFSv2-Modells. Die sehen nämlich bisher im Jahr 2016 ein Andauern schwacher warmer El Niño-Bedingungen mit einer positiven SST-Abweichung von + 0,5 K und wärmer im maßgeblichen Niño-Gebiet 3.4:

NOAA/CFSv2-ENSO-Prognose vom 15. März 2016 für die Abweichungen der Meeresoberflächentemperatur (SSTA) im maßgeblichen Niño-Gebiet 3.4. Nach dem El Niño-Höhepunkt im November 2015 erreichen die Prognosen bis Ende des Jahres 2016 Sommer bisher im Durchschnitt der sehr unterschiedlichen Modellläufen (gestrichelte fette schwarze Line) El Niño-Werte ab +0,5 und wärmer. Quelle:
NOAA/CFSv2-ENSO-Prognose vom 15. März 2016 für die Abweichungen der Meeresoberflächentemperatur (SSTA) im maßgeblichen Niño-Gebiet 3.4. Nach dem El Niño-Höhepunkt im November 2015 erreichen die Prognosen bis Ende des Jahres 2016 bisher im Durchschnitt der sehr unterschiedlichen Modellläufe (gestrichelte fette schwarze Line) El Niño-Werte ab +0,5 und wärmer. Quelle: http://www.cpc.ncep.noaa.gov/products/people/wwang/cfsv2fcst/CFSv2SST8210.html

Diese NOAA/CFSv2-Rechnung steht im Vergleich mit fast allen anderen aktuellen ENSO-Modellen allerdings sehr einsam da.  Die berechnen im Durchschnitt ab Juli 2016 keine überwiegenden El Niño-Bedingungen mehr, dafür aber ab NH-Sommer/Herbst eine zunehmende Wahrscheinlichkeit für La Niña-Bedingungen:

IRI-ENSO-Prognosen von Anfang März 2016 für die Wahrsscheinlockeiten von ENSO-Ereignissen im Jahr 2016. "During mid-March 2016 the tropical Pacific SST was weakening, but still at a strong El Niño level. All atmospheric variables continue to support the El Niño pattern, including weakened trade winds and excess rainfall in the east-central tropical Pacific. Most ENSO prediction models indicate continued weakening El Niño conditions over the coming several months, returning to neutral by late spring or early summer 2016, and a chance for La Niña development by fall." Quelle:
IRI-ENSO-Prognosen vom 10. März 2016 für die Wahrscheinlichkeiten von ENSO-Ereignissen im Jahr 2016. „During mid-March 2016 the tropical Pacific SST was weakening, but still at a strong El Niño level. All atmospheric variables continue to support the El Niño pattern, including weakened trade winds and excess rainfall in the east-central tropical Pacific. Most ENSO prediction models indicate continued weakening El Niño conditions over the coming several months, returning to neutral by late spring or early summer 2016, and a chance for La Niña development by fall.“ Quelle: http://iri.columbia.edu/our-expertise/climate/forecasts/enso/current/?enso_tab=enso-quicklook

Update 6.4.2016: Wie “warm” wird das Jahr 2016? NOAA/CFSv2 korrigiert ENSO-Prognose stark nach unten!

Die Abweichung der durchschnittlichen Wassertemperatur der oberen 300 Meter des äquatorialen Pazifiks ist von Anfang November 2015 bis Mitte März 2016 um rund 2°C stark gefallen und liegt nur noch knapp über Null K Abweichung – das Ende von El Niño naht noch im NH-Frühjahr 2016:

Der Plot stellt den Verlauf der Temperaturanomalien bis zu 300 Meter unter Wasser im äquatorialen Pazifik dar. Die kräftigen positiven Abweichungen der warmen Downwelling-Phase einer äquatorialen Kelvinwelle haben Ende Oktober/Anfang November 2015 ihren Höhepunkt erreicht und gehen bis Mitte März 2016 um 2,0 K deutlich zurück: El Niño geht – La Niña kommt! Quelle: http://www.cpc.ncep.noaa.gov/products/precip/CWlink/MJO/enso.shtml
Der Plot stellt den Verlauf der Temperaturanomalien bis zu 300 Meter unter Wasser im äquatorialen Pazifik dar. Die kräftigen positiven Abweichungen der warmen Downwelling-Phase einer äquatorialen Kelvinwelle haben Ende Oktober/Anfang November 2015 ihren Höhepunkt erreicht und gehen bis Mitte März 2016 um 2,0 K deutlich bis nahe Null K zurück: El Niño geht – La Niña kommt! Quelle: http://www.cpc.ncep.noaa.gov/products/precip/CWlink/MJO/enso.shtml

Während bei anderen vergleichbar kräftigen El Niño-Ereignissen wie 2015/16 nicht nur zeitversetzt eine Erwärmung der globalen Erdatmosphäre folgte – wie auch in diesem Jahr -, haben sich die globalen Meere von dieser zeitversetzten Erwärmung abgekoppelt und zeigen gegenüber dem ähnlich starken El Niño-Ereignis 1997/98 eine überraschende deutliche Abkühlung von Januar zu Februar 2016:

Der Plot von BOB TiSDALE zeigt den Verlauf der globalen SSTA bei den kräftigen El Niño-Ereignissen 1997/98 und 2105/16. Die monatlichen durchschnittlichen SSTA mehrer Datenanbieter lassen den überraschenden Absturz der globalen SST im Februar 2016 erkennen.
Der Plot von BOB TISDALE zeigt den Verlauf der globalen SSTA bei den kräftigen El Niño-Ereignissen 1997/98 und 2105/16. Die monatlichen durchschnittlichen SSTA mehrer Datenanbieter lassen den überraschenden Absturz der globalen SST im Februar 2016 erkennen. Quelle: Global Sea Surface Temperature Responses to the 1997/98 and 2015/16 El Niño Events

Den größten Anteil an der kräftigen Abkühlung der globalen Meeresoberflächen hat der Nordpazifik, der seit 2014 mit dem warmen „BLOB“ vor der Westküste der USA auch die stärkste Erwärmung aufwies, der aber im Dezember 2015 praktisch verschwand:

Der Plot von BOB TiSDALE zeigt den Verlauf der SSTA im Nordpazifik bei den kräftigen El Niño-Ereignissen 1997/98 und 2105/16. Die monatlichen durchschnittlichen SSTA mehrerer Datenanbieter lassen den überraschenden Absturz der SSTA seit Dezember 2015 erkennen, der mit dem Verschwinden des warmen "BLOB" zudammenhängen dürfte. Quelle:
Der Plot von BOB TISDALE zeigt den Verlauf der SSTA im Nordpazifik bei den kräftigen El Niño-Ereignissen 1997/98 und 2105/16. Die monatlichen durchschnittlichen SSTA mehrerer Datenanbieter lassen den überraschenden Absturz der SSTA seit Dezember 2015 (rot) unter die Werte von 1997/98 (blau) erkennen, der auch mit dem Verschwinden des warmen „BLOB“ zusammenhängen dürfte. Quelle: wie vor

Es lohnt sich, den gesamten Artikel von Bob Tisdale unter https://bobtisdale.wordpress.com/ zu lesen, der mit großer Sachkenntniss die Ursachen und Zusammenhänge der sehr verschiedenen SST-Entwicklungen bei beiden ENSO-Ereignissen erläutert…

Die von den Ozeanen an die Atmosphäre abgegebene Energie verschwindet übrigens im Weltraum, so dass letztlich El Niño-Ereignisse zu einem Netto-Energieverlust der Erde führen, während La Niña-Ereignisse durch Erwärmung des kalten Oberflächenwassers zu einem Netto-Energiegewinn der Erde werden…

Die Erdatmosphäre ist im Gegensatz zu den Weltmeeren ein schlechter Wärmespeicher: Die oberen drei Meter der Ozeane speichern soviel Energie wie die gesamte Atmosphäre!

Die in den Weltmeeren insgesamt gespeicherte Energie ist rund 1000 x größer als die in der Erdatmosphäre. Gäben die Weltmeere gleichzeitig nur 0,1°C an die Erdatmosphäre ab, würde sich die Temperatur der Erdatmosphäre um 1000 x 0,1 = 100°C erhöhen…

Update 16.3.2016: Aktuelle ENSO-Prognosen mit La Niña ab August 2016 und NOAA/CFSv2 mit El Niño als einziger „Ausreißer“:

Der Durchschnitt der ENSO-Modelle sieht Mitte März 2016 das Eintreffen von La Niña-Bedingungen (ab - 0,5 K und kälter) im August 2016. Quelle:
Der Durchschnitt der ENSO-Modelle sieht Mitte März 2016 das Eintreffen von La Niña-Bedingungen (bei NOAA ab –0,5 K und kälter, bei BOM erst ab -0,8 K und kälter) im August 2016. Quelle: http://www.bom.gov.au/climate/model-summary/#tabs=Pacific-Ocean

Nun gehen auch die globalen 2m-Temperaturen nach ihrem Höhenflug Ende Februar 2016 bis Mitte März wieder zurück:

Der Plot zeigt den Verlauf der globalen 2m-Temperaturabweichungen (schwarze Linie) sowie der beiden Hemisphären. Nach einem (dem?) El Niño-Höhenflug Ende Februar 2016 gehen die Temperaturen bis Mitte März 2016 vor allem auf der NH wieder deutlich zurück. Quelle:
Der Plot zeigt den Verlauf der globalen 2m-Temperaturabweichungen (schwarze Linie) sowie der beiden Hemisphären. Nach einem (dem?) El Niño-Höhenflug Ende Februar 2016 gehen die Temperaturen bis Mitte März 2016 vor allem auf der NH wieder deutlich zurück. Quelle: http://models.weatherbell.com/temperature.php

UPDATE ENDE.

Die aktuell spätwinterlichen regionalen Entwicklungen mit Schneefällen in Deutschland und Europa findet man hier: Märzwinter-Update: Europa 2016 weiter unterkühlt – Schneefälle an Ostern?

Hinweis aus aktuellem Anlass: Das überragende Buch “Die kalte Sonne – Warum die Klimakatastrophe nicht stattfindet” kann man hier bestellen: http://www.kaltesonne.de/order/

Herzlich euer

Schneefan2015

 

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