La Niña geht! Kommt El Niño schon wieder? ENSO-Update Februar 2017

Im Januar 2017 hat sich nach Definition der amerikanischen Wetterbehörde NOAA das global kühlende La Niña-Ereignis 2016/2017 vollendet.

Steht nun schon wieder El Niño vor der Tür?

Die Dreimonats-ONI-Tabelle zeigt die ENSO-Ereignisse der letzten 30 Jahre.

Der Ausschnitt der erneut
Der Ausschnitt der erneut „angepassten“ ONI-Tabelle von NOAA zeigt die warmen El-Niño Ereignisse (rot) und die kalten La Niña-Ereignisse (blau) seit 1967, die komplette Tabelle reicht bis 1950. Die letzten fünf blauen Werte ganz unten in der Tabelle zeigen das aktuelle La Niña-Ereignis 2016/17 in blauer Farbe an. Quelle: Historical El Nino/ La Nina episodes (1950-present)

Als statistische Überraschung sehen die ENSO-Prognosen, allen voran das ENSO-Modell CFSv2 von NOAA, nun schon im NH-Frühjahr 2017 in überraschend kurzer Zeit nach dem kräftigen El Niño-Ereignis 2015/16 erneut ein global wärmendes El Niño-Ereignis mit SSTA-Werten im maßgeblichen Monthly Niño-3.4 index mit +0,5K und wärmer folgen.

Der Plot stellt die ENSO-Pognose vom 17.2.2017 für die Abweichung der Meeresoberflächentemperaturen (SSTA) im maßgeblichen ENSO-Gebiet 3.4 für die kommenden Monate vor. Die aktuellen Prognosen (blaue Linien) erreichen teils bereits im Juni 2016 El Niño-Werte von +0,5 K und wärmer, im NH-Sommer 2017 werden in mehreren Rechnungen bereits +1,5 K überschritten: Eine kräftiger warmer El Niño ist - scheinbar - im Anmarsch. Quelle: http://www.cpc.ncep.noaa.gov/products/people/wwang/cfsv2fcst/CFSv2SST8210.html
Der Plot stellt die ENSO-Prognose vom 17.2.2017 für die Abweichung der Meeresoberflächentemperaturen (SSTA) im maßgeblichen ENSO-Gebiet 3.4 für die kommenden Monate vor. Die aktuellen Prognosen (blaue Linien) und der Mittelwert (schwarze gestrichelte Linie) erreichen teils bereits im April 2017 El Niño-Werte von +0,5 K und wärmer, im NH-Sommer 2017 werden in mehreren Rechnungen bereits +1,5 K überschritten: Eine kräftiger warmer El Niño ist – scheinbar – im Anmarsch. Quelle: http://www.cpc.ncep.noaa.gov/products/people/wwang/cfsv2fcst/CFSv2SST8210.html

Die ENSO-Ereignisse La Niña (kalt) und El Niño (warm) treten alle zwei bis sieben Jahre auf, entwickeln sich meist von April bis Juni, erreichen ihr Maximum von Dezember bis Februar ( El Niño = das Christkind) und dauern meist neun bis zwölf Monate, gelegentlich auch bis zu zwei Jahren: http://iri.columbia.edu/our-expertise/climate/forecasts/enso/current/

„Historically Speaking

    El Niño and La Niña events tend to develop during the period Apr-Jun and they

  • Tend to reach their maximum strength during Dec-Feb
  • Typically persist for 9-12 months, though occasionally persisting for up to 2 years
  • Typically recur every 2 to 7 years“

Das erneute Auftreten von El Niño nach nur etwas über zwei Jahren (s. Tabelle oben) ist zwar statistisch möglich, liegt aber im untersten Bereich der Wahrscheinlichkeit.

So ist es auch nicht verwunderlich, wenn die aktuelle ENSO-Langfristprojektion von NOAA keinerlei Hinweise auf El Niño Bedingungen im Jahr 2017 erkennen lässt.

Die NOAA-ENSO- Pr rojektion von Februar 2017 sieht mit Werten um Null K Abweichung im Jahr 2017 überwiegend neutrale ENSO-Bedingungen und sdchwache La Niña-Bedingungen im bis zum Jahreswechsel 2017/2018 (rechte Spalte). Quelle:
Die NOAA-ENSO- Projektion von Februar 2017 sieht mit Werten um Null K Abweichung im Jahr 2017 überwiegend neutrale ENSO-Bedingungen im maßgeblichen Nino-Gebiet 3.4 und sogar schwache La Niña-Bedingungen zum Jahreswechsel 2017/2018 (rechte Spalte). Von El Niño mit Werten von +0,5 K und wärmer keine Spur! Quelle: Consolidated NINO3.4 Outlook Probability Table

Die meisten ENSO-Modelle sehen aktuell allerdings ebenfalls El Niño-Bedingungen ab NH-Sommer 2017 im zentralen Pazifik:

Die Grafik zeigt die Prognosen für die SSTA im Nino-Debiet 3.4 der statistischen und dynamischen ENSO-Modelle. B
Die Grafik zeigt die Prognosen für die SSTA im Nino-Gebiet 3.4 der statistischen und dynamischen ENSO-Modelle. (Nur) Der Durchschnitt der dynamischen Modelle (gelbe Linie) sieht El Niño-Bedingungen mit Abweichungen von +0,5 K und wärmer ab NH-Frühsommer 2017,  während der Durchschnitt aller Modelle (graue Linie) und der NOAA/CPC-Durchschnitt (lilafarbene Linie) im neutralen Bereich zwischen +0,5 und -0,5 K bleiben. Quelle: IRI/CPC ENSO Predictions Plume [February 16, 2017]
Was zeigen die üblichen Indikatoren für die ENSO-Entwicklung?

Der Multivariate ENSO Index (MEI) als gekoppeltes Atmosphäre-/Ozeanmodell liegt mit seinen Kriterien nach kurzen La Niña-Bedingungen im NH-Herbst 2016  bereits im NH-Winter 2016/17 wieder im negativ-neutralen Bereich.

Der gekoppelte Atmosphäre/Ozean-Index “MEI” ist mit einem Dezember2016 Jnauae2017-Wert von -0,06 gegenüber dem Vormonat weiter leicht gestiegen und liegt nur noch knapp in den nagative-neutralen rankings. Quelle: http://www.esrl.noaa.gov/psd/enso/mei/
Der gekoppelte Atmosphäre/Ozean-Index “MEI” ist mit einem Dezember2016/Januar 2017-Wert von -0,06 gegenüber dem Vormonat weiter leicht gestiegen und liegt nur noch knapp in den negativ-neutralen rankings. Quelle: http://www.esrl.noaa.gov/psd/enso/mei/

Von den drei vergleichbaren Jahren mit ähnlichem schwachen Anstieg der MEI-Werte zum Jahreswechsel kam ein Verlauf (1961) am Ende des Jahres in schwache La Niña-Bedingungen, ein weiterer (1990) zeigte einen schwachen Frühlingsanstieg, um dann wieder in neutrale Bedingungen zurückzufallen, und der dritte Verlauf (2002) endete später im Jahr mit mäßigen El Niño-Bedingungen.

Die NOAA-Projektion von Februar 2017 (s.o.) weist auf die erste Variante (1961) hin…

Der Southern Oscillation Index (SOI) gilt als ca. zweimonatiger Vorlaufwert für die Entwicklung der östlichen Passatwinde (tradewinds) im äquatorialen Pazifik und damit für die weitere ENSO-Entwicklung.

Der 30-Tage-Index zeigt die Differenz des Bodenluftdrucks zwischen Tahiti (Insel im äquatorialen Pazifik) und Darwin (Australien).

Er steht aktuell bei -0,9 und damit weit entfernt vom El Niño-Bereich von -7 und tiefer, stand aber bis Anfang Oktober 2016 mit rund +14 klar im kräftigen La Niña-Bereich von +7 und wärmer und dem höchsten Stand seit knapp drei Jahren.

Laufender 30-Tage-SOI der australischen Wetterbehörde BOM für die letzten beiden Jahre mit Stand Mitte Februar 2017 mit -0,9 im negativ-neutralen Bereich. Anfang Oktober 2016 wurde mit rund +14 der höchste Stand seit knapp drei Jahren erreicht: La Niña (oberhalb von +7,0) ist da,…und bleibt. Quelle: http://www.bom.gov.au/climate/enso/
Laufender 30-Tage-SOI der australischen Wetterbehörde BOM für die letzten beiden Jahre mit Stand Mitte Februar 2017 mit -0,9 im negativ-neutralen Bereich. Anfang Oktober 2016 wurde mit rund +14 der höchste Stand seit knapp drei Jahren erreicht: La Niña war da. Quelle: http://www.bom.gov.au/climate/enso/

Je höher der Luftdruck über Tahiti und je tiefer der Luftdruck über Australien, desto stärker wird die Luftdruckdifferenz (Gradienten) durch östliche Passatwinde ausgeglichen.

Das warme Oberflächenwasser des Pazifiks wird nach Westen Richtung Australien getrieben und dadurch kaltes Tiefenwasser an die Meeresoberfläche gefördert: Es entsteht eine kalte upwelling-Phase einer äquatorialen Kelvinwelle, die La Niña genannt wird, während bei abgeschwächten Passatwinden eine warme downwelling-Phase entsteht, die El Niño heißt.

Der Plot zeigt die Entwicklung der Temperaturanomalien unter Wasser im äquatorialen Pazifik von November 2016 (oben) bis Mitte Februar 2017 (unten). Die kalten Anomalien beherrschen weiter große Bereiche im mittleren und östlichen äquatorialen Pazifik von 0 bis etwa 200 m Tiefe. Sie haben sich zwar gegenüber November und Dezember 2016 abgeschwächt, sind aber wieder etwas kälter als im Januar 2017. La Niña ist noch nicht geschlagen. In Ansätzen sind unter den negativen Abweichungen verstärkte positive Abweichungen zu erkennen, die (nur) bei Aufstieg und Verstärkung in einigen Monaten auch El Niño-Bedingungen bringen könnten. Quelle: 4-month sequence of Pacific Ocean Equatorial temperature anomaly cross sections
Der Plot zeigt die Entwicklung der Temperaturanomalien unter Wasser im äquatorialen Pazifik von November 2016 (oben) bis Mitte Februar 2017 (unten). Die kalten Anomalien beherrschen weiter große Bereiche im mittleren und östlichen äquatorialen Pazifik von 0 bis etwa 200 m Tiefe. Sie haben sich zwar gegenüber November und Dezember 2016 abgeschwächt, sind aber wieder etwas kälter als im Januar 2017. La Niña ist noch nicht geschlagen. In Ansätzen sind unter den negativen Abweichungen verstärkte positive Abweichungen zu erkennen, die (nur) bei Aufstieg und Verstärkung in einigen Monaten auch El Niño-Bedingungen bringen könnten. Quelle:
4-month sequence of Pacific Ocean Equatorial temperature anomaly cross sections

Der SOI steht Mitte Februar 2017 klar auf neutralem Kurs für mindestens weitere zwei Monate, das haben wohl die Warmrechner von NOAA nicht mitbekommen…

Es soll aber auch nicht verschwiegen werden, dass der aktuelle Tageswert für das laufende 30-Tagemittel des SOI in den letzten drei Tagen kräftig von -24 über -40 auf gestern -51 – und damit in Richtung El Niño-Werte ab -7 und kälter – gefallen ist: https://www.longpaddock.qld.gov.au/seasonalclimateoutlook/southernoscillationindex/index.php

Die auffälligen Werte kommen durch eine Umkehr der Luftdruckverhältnisse zwischen Tahiti (normalerweise höher als Darwin) und Darwin (normalerweise tiefer als Tahiti) zustande. Mal sehen, wie lange diese Wetterlage andauert…

Aktuell zeigt der indirekte Index für die Bewölkung (cloudiness) im äquatorialen Pazifik im Bereich der „Walker-Zirkulation“ durch hohe Energieabstrahlung (OLR-Outgoing Longwave Radiation) unerschütterlich wolkenarme La Niña-Bedingungen in der Atmosphäre an…

Verlauf der OLR über dem äquatorialen Paziki von Januar 2014 bis Mitte Februar 2017. Die gelben Farben zeigen hohe Abstrahlung in den Weltraum und damit geringe Bewölkung durch Hochdruckeinfluss (La Niña) und blaue Farben für geringe Abstrahlung wegen starker Bewölkung durch Tiefruckeinfluss (El Niño). Quelle:
Verlauf der OLR über dem äquatorialen Pazifik von Januar 2014 bis Mitte Februar 2017. Die gelben Farben zeigen hohe Abstrahlung in den Weltraum und damit geringe Bewölkung durch Hochdruckeinfluss (La Niña) und blaue Farben für geringe Abstrahlung wegen starker Bewölkung durch Tiefruckeinfluss (El Niño). Quelle: http://www.bom.gov.au/climate/enso/#tabs=Cloudiness

…, auch wenn die Tageswerte der Abweichungen der Meeresoberflächentemperaturen (SSTA) im maßgeblichen Niño-Gebiet 3.4 gerade in die Höhe schießen…:

Der Plot zeigt die Entwicklung der täglichen SSTA zum international üblichen und von der WMO empfohlenen modernen Klimamittel 1981-2010 im maßgeblichen Niño-Gebiet 3.4 mit den Daten von NOAA/CDAS (Climate Data Assimilation System). Die SSTA der La Niña-Werte von -0,5 K und kälter haben Mitte Juli die -0,5 K erreicht und unterschritten. Der Wert beträgt am 1.11.2016 nach einwöchigem kräftigem Rückang = -1,13 K.: Ein neuer Tiefstand seit Juli 2016! Quelle: http://www.tropicaltidbits.com/analysis/ocean/
Der Plot zeigt die Entwicklung der täglichen SSTA zum international üblichen und von der WMO empfohlenen modernen Klimamittel 1981-2010 im maßgeblichen Niño-Gebiet 3.4 mit den Daten von NOAA/CDAS (Climate Data Assimilation System). Die SSTA der La Niña-Werte von -0,5 K und kälter enden abrupt Mitte Februar 2017. Quelle: http://www.tropicaltidbits.com/analysis/ocean/

Siehe auch: Das ENSO-Phänomen » Basisinformationen

Letzte Meldung: NOAA und WO bei Falschmeldungen erwischt:

„Und wieder fehlt bei WO der Hinweis auf die Quelle für die klimaalarmistische Falschmeldung:Die Grafik mit den globalen Temperaturabweichungen im Artikel stammt von den bekannten amerikanischen Datenfälschern von NASA/GISS, die zudem mit dem völlig überholten kalten Klimamittel (Base Period) 1951-1980 arbeiten, um eine Erwärmung vorzutäuschen, die es so nicht gibt.Zum Vergleich der deutlich weniger dramatische – aber immer noch erwärmt verfälschte – Januar 2017 mit den gegenüber 0,93 K Abweichung nun nur noch 0,47 K halbierten globalen Temperaturabweichungen zum WMO-Klimamittel 1981-2010:GISS TA global Januar 2017 zum Klimamittel 1981-2010 Quelle: GISS-MapsDie unverfälschten Satellitendaten von UAH und RSS zeigen den Januar 2017 global nur auf Rang 7 von 39 Jahren, also weit entfernt von jeglichen Erwärmungsphantasien…Die amerikanischer Wetterbehörde NOAA scheut sich aktuell im Januar 2017 sogar nicht, mit einer Abweichung von 0,4 K zum international verwendeten und von der WMO empfohlenen Klimamittel 1981-2010 höhere Werte bei den Satellitendaten von UAH zu veröffentlichen,…NOAA-Falschmeldung o,4 K Abweichung bei RSS im Januar 2017
Quelle: https://www.ncdc.noaa.gov/sotc/upper-air/201701…,als sie mit 0,3 K von Dr. Roy Spencer veröffentlicht wurden und so mit Rang 6 eine höhere Erwärmung und wärmere Platzierung vorzutäuschen, als sie tatsächlich gemessen wurde.UAH Global Temperature Update for January, 2017: +0.30 deg. CDie Differenz bei RSS zwischen Rang 7 bei den Orginaldaten und Rang 8 bei NOAA ergibt sich aus der sinnvollen Umrechnung der RSS-Originaldaten vom Klimamittel 1979-1998 auf das WMO-Klimamittel 1981-2010, um die Datenreihen UAH und RSS vergleichbar zu machen.“

Es wird Zeit, dass da mal jemand bei den amerikanischen Bundesbehörden NOAA und NASA/GISS kräftig aufräumt…!

Siehe dazu auch aktuell: Weitere Daten-Manipu­lationen seitens NOAA, NASA, HadCRUT … Vergangen­heit kälter, Gegen­wart wärmer gemacht

 

Herzlich euer

Schneefan2015

 

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