Die interaktive Arktis-Grafik für die Meereisflächen (area) zeigt die aktuellen schweren Störungen im absurden Verlauf der gelben Linie seit April 2016. Quelle: wie vor

Meereismessungen schwer gestört: Rekorde an beiden Polen

Seit April 2016 ist die Messtechnik eines Meereissatelliten schwer gestört und führt zu neuen „Rekorden“ an beiden Polen.

Während in der Arktis neue Allzeitrekorde mit den größten je gemessenen positiven Anomalien der Meereisflächen erscheinen,

Der Plot zeigt als Ergebnis schwer gestörter Messtechnik am 9. Juni 2016 einen neuen Allzeitrekord der arktischen Meereisfläcken: Die neue Eiszeit ist da ! Quelle:
Der Plot zeigt als Ergebnis schwer gestörter Satelliten-Messtechnik am 9. Juni 2016 einen neuen positiven Allzeitrekord der Anomalien der arktischen Meereisflächen: Die neue Eiszeit ist da ! Quelle: http://arctic.atmos.uiuc.edu/cryosphere/

… sind die Anomalien der antarktischen Meereisflächen auf einem historischen Tiefstand:

(zum Vergrößern anklicken)

Der Plot zeigt als Ergebnis schwer gestörter Messtechnik am 9. Juni 2016 einen neuen negativen Allzeitrekord der arktischen Meereisfläcken: Der Klimawandel schlägt voll zu! Quelle:
Der Plot zeigt als Ergebnis schwer gestörter Satelliten-Messtechnik am 9. Juni 2016 einen neuen negativen Allzeitrekord der arktischen Meereisflächen: Der „Klimawandel“ schlägt voll zu! Quelle: http://arctic.atmos.uiuc.edu/cryosphere/

Ein Blick auf die interaktiven Grafiken macht die Absurdität der gestörten Messungen noch deutlicher:

Die interaktive Arktis-Grafik für die Meereisflächen (area) zeigt die aktuellen schweren Störungen im absurden Verlauf der gelben Linie seit April 2016. Quelle: wie vor
Die interaktive Arktis-Grafik für die Meereisflächen (area) zeigt am 9. Juni 2016 die aktuellen schweren Störungen im absurden Verlauf der gelben Linie seit April 2016. Quelle: wie vor
Die interaktive Antarktis-Grafik für die Meereisflächen (area) zeigt die aktuellen schweren Störungen im absurden Verlauf der gelben Linie seit April 2016. Quelle: wie vor
Die interaktive Antarktis-Grafik für die Meereisflächen (area) zeigt am 9. Juni 2016 die aktuellen schweren Störungen im absurden Verlauf der gelben Linie seit April 2016. Quelle: wie vor

Die Seite http://arctic.atmos.uiuc.edu/cryosphere/ schreibt dazu:

Special Sensor Microwave Imager and Sounder (SSMIS) on the Defense Meteorological Satellite Program (DMSP) F-17 satellite that provides passive microwave brightness temperatures (and derived Arctic and Antarctic sea ice products) has been providing spurious data since beginning of April. Working on resolving problem or replacing this data source.

Auch die NOAA/NSIDC-Seite ist von den andauernden Störungen betroffen und ist seit März 2016 unverändert, die Meereisdarstellungen wurden suspendiert, wie der Screenshot vom 9. Juni 2016 oben in roter Schrift zeigt:

Wegen schwerer Störungen der Satelliten-Messtechnik hat NOAA/NSIDC die Darstellung der Meereisflächen ab April 2016 suspendiert, die Seite zeigt auch am 9.6.2016 nur die Märtdaten 2016. Quelle:
Wegen schwerer Störungen der Satelliten-Messtechnik hat NOAA/NSIDC die Darstellung der Meereisflächen ab April 2016 suspendiert, die Seite zeigt auch am 9.6.2016 nur die Märzdaten 2016. Quelle:  http://nsidc.org/data/seaice_index/

Alle ersatzweisen Darstellungen „berechneter“ Meereisflächen stehen seit April 2016 unter dem audrücklichen Vorbehalt der Vorläufigkeit und sind deshalb nur mit großer Vorsicht zu genießen…: Read More…

 „…The Sea Ice Index is typically updated every day to display yesterday’s ice extent for both hemispheres. The Index relies on data that come from the DMSP F17 satellite. However, these data have not been reliable since early April; so the NOAA@NSIDC team has not been able to update the Sea Ice Index since 31 March 2016…“

Die bisher scheinbar von den technischen Störungen nicht betroffenen Temperaturmessungen der Arktis nördlich 80°N zeigen seit Anfang April 2016 (Tag 100) eine für die Jahreszeit typische und durchschnittlich kalte Entwicklung hin zum kurzen Polarsommer mit aktuellen Durchschnittstemperaturen um 0° Celsius (273,15 Kelvin):

Die Grafik des dänischen Wetterdienstes (DMI) zeigt den Verlauf der täglichen Durchschnittsremperaturen der Arktis (rote Lnie) nördlich 80°N im Jahr 2016 im Vergleich zum vieljährigen Durchschnitt (grüne Linie). Aktuell liegen die Durchschnittstemperaruren bei -0- Grad und damit - wie seit Wochen - nahe am vieljährigen Durchschnitt 1958-2002. Quelle:
Die Grafik des dänischen Wetterdienstes (DMI) zeigt den Verlauf der täglichen Durchschnittstemperaturen der Arktis (rote Linie) nördlich 80°N im Jahr 2016 im Vergleich zum vieljährigen Durchschnitt (grüne Linie). Aktuell liegen die Durchschnittstemperaturen bei -0- Grad Celsius und damit – wie seit etlichen Wochen – nahe am vieljährigen Durchschnitt 1958-2002. Quelle: http://ocean.dmi.dk/arctic/meant80n.uk.php

Ein Grund für eine überdurchschnittliche Schmelze des arktischen Meereises ist für die Zeit von Anfang April bis Anfang Juni 2016 nicht zu erkennen.

Stattdessen wachsen die Eismassen auf Grönland – wie schon im Vorjahr und wie auch ein großer Island-Gletscher erstmals seit 20 Jahren – überdurchschnittlich an und gehen mit einem satten Überschuss in die kurze Schmelzsaison von Juni bis etwa Mitte August 2016:

Die akkumulierte Massebilanz des Grönlandeisschildes zeigt seit dem 1.9.2015 bis Ende Mai 2016 einen überdurchschnittlichen Eiszuwachs (untere Grafik, blaue Linie über der dunkelgrauen Linie/Durchschnitt) um knapp 600 Gigatonnen (600 Milliarden Tonnen oder 600 km³). Die graue Fläche ist der Bereich einer Standardabweichung vom rechnerischen Tagesmittel (Mean/Durchschnitt – dunkelgraue Linie). “Top: The total daily contribution to the surface mass balance from the entire ice sheet (blue line, Gt/day). Bottom: The accumulated surface mass balance from September 1st to now (blue line, Gt) and the season 2011-12 (red) which had very high summer melt in Greenland. For comparison, the mean curve from the period 1990-2013 is shown (dark grey). The same calendar day in each of the 24 years (in the period 1990-2013) will have its own value. These differences from year to year are illustrated by the light grey band. For each calendar day, however, the lowest and highest values of the 24 years have been left out.” Quelle: http://www.dmi.dk/en/groenland/maalinger/greenland-ice-sheet-surface-mass-budget/
Die akkumulierte Massebilanz des Grönlandeisschildes zeigt seit dem 1.9.2015 bis Anfang Juni  2016 einen überdurchschnittlichen Eiszuwachs (untere Grafik, blaue Linie über der dunkelgrauen Linie/Durchschnitt) um knapp 600 Gigatonnen (600 Milliarden Tonnen oder 600 km³). Die graue Fläche ist der Bereich einer Standardabweichung vom rechnerischen Tagesmittel (Mean/Durchschnitt – dunkelgraue Linie).
“Top: The total daily contribution to the surface mass balance from the entire ice sheet (blue line, Gt/day). Bottom: The accumulated surface mass balance from September 1st to now (blue line, Gt) and the season 2011-12 (red) which had very high summer melt in Greenland. For comparison, the mean curve from the period 1990-2013 is shown (dark grey). The same calendar day in each of the 24 years (in the period 1990-2013) will have its own value. These differences from year to year are illustrated by the light grey band. For each calendar day, however, the lowest and highest values of the 24 years have been left out.” Quelle: http://www.dmi.dk/en/groenland/maalinger/greenland-ice-sheet-surface-mass-budget/

Die Anomalien der Wassertemperaturen (SSTA) im Pazifik sind im maßgeblichen Niño-Gebiet 3.4 im Mai 2016 um -0,8 K gegenüber April regelrecht abgestürzt:

Der Plot zeigt den Verlauf der Abweichungen der Meeresoberflächentemperaturen (SSTA) im Niño-Gebiet 3.4. Die Abweichungen liegen im Mai 2016 mit 0,3 K unterhalb des El Niño-Wertes von mindestens 0,5 K. Auffällig ist der deutliche Unterschied zu den wiederholt verfälschten (gekarlten) Werten von NOAA von 0,64(!) K für den Monat Mai 2016...Quelle:
Der Plot zeigt den Verlauf der Abweichungen der Meeresoberflächentemperaturen (SSTA) im Niño-Gebiet 3.4. Die Abweichungen liegen im Mai 2016 mit 0,3 K unterhalb des El Niño-Wertes von mindestens 0,5 K. Auffällig ist der deutliche Unterschied zu den wiederholt verfälschten (gekarlten) Werten von NOAA von 0,64(!) K für den Monat Mai 2016…Quelle: May 2016 Sea Surface Temperature (SST) Anomaly Update

Das blieb nicht ohne Folgen für die seit März 2016 zurückgehenden globalen Temperaturen, sie gingen im Mai 2016 bei den Satellitenmessungen von RSS kräftig nach unten:

Die globalen Temperaturabweichungen der unteren Troposphäre (TLT) von RSS zeigen trotz eines kräftigen El Niño-Ereignisses seit NH-Sommer 2015 und Rekordtemperatur in einem Februar 2016 seit Beginn der Satellitenmessungen im Dezember 1978 weiterhin keine Erwärmung von Ende 1997 bis einschließlich Februar 2016. (grüne Flatline des linearen Trends). Quelle: http://www.woodfortrees.org/graph/rss/to:2016.3/plot/rss/from:1997.9/to:2016.1/trend/plot/rss/from:1997.9/to:2016.3/trend
Der Plot zeigt die Entwicklung der globalen Temperaturabweichungen (rote Linie) der unteren Troposphäre mit Schwerpunkt um 1500 m Höhe (TLT) von RSS Dezember 1978  bis einschließlich Mai 2016 mit einem geringen nicht signifikanten Anstieg des linearen Trends (blaue Linie) von Dezember 1997 bis Mai 2016. Trotz eines kräftigen El Niño-Ereignisses seit NH-Sommer 2015 und Rekordtemperatur in einem Februar 2016 seit Beginn der Satellitenmessungen im Dezember 1978 gibt es keine Erwärmung (hiatus) von Dezember 1997 bis einschließlich Februar 2016. (grüne Flatline des linearen Trends). Quelle: http://www.woodfortrees.org/graph/rss/to:2016.4/plot/rss/from:1997.9/to:2016.1/trend/plot/rss/from:1997.9/to:2016.4/trend

Der Monat Juni 2016 zeigt bisher global eine weiter deutlich fallende Tendenz auch bei den unverfälschten Abweichungen der 2m-Temperaturen, die Südhalbkugel (SH) hat bereits die Null-Linie erreicht…:

Der Plot zeigt den Verlauf der globalen 2m-Temperaturabweichungen (schwarze Linie) sowie der beiden Hemisphären. Nach dem El Niño-Höhenflug Ende Februar 2016 gehen die Temperaturen bis zum 9. Juni 2016 2016 wieder deutlich zurück. Quelle:
Der Plot zeigt den Verlauf der globalen 2m-Temperaturabweichungen (schwarze Linie) sowie der beiden Hemisphären. Nach dem El Niño-Höhenflug Ende Februar 2016 gehen die Temperaturen bis zum 9. Juni 2016 2016 wieder deutlich zurück. Quelle: http://models.weatherbell.com/temperature.php

Das sind die globalen und die regionalen Aussichten:

Die Sonne streikt: Erster fleckenloser Tag in diesem Jahr! Die Erde kühlt ab!

Modelle: Die Schafskälte kommt – Der europäische Sommermonsun 2016 führt zu weiteren Überschwemmungen in Europa

Mal sehen, wieviel Meereis bei diesen Bedingungen und Aussichten seit April 2016 in der Arktis wirklich geschmolzen ist, um wieviel das Meereis in der Antarktis wirklich gewachsen ist und wie es an beiden Polen und dem mächtigen wachsenden Grönlandeisschild in diesem Jahr weitergeht…

 

Herzlich euer

Schneefan 2015

 

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