Sturmtief im Anmarsch! Der europäische Sommermonsun bei der Arbeit!

UPDATE 11.6.2017: Kühle Aussichten für Deutschland während und nach der Schafskälte bis 27.6.2017!

Vergleich der Stratosphärenprognosen ECMWF (150 hPa, rund 14 km Höhe) und von GFS (100 hPa, rund 16 km Höhe) vom 10./11.06.2017 für den 20.6.2017. Beide Modelle sehen eine kühle Troglage über Mitteleuropa (Schafskälte), die bei GFS kräftiger ausfällt als bei ECMWF. Beide rechnen mit hohem Luftdruck über dem östlichen Nordatlantik, bei ECMWF schon über Westeuropa. Zwischen dem Hoch und dem Trog werden mit einer nordwestlichen Höhenströmung relativ kühle und feuchte Meeresluftmassen nach Mitteleuropa geführt. Quelle: http://www.geo.fu-berlin.de/met/ag/strat/produkte/winterdiagnostics/index.html und http://www.cpc.ncep.noaa.gov/products/stratosphere/strat_a_f/#emcz
Kühle Aussichten in Deutschland und Europa für die Dauer der verlängerten „Schafskälte“ (europäischer Sommermonsun) bis zum 27.6.2017. Die obere Grafik zeigt die Prognosen für die 2m-Durchschnittstemperaturen und deren Abweichungen (untere Grafik) vom (kalten) Klimamittel 1901-2000 in Europa für den Zeitraum vom 11.6. bis 19.6.2017. Große Teile Europas liegen nach einem kalten Start in den Juni 2017 weiter im deutlich unterkühlten Bereich, Deutschland ist in diesem Zeitraum allerdings zunächst durchschnittlich um +1 K Abweichung temperiert, bevor es in der folgenden Woche wieder kälter wird (mittlere Grafik). Quelle: http://wxmaps.org/pix/temp4.html
Die GFS-Prognose vom 13.6.2017 erwartet bis zum 29. Juni 2017 bis zu mehr als 150 Liter Regen auf den Quadratmeter (m²). Ein europäischer Sommermonsun (Schafskälte) mit Gefahr von Überschwemmungen vor allem in Süddeutschland wie im Vorjahr! Quelle: http://www.wetterzentrale.de/

Nach einem nassen und eher kühlen Pfingstwochenende 2017 setzt sich bereits am Dienstag mit Sturmtief „Ingraban“ der europäische Sommermonsun (Schafskälte) fort.

Die WO/DWD-Prognose vom 5.6.2017 für die Wetterlage am 6.6.2017. Über dem Atlantik liegt ein für diese Jahreszeit ungewöhnlich komplexes und kräftiges Tiefdrucksystem. Über der Nordsee zieht das Sturmtief „Ingraban“ mit stürmischem Wind und kräftigen Niederschlägen langsam weiter nach Nordosten. Auf seiner Rückseite werdenam Dienstag und am Mittwoch feuchtkalte Luftmassen nach Mitteleuropa geführt. Quelle: http://www.wetteronline.de/wetterfronten/europa

Für Deutschland liegen erste Vorwarnungen für starken bis stürmischen Wind am 6. und 7.6.2017 vor.

UWZ-Vorwarnung vom 5.6.2017, 08.44 Uhr MESZ „vor Sturm/Orkan, Warnstufe Orange möglich, gültig von: Dienstag, 6. Juni 2017, 11:00 Uhr gültig bis: Mittwoch, 7. Juni 2017, 20:00 Uhr, ztw. frischer SW- ab Mittwoch W-Wind. Böen 75-80, bei Gewitter über 80 km/h mögl.“ Quelle: http://www.unwetterzentrale.de/uwz/

Dabei werden am 6. und 7.6.2017 in Deutschland von GFS zunächst „nur“ Niederschläge bis zu 50 l/m² erwartet.

Die GFS-Prognose vom 5.6.2017 erwartet am 6. und 7. Juni 2017 bis zu 50 Liter Regen auf den Quadratmeter in Deutschland, in anderen Teilen Europas noch deutlich mehr. Der europäische Sommermonsun 2017 (Schafskälte) bei der Arbeit! Quelle: http://www.wetterzentrale.de/

Die Regenmengen steigern sich allerdings in der GFS-Prognose bis zum 20.6.2017 – wie schon in einigen Modellläufen zuvor – auf bis zu 150 l/m², so dass wie im Vorjahr – nicht nur – in Deutschland mit erneuten Überschwemmungen zu rechnen ist.

Die GFS-Prognose vom 5.6.2017 erwartet bis zum 20. Juni 2017 bis zu 150 Liter Regen auf den Quadratmeter in Deutschland, in anderen Teilen Europas noch mehr. Ein europäischer Sommermonsun (Schafskälte) mit Gefahr von Überschwemmungen wie im Vorjahr! Quelle: http://www.wetterzentrale.de/

Die Ursachen für die verstärkten Tiefdruckaktivitäten auf der NH liegen vor allem in der unterkühlten Arktis, die ich hier schon beschrieben hatte:

„Arktis weiter unterkühlt – starke Temperaturgegensätze zu den Subtropen!

Der Plot des dänischen Wetterdienstes (DMI) zeigt den Verlauf der täglichen Durchschnittstemperaturen der Arktis (rote Linie) nördlich 80°N im Jahr 2017 bis zum 29.5.2017 im Vergleich zum vieljährigen Durchschnitt (grüne Linie). Die Durchschnittstemperaturen liegen seit Wochen unter dem vieljährigen Durchschnitt 1958-2002, aktuell noch immer mit um die -5°C und rund -2 K unter dem Mittel weiter deutlich im Dauer-Frostbereich, wodurch sich die Temperaturgegensätze (Gradienten) zu den bereits sommerlich heißen Subtropen verstärken. Dies führt zu verstärkter Tiefdrucktätigkeit auf der NH. Quelle: Mean temperatures North of 80N

Die arktischen Meereisflächen (extent) im Mai 2017 weisen folgerichtig gegenüber dem Vorjahr den stärksten Anstieg in einem Mai seit Beginn der Messungen im Jahr 1979 auf.

Die Abweichungen des Seaice-Extent (mindestens 15% Eisanteil) der Arktis (Nordpol) im Mai 2017 mit leichtem negativen linearen Trend seit Beginn der Messungen 1979. Der Mai 2017 weist gegenüber dem Vorjahr ein Rekordwachstum in einem Mai seit Beginn der Messungen 1979 auf. Seit 2004 – also seit 13 Jahren – gibt es im Mai keinen erkennbaren Trend, also auch keine Abnahme des arktischen Meereises. Quelle: http://nsidc.org/data/seaice_index/

Der weitere Verlauf des Monats Juni 2017 in Deutschland und Europa wird bei den Temperaturen weiter unterschiedlich eingeschätzt.

Die statistische Einschätzung für den Juni 2017 in Deutschland und Europa sieht nach der Kombination eines sehr milden März, eines erwartet kühlen April und einem ebenfalls erwarteten etwas milderen Mai 2017 in der NW-Hälfte Europas kühler aus.

Die NOAA-Reanalyse für die Temperaturabweichungen in Europa zum WMO-Klimamittel 1981-2010 für den Durchschnitt im Juni 2017 nach Jahren mit der Kombination eines sehr milden März, eines eher unterkühlten April und eines etwas milderen Mai. Danach besteht für den Juni 2017 in Teilen Europas und auch in Deutschland statistisch eine Chance für leicht unterdurchschnittliche Temperaturen. Quelle: https://www.esrl.noaa.gov/psd/cgi-bin/data/composites/printpage.pl

Dagegen sieht NOAA/CFSv2 weiter einen zwar abgeschwächten, aber weiter milderen Juni 2017 in Deutschland im oberen Durchschnittsbereich einer Standardabweichung.

Die NOAA/CFSv2-Prognose vom 5.6.2017 für die Abweichungen der 2m-Temperaturen in Europa im Juni 2017. Für Deutschland werden insgesamt durchschnittliche Abweichungen im positiven Bereich um 0,7 K erwartet. Die Standardabweichung vom Mittelwert (Normalbereich/Durchschnitt) liegt im Juni in Deutschland bei rund +-1,3 K (°C). Quelle:

Freuen wir uns auf die (wenigen) warmen Sommertage zwischen den kühlen europäischen Monsunwellen im Juni 2017, ein Dürre in Deutschland ist nicht in Sicht!

GFS-ENSemble-Prognose T850 hPa (1500 m) vom 5.6.2017 bis zum 20.6.2017 für die Stadt ESSEN. Die Temperaturen gehen im Mittel (weiße Linie) mehrfach rauf und runter, liegen aber meist über dem Klima-Mittel (rote Linie). Der Wechsel von kühleren und wärmeren Luftmassen ist typisch für den europäischen Sommermonsun (Schafskälte) und führt zu reichlichen Niederschlägen. Quelle: http://old.wetterzentrale.de/topkarten/fsavnmgeur.html

UPDATE 6.6.2017: Kühle Aussichten für Deutschland während der Schafskälte bis 21.6.2017!

Kühle Aussichten in Deutschland und Europa für die Dauer der „Schafskälte“ (europäischer Sommermonsun) bis zum 21.6.2017. Die Grafiken zeigen die aktuellen Prognosen von NOAA/NCEP für die 2m-Durchschnittstempera- turen und deren Abweichungen (untere Grafik für die erste Woche) vom (kalten) Klimamittel 1901-2000 in Europa für den Zeitraum vom 6.6. bis 21.6.2017. Große Teile Europas liegen nach einem kalten Start in den Juni 2017 weiter im deutlich unterkühlten Bereich, auch Deutschland ist in diesem Zeitraum durchschnittlich mit um -1 bis -2 K Abweichung (blaue Farben in der unteren Grafik) unterkühlt. Die zweite Woche (mittlere Grafik) weist keine wesenlichen T-Änderungen zur kühlen ersten Woche auf (obere Grafik). Quelle: http://wxmaps.org/pix/temp4.html
Vergleich der Stratosphärenprognosen ECMWF (150 hPa, rund 14 km Höhe) und von GFS (100 hPa, rund 16 km Höhe) vom 5. und 6.6.2017 für den 15.6.2017. Beide Modelle sehen um Mitte Juni 2017 eine kühle Troglage über Mitteleuropa (Schafskälte), die bei GFS kräftiger ausfällt als bei ECMWF. Beide rechnen mit hohem Luftdruck über dem östlichen Nordatlantik. Zwischen dem Hoch und dem Trog werden mit einer westlichen bis nordwestlichen Höhenströmung relativ kühle und feuchte Meeresluftmassen nach Mitteleuropa geführt. Quellen: http://www.geo.fu-berlin.de/met/ag/strat/produkte/winterdiagnostics/index.html und http://www.cpc.ncep.noaa.gov/products/stratosphere/strat_a_f/#emcz

Letzte Meldung: Die globalen 2m-Temperaturen gehen Anfang Juni 2017 kräftig zurück.

Der Plot stellt die gemessenenen und berechneten Abweichungen der globalen 2m-Durchschnittstemperaturen zum international üblichen modernen WMO-Klimamittel 1981-2010 dar. Nach den bis zum 4.6.2017 gemessenen und für die folgenden sieben Tage berechneten Werten gehen die globalen Temperaturen (schwarze Linie) ab Ende Mai 2017 wieder nach unten, obwohl sie mit dem wärmenden NASA/GISS-Faktor “adjusted” (verfälscht) wurden. Vor allem auf der ins Winterhalbjahr startenden SH (blaue Linie) mit 81% Meeresoberflächen stürzen die Temperaturen in der Prognose Anfang Juni 2017 regelrecht bis unter -0,2 K Abweichung ab und erreichen den tiefsten Stand dieses Jahres. Quelle: http://www.karstenhaustein.com/climate.php

 

Herzlich euer

Schneefan2015

 

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4 Gedanken zu “Sturmtief im Anmarsch! Der europäische Sommermonsun bei der Arbeit!

  1. UWZ am 6.6.2017 zum ungewöhnlichen Sturmtief „Ingraban“:

    UWZ Sturmtief Ingraban
    „Das für die Jahreszeit doch ungewöhnliche kräftige Tief INGRABAN liegt am Mittwoch über der Nordsee und bringt mit starken Westwinden noch feuchte, hochreichend kalte (und damit instabile) Meeresluft polaren Ursprungs nach Deutschland…“

    Im SAT-Bild sieht „Ingraban“ am 6.6.2017, 21.00 Uhr MESZ beeindruckend so aus:

    Ingraban 0606.2017
    Quelle: Wetterzentrale

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  2. Völlig übertriebene Hitzewarnungen der Unwetterzentrale (UWZ) für Sonntag, 11.6.2017.

    Es wurde vor Temperaturen von 30° bis 33°C gewarnt.
    UWZ-Hitzewarnung Köln 11.6.2017

    Nur an wenigen Stationen in den beiden großen bewarnten Gebieten wurde am 11.6.2017 überhaupt ein Hitzetag mit Tmax 30°C und höher erreicht.


    Quelle: WO aktuelles Wetter

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