Modelle: Der Herbst kommt mit Sturm und Kälte zum Monatswechsel!

Update 29.9.2016: Schwere Stürme in Schottland – Erster Herbstorkan „Walpurga“ mit bis zu 174 km/h.

Die Grafik zeigt die Windspitzen des ersten Herbstorkans "Walurga" am 29.9.2016 über Großbritannien. Quelle: wie vor
Die Grafik zeigt die Windspitzen des ersten Herbstorkans „Walpurga“ in der Nacht zum 29.9.2016 über Großbritannien. Quelle: wie vor

Mit Sturm und Kälte kommt der Herbst zum Monatswechsel September/Oktober 2016 und bringt sogar Schnee auf die Höhen der Mittelgebirge.

Die Wettermodelle von GFS, GEM und ECMWF sehen heute recht übereinstimmend ein mächtiges Sturmtief über Skandinavien ab dem 29.9.2016, auf dessen Rückseite zunehmend kalte Polarluftmassen nach Nord- und Mitteleuropa geführt werden.

GFS-Prognose vom 22.9.2016 für die Bodenwetterkarte am 29.9.2016. Zwischen einem kräftigen Tiefkomplex über Skandinavien und hohem Druck über dem Nordatlantik und dem Nordmeer werden in breitem Strom hochreichende hebstlich kalte und feuchte arktische Luftmassen nach West- und Mitteleuropa geführt. Quelle:
GFS-Prognose vom 22.9.2016 für die Bodenwetterkarte am 29.9.2016. Zwischen einem kräftigen Tiefkomplex über Skandinavien und hohem Druck über dem Nordatlantik werden in breitem Strom hochreichende herbstlich kalte und feuchte arktische Luftmassen nach Nord- und Mitteleuropa geführt. Quelle: http://old.wetterzentrale.de/topkarten/fsavneur.html

Das kanadische Wettermodell GEM sieht es heute für den 30.9.2016 ähnlich, allerdings mit dem Kern des kalten Sturmtiefs über Norddeutschland.

GEM-Prognose vom 22.9.2016 für die Bodenwetterkarte am 30.9.2016. Zwischen einem kräftigen Tiefkomplex über Skandinavien und Mitteleuropa und hohem Druck über dem Nordatlantik werden in breitem Strom hochreichende hebstlich kalte und feuchte arktische Luftmassen nach West- und Mitteleuropa geführt. Quelle:
GEM-Prognose vom 22.9.2016 für die Bodenwetterkarte am 30.9.2016. Zwischen einem kräftigen Tiefkomplex über Skandinavien und Mitteleuropa und hohem Druck über dem Nordatlantik werden in breitem Strom hochreichende hebstlich kalte und feuchte arktische Luftmassen nach Nord- und Mitteleuropa geführt. Quelle: http://old.wetterzentrale.de/topkarten/fsgemeur.html

Das europäische Stratosphären-Modell von ECMWF unterstützt diese Entwicklung mit einem mächtigen kalten Trog des arktischen Polarwirbels über Mitteleuropa zum Monatswechsel.

Die ECMWF-Prognose vom 21.9. 2016 für das Geopotential (Luftdruck) in 150 hPa (rund 13 km Höhe, untere Stratosphäre) am 30.9.2016. Der Polarwirbel ist für diese Jahreszeit ungewöhnlich kräftig und weit nach Süden ausgedehnt. Ein mächtiger kalter Trog des Polarwirbels (Rossbywellental) liegt über Mitteleuropa und führt herbstlich kühle Polarluft heran. Quelle: http://www.geo.fu-berlin.de/met/ag/strat/produkte/winterdiagnostics/index.html
Die ECMWF-Prognose vom 21.9.2016 für das Geopotential (Luftdruck) in 150 hPa (rund 14 km Höhe, untere Stratosphäre) am 30.9.2016. Der winterliche Polarwirbel ist für diese Jahreszeit ungewöhnlich kräftig und weit nach Süden ausgedehnt. Ein mächtiger kalter Trog des Polarwirbels (Rossbywellental) liegt über Nord- und Mitteleuropa und führt herbstlich kalte Polarluftmassen heran. Quelle: http://www.geo.fu-berlin.de/met/ag/strat/produkte/winterdiagnostics/index.html

Dieser Einschätzung schließt sich das auch etwas aktuellere Stratosphärenmodell von GFS für die untere Stratosphäre an.

Die GFS-Prognose vom 22.9.2016 für das Geopotential (Luftdruck) in 100 hPa (rund 16 km Höhe, untere Stratosphäre). Ein mächtiger und umfangreicher kalter Trog des Polarwirbels reicht über Nord-, Mittel- und Osteuropa bis nach Nordafrika. Zwischen ihm und dem blockierenden Hochrücken über dem Nordatlantik hat sich eine starke kalte Nordwestströmung eingestellt. Quelle:
Die GFS-Prognose vom 22.9.2016 für das Geopotential (Luftdruck) in 100 hPa (rund 16 km Höhe, untere Stratosphäre) für den 30.9.2016. Ein mächtiger und umfangreicher kalter Trog des Polarwirbels liegt über Nord-, Mittel- und Osteuropa. Zwischen ihm und hohem Druck über dem Nordatlantik hat sich eine starke kalte nordwestliche Strömung eingestellt. Die eng zusammenliegenden Isohypsen (Linien gleicher Höhe) über GB und Mitteleuroopa deuten auf hohe Windegeschwindigkeiten hin. Quelle: http://www.cpc.ncep.noaa.gov/products/stratosphere/strat_a_f/#emcz

Bei der von den Modellen erwarteten Entwicklung sollen bereits ab Mittwoch, 28.9.23016, mit Annäherung des Tiefdrucksystems erste herbstlich stürmische Windfelder über dem Norden und der Mitte Deutschlands auftreten.

GFS-Prognose der Windspitzen am Boden vom 22.9.2016 für den 28.9.2016. Mit Annährung des komplexem Tiefdrucksystems treten über dem Norden und der Mitte Deutshlands bereits stürmische Böen um Windstärke 8 Bft auf. Quelle:
GFS-Prognose der Windspitzen am Boden vom 22.9.2016 für den 28.9.2016. Mit Annährung des komplexen Tiefdrucksystems treten bereits im Laufe des Mittwochs über dem Norden und der Mitte Deutschlands stürmische Böen um Windstärke 8 Bft auf. Quelle:  http://old.wetterzentrale.de/topkarten/fsavneur.html

Die Temperaturen gehen Anfang Oktober 2016 allmählich bis auf einstellige Tageshöchstwerte zurück…

GFS-Prognose der Tageshöchsttemperaturen (Tmax) vom 22.9.2016 für den 3.10.2016. Mit Tmax vor allem in der Südhälfte Deutschlands im einstelligen Bereich sind in den Hochlahen der deutschen Mittegebirge selbst tagsüber Schneefälle möglich.
GFS-Prognose der Tageshöchsttemperaturen (Tmax) vom 22.9.2016 für den 3.10.2016. Mit Tmax vor allem in der Südhälfte Deutschlands im einstelligen Bereich sind in den Hochlagen der süddeutschen Mittelgebirge selbst tagsüber Schneefälle möglich. Quelle: http://old.wetterzentrale.de/topkarten/fsavneur.html

…, dabei sind in den Hochlagen der süddeutschen Mittelgebirge sogar tagsüber Schneefälle möglich:

GFS-Prognose für die Niederschlagsmengen vom 22.9.2016 für den 3.10.2016. Vor allem im Südosten Deutschlands werden kräftige Niderschläge erwartet, bei bei Tmax im einstelligen Bereich in den Hochlagen der Mittelgebirge sogar tagsüber als Schnee fallen können. Quelle:
GFS-Prognose für die Niederschlagsmengen vom 22.9.2016 für den 3.10.2016. Vor allem im Südosten Deutschlands werden kräftige Niederschläge erwartet, die bei Tmax im einstelligen Bereich in den Hochlagen der Mittelgebirge sogar tagsüber als Schnee fallen können. Quelle: wie vor

In der Südhälfte Deutschlands wird am 6.10.2016 verbreitet Nachtfrost erwartet: Zeit für die Winterreifen!

GFS-Prognose der Tagestiefsttemperaturen (Tmin) vom 22.9.2016 für den 6.10.2016. Mit Tmin bei oder unter 0°C vor allem in der Südhälfte Deutschlands tritt verbreitet Nachtfrost auf.
GFS-Prognose der Tagestiefsttemperaturen (Tmin) vom 22.9.2016 für den 6.10.2016. Mit Tmin bei oder unter 0°C vor allem in der Südhälfte Deutschlands tritt verbreitet Nacht- und Bodenfrost auf. Quelle: wie vor

Natürlich stehen diese Prognosen der Wettermodelle schon wegen des zeitlichen Abstandes von mehr als fünf Tagen noch unter einem erheblichen Fehlerrisiko, allerdings zeigen die Stratospärenmodelle übereinstimmend die Tendenz zur Trogbildung über Europa, was die Eintreffwahrscheinlichlkeit nach meiner Erfahrung erhöht.

Nach einem warmen September 2016 in großen Teilen Europas ist statistisch ein deutlich kälterer weiterer Verlauf des mitteleuropäischen Herbstes zu erwarten: Halbzeit: Wie kalt wird das Jahr 2016 in Deutschland ? Herbst und Winter unerfreulich frisch!

Update 29.9.2016: Heute im Norden stürmischer Wind – Wetter aktuell und Wetteraussichten …

Die WO_Grafik zeigt die Windspitzen in km/h am Mittwoch, den 28.9.2016. Quelle:
Die WO-Grafik zeigt die Windspitzen in km/h am Mittwoch, den 28.9.2016. Quelle: http://www.wetteronline.de/wetterticker?postId=post_20160929156535

Herzlich euer

Schneefan2015

 

Verwandte Themen:

Arktis: Meereisschmelze 2016 bei 4,1 Millionen km² beendet? Nordwestpassage friert wieder zu!

Das Jahr 2016 ist nun kälter als 1998: „Global Warming“ Reality Check August 2016

Schwache Sonne – kühle Erde: Schon wieder keine Sonnenflecken!

Arktis: Polarwinter mit Dauerfrost hat frühzeitig begonnen – Dicke Eisflächen haben sich in vier Jahren verdreifacht!

DWD-Satire: „Weltweit wird der Sommer 2016 die bisherigen Wärmerekorde brechen.“

Advertisements

2 Gedanken zu “Modelle: Der Herbst kommt mit Sturm und Kälte zum Monatswechsel!

  1. Ich lese schon länger die hier veröffentlichten Beiträge und bin seit dem kritischer geworden, was die Angaben des DWD und so weiter angeht. Gibt es denn derzeit eine aktuelle Prognose für Oktober? Die ersten Tage sehen bei vielen ja weiterhin Tempersturen von 20 Grad – wird der Sturm nun doch nicht kommen mit der Jahreszeit entsprechenden Temperaturen?

    Viele Grüße von jemanden, der in den letzten Jahren total verängstigt wurde von Medien…

    Gefällt mir

    1. Die aktuellen Langfristprognosen von NOAA/CFSv2 liegen auch für den Oktober 2016 vor: Durchschnittlich temperiert für Deutschland und Westeuropa: http://www.cpc.ncep.noaa.gov/products/CFSv2/htmls/euT2me3Mon.html

      Für den Monatswechsel September/Oktober 2016 laufen die Modelle derzeit etwas auseinander, ein Luftmassenwechsel mit kräftigen Winden deutet sich für die Nordhälfte Deutschlands weiter an…

      Es sind ja noch fünf Tage hin…; die Entwicklung der Modellprognosen kann man hier verfolgen: http://old.wetterzentrale.de/topkarten/fsavneur.html

      Gefällt mir

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.