Erster Hurrikan der Saison 2016: Der Tropische Sturm „Gaston“ auf dem Weg nach Europa
Update 1.9.2016: Hurrikan „Gaston“ stirbt in der kommenden Nacht westlich der Azoren und wird zum Tropischen Sturm (TS) zurückgestuft (siehe Grafik).
Die NOAA-Prognose sieht das Ende von Hurrikan (H) „Gaston“ in der Nacht zum 2.9.2016. Er entwicklelt sich westlich der Azoren zum Tropischen Sturm (S) zurück. Quelle: http://www.nhc.noaa.gov/graphics_at2.shtml?5-daynl#contents . Auszug der NOAA-Prognose vom 1.9.2016, 14.00 Uhr MESZ: „…Maximum sustained winds have decreased to near 85 mph (140 km/h) with higher gusts. Additional weakening is forecast during the next 48 hours, and Gaston is expected to become a tropical storm by early Friday before it reaches the western Azores…“ Quelle: http://www.nhc.noaa.gov/text/refresh/MIATCPAT2+shtml/011136.shtml?Das Satellitenbild vom 30.8.2016 zeigt den Hurrikan „Gaston“ als kreisrunden Wolkenwirbel mit „Auge“ oben links auf dem Weg nach Osten Richtung Azoren. Die gelb/roten Farben stellen trockene Luftmassen aus der Sahara dar: Der Tod jedes Hurrikans, der von der Wasserdampfenergie lebt. Zum „Movie“ auf den folgenden Link klicken. Quelle: http://tropic.ssec.wisc.edu/real-time/sal/splitE/movies/splitE5.html
Noch heute soll der Tropische Sturm (TS) GASTON im Seegebiet weit westlich der Kapverden auf seinem Weg nach Nordwesten in Richtung Bermuda zum ersten Hurrikan der Saison 2016 werden.
Das National Hurricane Center der amerikanischen Wetterbehörde NOAA sieht heute bei einer bisher ungewöhnlich schwachen Hurrikanaktivität im Nordatlantik seit 1.6.2016 die Entwicklung und Zugrichtung des ersten Hurrikans so:
(zum Vergrößern anklicken)
Die NOAA-Prognose für die weitere Entwicklung des Tropischen Sturms (TS) „Gaston“ und seine rasche Entwicklung zum Hurrikan (H) auf dem Weg nach Nordwesten in das Seegebiet östlich von Bermuda. Die Zeiten sind in der amerikanischen Zeitzone EDT – Eastern Daylight Time angegeben. Für die Östliche Sommerzeit gilt die Zeitzone UTC -4. Der Zeitunterschied zwischen der Östlichen Sommerzeit und unserer mitteleuropäischen Sommerzeit beträgt also -6 Stunden. AM steht für die Tageshälfte vor 12.00 Uhr, PM für die zweite Tageshälfte. Quelle: http://www.nhc.noaa.gov/
„…Die GFS-Prognose von heute sieht die „Schallplatte“ erstmals am 31.8.2016 unten links in der folgenden Grafik weit westlich der Azoren. Zwischen einem Grönlandhoch und einem Polartief strömt in breitem Strom hochreichende Polarluft nach Süden Richtung Nord-, West- und Mitteleuropa.
Die GFS-Prognose vom 22.8.2016 zeigt am 31.8.2016 unten links eine „Schallplatte“, eine intensive kreisrunde Tropische Zyklone mit vielen engen Isobaren. Zwischen einem Grönlandhoch und einem Polartief strömt in breitem Strom hochreichende Polarluft (grüne Farben) nach Süden in Richtung Nord-, West- und Mitteleuropa; sie hat bereits Südnorwegen und Nordschottland erreicht. Über Deutschland erfolgt der Übergang von einer späten Hitzewelle in eine herbstlich kühle Wetterlage. Quelle: http://old.wetterzentrale.de/topkarten/fsavneur.html“
Nach den aktuellen Modellprognosen könnte der dann in den Wetterkarten als „Ex-(Hurrikan) Gaston“ bezeichnete Tiefdruckwirbel („Schallplatte“) Anfang September 2016 auch direkt in das europäische Wettergeschehen eingreifen und über Schottland in die Nordsee ziehen.
GFS-Prognose vom 23.8. für die Bodenwetterkarte am 4.9.2016. Der Ex-Hurrikan „Gaston“ (ehemalige „Schallplatte“) liegt mit seinem Kern bei Schottland und wird mit der Westdrift in die Nordsee geführt. Auf seiner Rückseite stömt dann polare und herbstlich kühle Meeresluft nach West- und Mitteleuropa. Quelle: http://old.wetterzentrale.de/topkarten/fsavneur.html
Die Tageshöchsttemperaturen (Tmax) sollen dann in Deutschland nur noch um herbstlich kühle 15°C liegen.
GFS-Prognose vom 23.8. für die Tmax am 5.9.2016 um 15°C in Deutschland. Nach Durchgang des Ex-Hurrikans „Gaston“ (ehemalige „Schallplatte“) wird auf seiner Rückseite polare und herbstlich kühle Meeresluft nach West- und Mitteleuropa geführt. Quelle: wie vor
Nach den frühen und nach den aktuellen Prognosen amerikanischer Wissenschaftler soll die Hurrikan-Saison von Juni bis November 2016 durchschnittlich werden. (Siehe dazu auch die aktuellen Zwei-Wochen-Prognosen: http://tropical.colostate.edu/forecasts/ )
NOAA sieht in seinem aktuellen updated 2016 Atlantic Hurricane Season Outlook vom 11.8.2016 durchschnittliche bis überdurchschnittliche Hurrikan-Aktivitäten vom 1. Juni bis zum 30. November 2016:
NOOA-Pronose vom 11.8.2016 für die Hurrikanaktivitäten im Nordatlantik vom 1.6. bis 30.11.2016. Bis zum 23.8.2016 gab es seit 1.6.2016 keinen einzigen Hurrikan im Nordatlantik. Quelle: wie oben
Nach dem bisherigen Fehlstart müsste die Hurrikan (H)- und Tropical Storm (TS)- Aktivität allerdings in den kommenden Wochen erheblich zulegen, denn der jährliche Höhepunkt liegt um den 10. September jeden Jahres, wie die NOAA-Statistik zeigt:
Der statistische Jahresverlauf der Hurrikan- und Tropical-Storm-Aktivität im Nordatlantik vom 1. Juni bis 30. November. Quelle: http://www.nhc.noaa.gov/climo/
Eine von mehreren Ursachen könnten schlicht die relativ niedrigen Wassertemperaturen in den Entstehungsgebieten der Tropischen Zylonen (TC) im Tropischen Nordatlantik (TNA) sein, die aktuell seit Juni 2016 nur noch im positiven Durchschnitt liegen:
Die Wassertemperaturen im Tropischen Nordatlantik (55°W – 15°W, 5°N – 25°N) liegen seit Juni 2016 im positiven Durchschnitt und bieten keinen besonderen Anreiz zur Bildung Tropischer Zyklone (TC) wie TD und TS, aus denen Hurrikane (H) entstehen könnten. Quelle: TNA
Ohne ausreichende Wasserdampfenergie entstehen aus einer „Tropischen Welle“ (Tropical Wave), die von Westafrika aus der innertropischen Konvergenzzone kommend zwischen 5° und 30° N nach Westen ziehen, keine Hurrikane. Diese zunächst unorganisierten Gewitterzellen können sich nur unter günstigen Bedingungen über Gewittercluster zu TD, TS und zu Hurrikanen (H) der Stufen 1 bis 5 nach der Saffir-Simpson-Hurrikan-Skala entwickeln.
„…Aber auch zum international üblichen und von der WMO empfohlenen modernen Klimamittel 1981-2010 ist der Nordatlantik von Januar bis Juli 2016 deutlich unterkühlt:
Die Grafik zeigt die Abweichungen der Meeresoberflächentemperaturen (SSTA) der ersten sieben Monate im El Niño-Jahr 2016. Die großen lilafarbenen und blauen Flächen weisen auf negative Abweichungen des Jahres 2016 im nördlichen Nordatlantik zum WMO-Klimamittel 1981-2010 hin, während umgebende kleinere Flächen in den Farben grün/gelb/orange positive Anomalien darstellen. Quelle: wie vor
…Nun ist aber der Nordatlantik in großen Teilen in diesem Jahr bisher deutlich kälter als im Jahr 1998, und das bis in große Tiefen, wie die Messungen der ARGO-Tauchbojen bis in eine Tiefe von 800 m von 2004 bis Juni 2016 zeigen:
Der Plot zeigt die Entwicklung der Wassertemperaturen von der Oberfläche bis 800 m Tiefe im Nordatlantikstrom (Fortsetzung des Golfstroms) bei 59°N von 30°W bis 0°. Seit Beginn der Messungen im Jahr 2004 ist es bis zum Juni 2016 in allen Tiefen deutlich kälter geworden. Originaltext zum Plot: „Average temperature along 59 N, 30-0W, 0-800m depth, corresponding to the main part of the North Atlantic Current, using Argo-data. Source: Global Marine Argo Atlas. Latest month shown: June 2016. Last diagram update: 7 August 2016.“ Quelle: http://www.climate4you.com/
Ursache dafür dürften die über mehrere Jahrzehnte reichenden natürlichen Zyklen der Atlantischen Multidekaden-Oszillation (AMO) sein, die ab Mitte der 1990er Jahre von einer kalten in eine warme Phase wechselten und seit etwa 2010 auf dem Weg zurück in eine ca. 30jährige kalte Phase sind.
Der Screenshot zeigt den natürlichen zyklischen Verlauf der Temperaturabweichungen im Nordatlantik von 1948 bis 2010. Nach einem Tiefpunkt Mitte der 1970er Jahre erreichten die Wasser-Temperaturen ab Mitte der 1990er Jahre – auch um 1998 – in einer Warmphase stark positive Abweichungen (rote Farben). Ab 2010 ist eine deutliche Abkühlung zu erkennen, die etwa 30 Jahre andauern dürfte. Quelle: http://stateoftheocean.osmc.noaa.gov/all/
Schau’n wir mal…
Anmerkung:
„Gaston“ wird der erste Hurrikan im Nordatlantik in der Atlantischen Hurrikansaison vom 1. Juni bis zum 30. November 2016.
Der Hurrikan Alex 01L (Jan) hatte ein kurzes Leben außerhalb der Saison bereits im Januar 2016, der ebenfalls kurzlebige Hurrikan Earl 05L (Aug) entstand im August vor der mexikanischen Golfküste und hauchte sein kurzes Leben über Mexiko aus, also deutlich außerhalb des Nordatlantiks…, auch wenn man den Golf von Mexiko als Randmeer des Nordatlantiks betrachtet…Amerikanisches Mittelmeer
Update 26.8.2016: Entgegen der NOAA-Prognose vom 23.8.2016 hat es TS „Gaston“ bis heute noch nicht zum Hurrikan geschafft, es soll nun am Samstag, 27.8.2016 gelingen…(siehe Grafik).
Die aktuelle NOAA-Grafik vom 26.8.2016, 14.00 Uhr MESZ, zeigt den Tropischen Sturm (TS) „Gaston“, der es bis heute entgegen der Prognose vom 23.8.2016 noch immer nicht zum Hurrikan (H) geschafft hat. Die beiden gelben Kreuze markieren Störungen, die nur eine geringe Chance auf eine Entwicklung zur Tropischen Zyklone (TC – TD,TS, H) haben. Quelle: http://www.nhc.noaa.gov/
Update 28.8.2016: Entgegen der NOAA-Prognose vom 23.8.2016 hat es TS „Gaston“ erst in der Nacht zum 28.8.2016 zum Hurrikan (H) geschafft (siehe Grafik).
Die aktuelle NOAA-Grafik zeigt den Hurrikan (H) „Gaston“, der es entgegen der Prognosen vom 23.8.2016 nicht am 24. , sondern erst in der Nacht zum 28.8.2016 vom Tropischen Sturm (TS) zum Hurrikan geschafft hat. Quelle: http://www.nhc.noaa.gov/
Update 30.8.2016: Hurrikan „Gaston“ im Satellitenbild mit „Auge“ auf dem Weg zu den Azoren (Movie).
Das Satellitenbild vom 30.8.2016 zeigt den Hurrikan „Gaston“ als kreisrunden Wolkenwirbel mit „Auge“ oben links auf dem Weg nach Osten Richtung Azoren. Die gelb/roten Farben stellen trockene Luftmassen aus der Sahara dar: Der Tod jedes Hurrikans, der von der Wasserdampfenergie lebt. Zum „Movie“ auf den folgenden Link klicken. Quelle: http://tropic.ssec.wisc.edu/real-time/sal/splitE/movies/splitE5.html