Hochsommer 2016: Kälterekorde mit Nachtfrost im August in Deutschland! Ist der Sommer schon vorbei?

Mit neuen Kälterekorden und Nachtfrost in Teilen Deutschlands hat der Hochsommer im August 2016 den erwartet frühen herbstlichen Tiefpunkt erreicht.

Der WDR berichtet darüber im Videotext:

(zum Vergrößern anklicken)

WDR-Videotext vom 11.8.2016.

WDR-Videotexr vom 11.8.2016, Seite 171. Quelle:
Auszug aus dem WDR-Videotext vom 11.8.2016, Seite 171. Quelle: http://www1.wdr.de/wdrtext/

Auch WetterOnline berichtet über weitere August-Schneefälle bis unter 2000 m in den Alpen: Fotostrecke: Augustschnee in den Alpen

Auf der Zugspitze liegt in diesem Jahr erstmals seit 2009 bis zum 11. August durchgehend Schnee.

August oder Dezemnber? Schon wieder Augustschnee auf der Zugspitze. Foto vom 10.8.2016, ca. 08.30 Uhr MESZ. Quelle:
August oder Dezember? Schon wieder Augustschnee auf der Zugspitze. Foto vom 10.8.2016, ca. 08.30 Uhr MESZ. Quelle: http://zugspitze.de/de/aktuell/news

Sollte die Schneedecke auch über den gesamten Sommer 2016 auf der Zugspitze erhalten bleiben, wäre dies das erste Mal nach 1989

Der Monat August in Deutschland zeigt sich insgesamt bisher unterkühlt und könnte der dritte Monat nach März (-0,3 K) und April (-0,4 K) mit einer negativen Temperaturabweichung in diesem Jahr werden.

Update 13.8.2016: Die Grafik der UNI Karlsruhe zeigt die Abweichungen der Temperaturen in Deutschland vom 1. bis 12. August 2016 zum veralteten (kälteren) Klimamittel 1961-1990 von -0,5 K. Zum modernen (milderen) WMO-Klimamittel 1981-2010 beträgt die Abweichung -1,5 K. Gegenüber dem Zeitraum bis zum 10.8.2016 hat sich der deutsche August am 11.8. um weitere -0,4, am 12.8. um -0,1 K abgekühlt Quelle:
Update 13.8.2016: Die Grafik der Uni Karlsruhe zeigt die Abweichungen der Temperaturen in Deutschland vom 1. bis 12. August 2016 zum veralteten (kälteren) Klimamittel 1961-1990 von -0,5 K. Zum modernen (milderen) WMO-Klimamittel 1981-2010 beträgt die Abweichung -1,5 K. Gegenüber dem Zeitraum bis zum 10.8.2016 hat sich der deutsche August am 11.8. um weitere -0,4, am 12.8. um -0,1 K abgekühlt Quelle: http://imkhp2.physik.uni-karlsruhe.de/~muehr/Abweichung/monatsmittel_a.html

Die Grafik zeigt die Abweichungen zum Monatsmittel. Der Monat August zählt zu den Monaten, die am Anfang üblicherweise höhere Temperaturen haben als am Ende. Zum Monatsmittel sollten die Temperaturen Anfang August also normalerweise höher liegen als am Ende. Mit einer negativen Abweichung bereits am Anfang dieses Monats sind die Weichen für einen insgesamt unterkühlten August gestellt…, bei weiterem durchschnittlich temperierten Verlauf endet der deutsche August um -0,5 K Abweichung zum WMO-Mittel 1981-2010.

Dies hat auch mittlerweile das Wettermodell CFSv2 der amerikanischen Wetterbehörde NOAA erkannt und sieht nun einen deutlich unterkühlten August 2016 – nicht nur – in Deutschland.

NOAA-CFSv2-Prognose der Temperaturabweichungen (2m) für Europa vom 11.8.2016 für den August 2016. Deutschland liegt - wie große Teile Europas auch - im unterkühlten (blauen) Bereich um -1,0 K Abweichung. Quelle:
NOAA-CFSv2-Prognose der Temperaturabweichungen (2m) für Europa vom 11.8.2016 für den August 2016. Deutschland liegt – wie große Teile Europas auch – im unterkühlten (blauen) Bereich um -1,0 K Abweichung. Quelle: http://www.cpc.ncep.noaa.gov/products/CFSv2/htmls/euT2me3Mon.html

Ursache dieser ungewöhnlich kalten und frühherbstlichen Witterung für Mitte August in Mitteleuropa ist der von den Wettermodellen schon Ende Juli erkannte kräftige kalte Trog des arktischen Polarwirbels, der etwas früher eintraf als zunächst berechnet:

Die ECMWF-Analyse vom 10.8. 2016 für das Geopotential (Luftdruck) in 150 hPa (rund 13 km Höhe, untere Stratosphäre) Der Polarwirbel ist für diese Jahreszeit ungewöhnlich kräftig und weit nach Süden ausgedehnt. Ein kräftiger kalter Trog des Polarwirbels (Rossbywellental) liegt über Mitteleuropa und führt herbstlich kalte Polarluft heran, die in den Hochalpen für wiederholte Schneefälle sorgt. Quelle: http://www.geo.fu-berlin.de/met/ag/strat/produkte/winterdiagnostics/index.html
Die ECMWF-Analyse vom 10.8. 2016 für das Geopotential (Luftdruck) in 150 hPa (rund 13 km Höhe, untere Stratosphäre) Der Polarwirbel ist für diese Jahreszeit ungewöhnlich kräftig und weit nach Süden ausgedehnt. Ein kräftiger kalter Trog des Polarwirbels (Rossbywellental) liegt über Mitteleuropa und führt herbstlich kalte Polarluft heran, die in den Hochalpen für wiederholte Schneefälle sorgt. Quelle: http://www.geo.fu-berlin.de/met/ag/strat/produkte/winterdiagnostics/index.html

Zum Vergleich die Strat.-Prognose vom 2.8. für den 12.8.2016:

Die ECMWF-Prognose vom 2.8. 2016 für das Geopotential (Luftdruck) in 150 hPa (rund 13 km Höhe, untere Stratosphäre) am 12.8.2016. Der Polarwirbel ist für diese Jahreszeit ungewöhnlich kräftig und weit nach Süden ausgedehnt. Ein kräftiger kalter Trog des Polarwirbels (Rossbywellental) liegt über Mitteleuropa und führt herbstlich kalte Polarluft heran., die in den Hochalpen für wiederholte Schneefälle sorgen kann. Quelle: http://www.geo.fu-berlin.de/met/ag/strat/produkte/winterdiagnostics/index.html
Die ECMWF-Prognose vom 2.8. 2016 für das Geopotential (Luftdruck) in 150 hPa (rund 13 km Höhe, untere Stratosphäre) am 12.8.2016. Der Polarwirbel ist für diese Jahreszeit ungewöhnlich kräftig und weit nach Süden ausgedehnt. Ein kräftiger kalter Trog des Polarwirbels (Rossbywellental) liegt über Mitteleuropa und führt herbstlich kalte Polarluft heran, die in den Hochalpen für wiederholte Schneefälle sorgen kann. Quelle: http://www.geo.fu-berlin.de/met/ag/strat/produkte/winterdiagnostics/index.html

Ursache des etwas früheren Eintreffens des kalten Polarwirbeltroges ist das seit dem Siebenschläferzeitraum Anfang Juli 2016 durchgehend ungebremste Rossbywellenkarussel, das vor allem in Mitteleuropa für überwiegend wechselhaftes und nur selten beständiges sommerliches Wetter sorgt und bereits Mitte Juli 2016 zu Schnee ab 1700 Meter Höhe in den Alpen führte.

Der Plot der Nordhalbkugel zeigt den Lauf der Analyse der potentiellen Temperaturen in Höhe der Tropopause (etwa um 8 bis 12 km Höhe). Die grüne und blauen Farben zeigen kalte polare/subpolare Luftmassen, die gelb/orange/roten Farben zeigen warme tropische/subtropische Luftmassen. Die rasche Bewegung der wechselnden Luftmassen von West- nach Ost in unseren Breiten zeigt das aktive Rossbywellenkarussel im Polarjet und im Subtropenjet, die im Wechsel kalte und warmen Luftmassen auch nach Europa führen.
Der Plot der Nordhalbkugel zeigt den Lauf der Analyse der potentiellen Temperaturen in Höhe der Tropopause (etwa um 8 bis 12 km Höhe). Die grüne und blauen Farben zeigen kalte polare/subpolare Luftmassen, die gelb/orange/roten Farben zeigen warme tropische/subtropische Luftmassen. Die rasche Bewegung der wechselnden Luftmassen von West- nach Ost in unseren Breiten zeigt das aktive Rossbywellenkarussel im Polarjet und im Subtropenjet, die im Wechsel kalte und warmen Luftmassen auch nach Europa führen. Am 13.7.2016 liegen kalte subpolare (grüne) Luftmassen über Nord- und Westeuropa sowie über großen Teilen Deutschlands. Quelle: http://www.pa.op.dlr.de/arctic/ecmwf.php

Durch Anklicken des Links unter „Quelle“ ist im aktuellen 14tägigen Lauf die Dynamik der Rossbywellen im Polarjet zu erkennen, die bis Mitte August 2016 anhält.

Wie geht es im Hochsommermonat August 2016 weiter? Ist der Sommer 2016 schon vorbei?

Die aktuellen Temperaturprognosen zum kühlen Klimamittel 1901 – 2000 sind bis zum Monatsende eher unterkühlt bis durchschnittlich, danach ist der Sommer 2016 beendet.

Kühle Prognose (blaue Flächen) der Durchschnitts-Temperaturen in Deutschland vom 11. Januar bis zum 27. August 2016. Quelle:
Kühle Prognose (blaue Flächen in der unteren Grafik für die Abweichungen der ersten Woche) der Durchschnitts-Temperaturen in Deutschland vom 11. bis zum 27. August 2016, wobei die zweite Woche noch kühler als die erste Woche ausfallen soll. Quelle: http://wxmaps.org/pix/temp4.html

Das schließt einzelne Sommertage von Tmax 25°C und höher natürlich nicht aus, eine anhaltend sommerliche Hochdrucklage ist derzeit weiter leider nicht in Sicht…

Bisher entwickelt sich das zweite Halbjahr 2016 in Deutschland im Rahmen dieser statistischen ENSO-Einschätzung: Halbzeit: Wie kalt wird das Jahr 2016 in Deutschland ? Herbst und Winter unerfreulich frisch!

Das erste Halbjahr 2016 hatte eine durchschnittliche Temperaturabweichung von 0,7 K (Normalbereich) zum international üblichen und von der WMO empfohlenen modernen Klimamittel 1981-2010, das zweite Halbjahr liegt vom 1.7. bis 10.8.2016 mit rund 0,2 K Abweichung bisher deutlich kühler…

Letzte Meldung: Die arktischen Flächen mit mehrjährigem Meereis von mindestens 1,5 m Dicke haben sich von August 2012 bis August 2016 – also in nur vier Jahren – verdreifacht: Area Of Thick Arctic Ice Has Tripled In Four Years

https://i2.wp.com/realclimatescience.com/wp-content/uploads/2016/08/IceThickness-2012-2016.gif

Das bedeutet für den kommenden Herbst und Winter 2016:

„…Das arktische Kältepotential für den verbleibenden Sommer 2016 sowie für den kommenden Herbst und Winter auf der Nordhalbkugel ist angerichtet…“

Ob es auch in diesem Jahr so kommt wie im letzten? Arktisches Meereis wächst kräftig – Eiswachstum vier Tage früher als im Durchschnitt

Herzlich euer

Schneefan2015

 

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