Modellprognosen: Kühler Sommer 2017 in Deutschland und Europa?

UPDATE 8.6.2017: Bodenfrost in Süddeutschland – Schafskälte!

Schafskälte: Bodenfrost am 8.6.2017 an einigen Stationen in Süddeutschland. Quelle: http://www.wetteronline.de/aktuelles-wetter
Die Grafik der Uni Karlsruhe (Stand 8.6.2017) zeigt die Abweichungen der Temperaturen in Deutschland vom 1. bis 7.6.2017 zum veralteten (kälteren) Klimamittel 1961-1990 von 0,7 K. Zum modernen (milderen) WMO-Klimamittel 1981-2010 beträgt die Abweichung 0,3 K. Ein normaler bis kühler (Norddeutschland) Start in den Sommer 2017! Quelle: http://imkhp2.physik.uni-karlsruhe.de/wetterwerte.html

Der Sommer 2017 in Deutschland und in großen Teilen Europas wird eher kühl und nass als trocken und warm werden.

So sieht es jedenfalls aktuell das Langfristmodell CFSv2 von NOAA…

Die NOAA/CFSv2-Prognose vom 6.6.2017 für die Abweichungen der 2m-Temperaturen in Europa im Sommer 2017. Für Deutschland und große Teile Europas werden insgesamt durchschnittliche Abweichungen im neutralen Bereich um 0,0 K (weiße Farbe) erwartet. Quelle:

…und die Statistik.

Die statistische Einschätzung für den Sommer 2017 in Deutschland und Europa sieht nach der Kombination eines sehr milden März, eines erwartet kühlen April und einem ebenfalls erwarteten etwas milderen Mai 2017 in der NW-Hälfte Europas kühler als bei CFSv2 aus.

Die NOAA-Reanalyse für die Temperaturabweichungen in Europa zum WMO-Klimamittel 1981-2010 für den Durchschnitt im Juni 2017 nach Jahren mit der Kombination eines sehr milden März, eines eher unterkühlten April und eines etwas milderen Mai. Danach besteht für den Juni 2017 in Teilen Europas und auch in Deutschland statistisch eine Chance für leicht unterdurchschnittliche Temperaturen. Quelle: https://www.esrl.noaa.gov/psd/cgi-bin/data/composites/printpage.pl

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) sieht in seiner Maiprognose einen überdurchschnittlich „warmen“ Sommer 2017 in Deutschland, wenn auch nur mit knappem Vorsprung vor Durchschnitt, das dort „mittel“ genannt wird.

Screenshot des aktuellen DWD-Jahreszeitentrends von Mai 2017 für den Sommer 2017 in Deutschland. Mit einer 40%igen Wahrscheinlichkeit wird der Sommer wärmer als das WMO-Klimamittel 1981-2010. Schau’n wir mal… Quelle: Jahreszeitenvorhersage

Das IRI-Modell sieht es in der Maiprognose für Europa insgesamt wärmer als CFSv2, allerdings für den Sommer 2017 in Deutschland auch nur „Durchschnitt“.

Die IRI-Prognose für die Wahrscheinlichkeiten der Temperaturabweichungen zum Mittel 1982-2010 im Sommer 2017 in Europa. Während für große Teile Europas Wahrscheinlichkeiten um (nur) 45% für überdurchschnittliche Temperaturen berechnet werden, liegt die Wahrscheinlichkeit dafür in Deutschland nur um NULL Prozent (weiße Flächen). Quelle: http://iri.columbia.edu/our-expertise/climate/forecasts/seasonal-climate-forecasts/

Das IRI-Modell geht dabei fälschlich von der Entwicklung von schwachen  El Niño-Bedingungen im NH-Sommer 2017 im äquatorialen Pazifik aus:

„…The SST forecast shows development of weak El Niño conditions by Jun-Aug…“ (Quelle wie Grafik)

Nach dem kühlen Start in den Sommer 2017 mit nächtlichen Bodenfrösten nicht nur in Deutschland und dem frühen Einsetzen des europäischen Sommermonsuns mit einem regenreichen und meist kühlen Pfingstwetter 2017 bei Niederschlägen bis zu 100 l/m² erwartet uns zunächst eine markante meist kühle und regenreiche Witterung (Schafskälte) bis über die Junimitte hinaus: Sturmtief im Anmarsch! Der europäische Sommermonsun bei der Arbeit!

Wie kühl auch die folgenden Monate Juli und August in Deutschland und Europa werden könnten, zeigen die aktuellen CFSv2-Prognosen, die allerdings naturgemäß noch sehr unsicher sind.

Die Meteociel-Prognose vom 5.6.2017 für die Temperaturabweichungen in Europa im Juli 2017. Für Deutschland werden negative Abweichungen (blaue Farben) um -2 K berechnet. Quelle: http://www.meteociel.fr/modeles/cfsme_cartes.php
Die Meteociel-Prognose vom 5.6.2017 für die Temperaturabweichungen in Europa im August 2017.  Für Deutschland werden negative Abweichungen um -2 K berechnet. Quelle: wie vor

 

Letzte Meldung: Die großen Stauseen Kaliforniens sind gut gefüllt! Regenmengen schon im Februar 2017 größer als im gesamten Jahr zuvor!

Der Füllstand der großen Stauseen in Kalifornien ist am 5.6.2017 hoch. Fast alle liegen über dem jahreszeitlichen Mittel (rote Linie). Der Pegel des Orovillestausees musste nach Überschreiten des Höchststandes und schweren Schäden am Not- und am Hauptüberlauf Anfang Februar 2017 in der Folge wegen dringender Reparaturen stark gesenkt werden. Quelle: http://cdec.water.ca.gov/cdecapp/resapp/getResGraphsMain.action
Der Plot zeigt die täglich angesammelte Summe der Niederschläge im Wasserhaushaltsjahr jeweils von 1.10. bis 30.9 in inch (1 inch = 25,4 mm). Der Höchstsstand der Niederschläge vom 1.10.2017 – 30.9.2016 in Höhe von rund 31 inch wurde mit neuer Zählung ab 1.10.2016 bereits im Februar 2017 deutlich übertroffen (dicke blaue Linie). Dies führte zur Überlastung des Orovillestausees und zusammen mit schweren Versäumnissen am Hauptüberlauf zu der Beinahekatastrophe Anfang Februar 2017 mit der tagelangen Evakuierung von fast 200.000 Menschen unterhalb des Stausees. Quelle: Plot all ORO Sensors

 

Herzlich euer

Schneefan2015

 

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6 Gedanken zu “Modellprognosen: Kühler Sommer 2017 in Deutschland und Europa?

  1. Man soll uns nicht zu früh die Hoffnung auf einen warmen Sommer nehmen, in letzter Zeit waren die Prognosen auch immer falsch, es wurde immer gesagt, schon seit Jahren, der Juni würde warm und heiß und freundlich und war nur an ein paar Tagen, am Anfang und Ende gut, sonst nur Schafskälte und nass und Juli und August wurden schlecht vermeldet und durchwachsen und nass und es war umgekehrt, die Monate Juli und August wurden sonnig, trocken und warm und nur in den Monaten konnte man ins Sommerbad gehen und ziemlich oft und nicht im Juni, im Juni 3-6Tage, im Juli und August oft. Ich bin nämlich eingeschränkt und kann nicht reisen, deshalb vermiesen sie einem die Sommerfreude doch nicht schon, bevor der Sommer überhaupt richtig da ist und wo es in den letzten Jahren auch immer so war, kann es auch diesmal sein, das nach einem durchjwachsenen Juni, der Juli und der August wieder besser werden, gerade die Jahre 2015, 2013 waren schlecht gemeldet und waren hinterher gut mit 40 Grad, der Juni war in den letzten Jahren immer durchwachsen und vor allem der Juli gut und konnte ganz oft baden gehen. Der April war dieses Jahr gut gemeldet und war einer der verregnegsten und kältesten Aprile, die ich kenne. In den neunziger Jahren war auch der Mai erst oft besser als der Juni, der Juni verregnet und erst Ende Juni/Anfang Juli Wetterbesserung und Juli und August gut mit Badewetter, auch da war der April meist schlecht in den neunziger Jahren, deshalb hoffen auf gute Ferienmonate Juli/August für die Sommerferien und Urlauber und für mich, wo ich so gerne sonnenbaden ins Sommerbad gehe.

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    1. Die Hoffnung stirbt zuletzt…

      Der deutsche Sommer ist normalerweise durchwachsen, warme Sommer sind die Ausnahme: Das ist der überwiegende Einfluss des nahen Atlantiks.

      Das Fragezeichen in meiner Artikelüberschrift und der Hinweis auf die Modelle und die Statistik lassen jedoch Hoffnung auf abweichende Entwicklungen, also auch auf wenigstens einige warme Wochen wie im letzten Jahr in der zweiten Augusthälfte und vor allem im warmen September zu.

      Anfang Juli 2017 wird der „Siebenschläferzeitraum“ – wie im letzten Jahr – deutliche Hinweise auf den weiteren Verlauf des Sommers 2017 geben: Der Juli-Sommer in Deutschland fällt aus: Siebenschläfer-UPDATE

      Den Juni 2017 kann man allerdings m.E als „warmen“ Sommermonat in Deutschland – auch nach den neuesten Modellrechnungen – schon jetzt abhaken…

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  2. Mit Verlaub,es gibt auch viele Leute,denen Temperaturen zwischen 30° und 39°,die bei uns in Süddeutschland in den letzten Jahren gehäuft im Juli und August aufgetreten sind einfach unerträglich sind!Viele Menschen müssen in dieser brütenden Hitze arbeiten oder bekommen gesundheitliche Probleme,weil sie einfach nicht für afrikanische Temperaturen gemacht sind!
    Nichts gegen einen schönen mitteleuropäischen Sommer,aber nicht so heiß!
    Gerade lese ich,daß für uns am Sonntag und Montag schon wieder 32° gemeldet werden(Wetter Online) und es ist Anfang Juni…..

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    1. In Süddeutschland sind Tmax „zwischen 30° und 39° C in den letzten Jahren gehäuft im Juli und August aufgetreten“…?

      Gibt es da evtl. Diagramme zu?
      Bei WetterOnline habe ich dazu u.a. in Freiburg, Karlsruhe und München bis 2011 zurück nix gefunden, da wurden vereinzelt gerade mal 35°C überschritten…

      Die aktuellen Modellrechnungen bestätigen weiter einen eher angenehm temperierten und nassen Juni 2017 in Deutschland, Hitzetage mit Tmax ab 30°C und wärmer werden die Ausnahme bleiben – und sind in einem Juni in Deutschland auch nicht ungewöhnlich…


      Quelle: Temperature Outlook for Europe


      Quelle: Wetterzentrale

      Der Juni 2017 in Deutschland ist bisher – vom 1. bis zum 8. – mit 0,2 K Abweichung vom WMO-Klimamittel 1981-2010 (0,6 zum veralteten Mittel 1961-1990) durchschnittlich temperiert und mit Niederschlägen von 29,8% vom Monatsmittel (bei 26,7 % Zeitanteil) ausreichend nass, wobei die Niederschläge recht unterschiedlich verteilt sind.

      Juni TA 01 bis 08.062017

      Juni Niederschläge 01 bis 08.06.2017
      Quelle: Wetter Deutschland Juni 2017

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    1. Der meteorologische Sommer 2017 in Europa und Deutschland ist bisher nicht ganz 15 Tage alt…, bisher ist er vor allem in der Nordosthälfte Europas teils deutlich unterkühlt, in der Südwesthälfte eher etwas wärmer.


      Quelle: weatherbell

      In Deutschland liegen die Temperaturen mit Abweichungen von rund 0,9 K zum WMO-Klimamittel 1981-2010 bis zum 14.6.2017 im Normalbereich einer Standardabweichung, also im Durchschnitt.


      Quelle: Uni Karlsruhe – Aktuelle Wetterwerte Deutschland –

      Die Trend für die kommenden sieben Tage sieht für Deutschland eher unterkühlt aus.

      Trend Europa 15.6.2017
      Quelle: Prognose sieben Tage TA Europa 15.6.2017

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