Die global kühlende La Niña ist im kommenden Herbst/Winter 2017 erneut im Anmarsch, wenn man den wiederholten ähnlichen Prognosen des amerikanischen ENSO-Modells CFSv2 glauben darf.
Bei Eintreffen dieser Prognose müssen wir uns wegen der um etwa vier Monate zeitversetzten globalen Abkühlung auf ein weltweit noch kühleres Jahr 2018 als schon 2017einstellen.
Die globalen Temperaturabweichungen der unteren Troposphäre mit Schwerpunkt um 1500 m Höhe (TLT) von RSS zeigen nach dem kräftigen El Niño-Ereignis seit NH-Sommer 2015 und Rekordtemperatur im Februar 2016 von Januar 2016 bis einschließlich Juni 2017 im linearen Trend kräftig nach unten (grüne Linie). Dieser negative lineare Trend dürfte sich im Jahr 2017 wegen der nachlassenden zeitversetzt global kühlenden Wirkung von La Niña allerdings weiter abschwächen. Quelle: http://www.woodfortrees.org/plot/rss/from:2016/to:2017.5/plot/rss/from:2016/to:2017.5/trend
Schon MitteJuni 2017 hatte CFSv2 mit seiner La Niña-Prognose für den NH-Herbst 2017 überrascht.
Diese Juni-Prognose hat sich Mitte Juli 2017 weiter verstärkt, wie die aktuelle Prognose-Grafik für die Abweichungen der Meeresoberflächentemperaturen (SSTA) im maßgeblichen Niño-Gebiet 3.4 des äquatorialen Pazifiks erkennen lässt.
Die aktuelle CFSv2-ENSO-Prognose vom 17.7.2017 überrascht mit weiter verschärften La Niña-Bedingungen von -0,5 K und kälter im Nino-Gebiet 3.4 ab NH-Herbst/Winter 2017. Die Mehrzahl der aktuellen (blauen) Prognosen liegt nach einem kräftigen Rückgang im August 2017 bereits ab Oktober/November 2017 in diesem Bereich. Quelle: wie vor
Erst seit Anfang Juni 2017 waren sich die Modelle weitgehend einig: El Niño 2017 fällt aus!
Allerdings wurden mit 0,56 (korrigiert von NOAA von 0,61) beim Monthly Niño-3.4 index im Mai 2017 schwache El Niño-Bedingungen erreicht, und auch der MEI zeigt seit April 2017 mit seinen Kriterien (vorübergehend?) mäßige El Niño-Werte an.
Der Multivariate ENSO Index (MEI) als gekoppeltes Atmosphäre-/Ozeanmodell lag mit seinen Kriterien nach kurzen La Niña-Bedingungen im NH-Herbst 2016 bereits im NH-Winter 2016/17 wieder im negativ-neutralen Bereich.
Ab April 2017 machte er einen deutlichen Sprung nach oben auf 0,77 auf einen schwachen El Niño-Bereich, ab Mai mit 1,46 sogar im mäßigen bis kräftigen El Niño-Bereich, der sich aber mit dem Mai/Juni-Wert von 1,05 wieder abgeschwächt hat.
Der gekoppelte Atmosphäre/Ozean-Index “MEI” ist nach einem Apri/Mai-2017-Wert von 1,46 im Mai/Juni 2017 mit 1,05 wieder rückläufig und nur noch im mäßigen El Niño-Bereich. Von vier Vergleichsjahren entwickelten drei El Niño-Bedingungen im Laufe des Jahres, einer blieb im neutralen Bereich und kein Lauf entwickelte La Niña-Bedingungen. Nach Wegfall der Frühlingsprognosebarriere (Februar bis Mai) weisen die Zeichen beim MEI im Juni 2017 also nur bedingt auf El Niño-Bedingungen für den Rest des Jahres 2017. Quelle: http://www.esrl.noaa.gov/psd/enso/mei/
Die aktuelle NOAA-ENSO-Projektion für das Niño-Gebiet 3.4 von Juli 2017 sieht – wie schon in den Vormonaten – allerdings weiter neutrale Bedingungen bis in den Herbst 2018: Von El Niño und La Niña keine Spur!
Die NOAA-ENSO-Projektion von Juli 2017 sieht mit Werten um Null K Abweichung im maßgeblichen Niño-Gebiet 3.4 im Jahr 2017 bis in den NH-Herbst 2018 neutrale ENSO-Bedingungen (weder La Niña- noch El Niño-Bedingungen, rechte Spalte). Quelle: Consolidated NINO3.4 Outlook Probability Table
Bereits Ende April hatte NOAA/CFSv2 seine monatelange El Niño-Prognose für Mai 2017 zurückgenommen…
Zum Vergrößern anklicken: Vergleich der NOAA/CFSv2-ENSO-Prognosen mit den Daten bis zum 15.4. (linke Grafik) und bis um 25.4.2017 (rechte Grafik): Die El Niño-Prognose für den Mai 2017 wurde binnen 10 Tagen aufgegeben. In den schwarzen Ovalen der Niño-Gebiete (5N – 5S) liegen die SSTA nun überwiegend nicht mehr bei El Niño-Werten +0,5 K und wärmer (rechte Grafik), im östlichen äquatorialen Pazifik liegen die Temperaturen sogar wieder im La Niña-Bereich bei SSTA von -0,5 K und kälter (blaue Farben). Quelle: http://www.cpc.ncep.noaa.gov/products/CFSv2/htmls/glbSSTe3Mon.html
Mitte Juni rechnete NOAA/CFSv2 für den Juli 2017 mit einer Variante von El Niño, nämlich El Niño Modoki(japanisch: ähnlich aber verschieden)…,
Die CFSv2-Prognose der Abweichungen der globalen Meeresoberflächentemperaturen (SSTA) von Anfang Juni 2017 für den Juli 2017. Im zentralen äquatorialen Pazifik (CP) nahe der Datumsgrenze bei 180° zeigen sich zunehmend erwärmte Meeresoberflächen (rote Farben) zwischen etwa 130° West und der Datumsgrenze bei 180° (schwarzes Oval). Östlich von 130°W bis Peru sind die SSTA meist neutral (weiß) bis leicht unterkühlt (blau). Im Gegensatz zu erwärmten Gebieten beim „traditionellen“ El Niño im Niño-Gebiet 3.4 und östlich davon (EP-El Niño) tritt die Erwärmung der Meeresoberflächen (nur) im zentralen Pazifik (CP) auf: El Niño Modoki. Quelle: http://www.cpc.ncep.noaa.gov/products/CFSv2/htmls/glbSSTe3Mon.htm
…, die auch tatsächlich in der ersten Julihälfte 2017 eingetreten ist, wie die Analyse vom 17.7.2017 zeigt (schwarzes Oval).
Die Analyse der Abweichungen der globalen Meeresoberflächentemperaturen (SSTA) vom 17. Juli 2017. Im zentralen äquatorialen Pazifik (CP) nahe der Datumsgrenze bei 180° zeigen sich zunehmend erwärmte Meeresoberflächen (orangefarben im schwarzen Oval) zwischen etwa 125° West und der Datumsgrenze bei 180°. Östlich von 125°W bis Peru sind die SSTA neutral (weiß) bis leicht unterkühlt (blau). Im Gegensatz zu El Niño im Niño-Gebiet 3.4 und östlich davon (EP-El Niño) tritt die Erwärmung der Meeresoberflächen bei El Niño Modoki (nur) im zentralen Pazifik (CP) auf. Quelle: http://www.tropicaltidbits.com/analysis/ocean/
Bereits Ende April 2017 zeigte sich eine kräftige Abkühlung der Meeresoberflächentemperaturen (SST) im äquatorialen Pazifik, also das Gegenteil von El Niño-Bedingungen, die nach NOAA-Definition SSTA von +0,5 K und wärmer im maßgeblichen Niño-Gebiet 3.4 erfordern.
Zum Vergrößern anklicken: Der CDAS-Plot zeigt die Änderungen der globalen SSTA zum WMO-Klimamittel 1981-2010 der letzten sieben Tage vom 21. bis zum 28.4.2017. Die Temperaturen im äquatorialen Pazifik sind im Niño-Gebiet 3 (schwarzes Oval, blaue Farben) kräftig gefallen, kein El Niño in Sicht! Quelle: http://www.tropicaltidbits.com/analysis/ocean/
Seit Monaten kündeten die meisten ENSO-Modelle vom baldigen erneuten Eintreffen eines global wärmenden El Niño-Ereignisses im äquatorialen Pazifik, was allerdings statistisch sehr unwahrscheinlich war, wie ich am 17.2.2017 schrieb:
„…Das erneute Auftreten von El Niño nach nur etwas über zwei Jahren (s. Tabelle oben) ist zwar statistisch möglich, liegt aber im untersten Bereich der Wahrscheinlichkeit…“
…lagen die Meerestemperaturen (SST) schon Anfang April im neutralen ENSO-Bereich.
„By early April 2017, the tropical Pacific remained in an ENSO-neutral state, with above-average SSTs present in the eastern Pacific Ocean, and near-average SSTs present across the central and east-central part of the basin…“Quelle: wie vor
Wie geht es nun weiter?
Ein Blick in die – nicht immer unverfälschte – gemessene Realität hat bis heute geholfen und hilft sicher auch künftig weiter…
Der Southern Oscillation Index gilt als ca. zweimonatiger Vorlaufwert für die Entwicklung der östlichen Passatwinde (tradewinds) im äquatorialen Pazifik und damit für die weitere ENSO-Entwicklung. Von dauerhaften El Niño-Bedingungen unterhalb von -7,0 bis Mai 2017 weiter keine Spur, allerdings im Juni 2017 ein (vorübergehend?) niedriger Monats-Wert von -9,45 im El Niño-Bereich unterhalb -7,0…
SOI-Grafik mit einem deutlichen Rückgang von +0,68 im Mai auf -9,45 im JUNI 2017 und damit in den El Niño-Bereich unterhalb von -7. Bereits im April 2017 waren mit -6,3 nach +3,8 im März 2017 El Niño-Bedingungen (unterhalb von -7,0) näher gerückt, diese waren im Mai 2017 wieder weiter entfernt….Quelle: https://www.longpaddock.qld.gov.au/seasonalclimateoutlook/southernoscillationindex/soigraph/index.php
Die aktuellen Werte im laufenden 30-Tage-SOI haben sich Mitte Juli 2017 allerdings wieder in den neutralen Bereich von -0,5 erholt.
Laufender 30-Tage-SOI der australischen Wetterbehörde BOM für die letzten beiden Jahre mit Stand Mitte Juli 2017 bei neutralen -0,5. Mit bis zu -12,5 und -11 lag der SOI Anfang Mai und Ende Juni kurzzeitig im negativen Bereich von El Niño-Bedingungen (unter -7,0). Quelle: http://www.bom.gov.au/climate/enso/
Der Energiegehalt (Ocean Heat Content) der oberen 300 m im äquatorialen Pazifik zeigt (bisher) nach drei kleinen Hüpfern unterhalb der El Niño-Schwelle von +0,5 K Abweichung auch Mitte Juli 2017 weiter neutrale Bedingungen.
Der Plot stellt den Verlauf der Temperaturanomalien bis zu 300 Meter unter Wasser im äquatorialen Pazifik dar. Die teils kräftigen negativen Abweichungen der kalten (blauen) Upwelling-Phase einer äquatorialen Kelvinwelle hatten Mitte Mai 2016 mit -1,2 K Abweichung ihren Höhepunkt erreicht und gingen ab Mitte November 2016 in eine neutrale Phase um Null K Abweichung zurück. Drei kurze wärmere Phasen (orange) erreichen bis Mitte Juli 2017nicht die +0,5 K für El Niño-Bedingungen. Quelle: http://www.cpc.ncep.noaa.gov/products/precip/CWlink/MJO/enso.shtml
Eine weitere gemessene Perspektive gibt dieser Blick unter Wasser am 13.7.2017 mit El Niño Modoki.
Der Plot zeigt die Entwicklung der Temperaturanomalien unter Wasser im äquatorialen Pazifik von April 2017 bis zum 13. Juli 2017 von oben nach unten. Die kalten Anomalien beherrschten bis April 2017 große Bereiche im mittleren und östlichen äquatorialen Pazifik von 0 bis etwa 200 m Tiefe. Im Mai 2017 ist davon nur noch ein kalter Rest im östlichen Pazifik (EP) bis etwa 100 m Tiefe übriggeblieben, während es im zentralen Pazifik (CP) vor allem um 200 m deutlich wärmer geworden ist. Dies setzte sich im Juni 2017 bis an die Oberfläche zwischen 120° und 160° W bis etwa 100 m Tiefe fort und verstärkte sich im Juli zu El Niño Modoki. Unterhalb 100 m war es im Zentralpazifik (CP) zwischen 100 und 200 m Tiefe bereits im Juni gegenüber Mai 2017 wieder deutlich kälter geworden und ist auch in der ersten Julihälfte nahezu unverändert. Liegt hier schon wieder La Niña auf der Lauer…? Quelle: 4-month sequence of Pacific Ocean Equatorial temperature anomaly cross sections
Zusammenfassung: Es gibt auch weiterhin – wie seit Februar 2017 – keinen vernünftigen Hinweis darauf, dass in diesem NH-Sommer oder auch danach ein El Niño-Ereignis nach Definition von NOAA eintritt.
Danach müssen fünf aufeinander folgende Dreimonatswerte des ONI bei einer Abweichung der Meeresoberflächentemperaturen (SSTA) von mindestens +0,5 K und wärmer im maßgeblichen Niño-Gebiet 3.4 liegen.
Der ONI wird aus den Monatswerten des Monthly Niño-3.4 index gebildet, drei aufeinanderfolgende Monate bilden El Niño-/La Niña-Bedingungen.
Den Vogel abgeschossen hatten die Mai-ENSO-Prognosen von ECMWF für kräftige El Niño-Bedingungen bis zu +3,0 K Abweichung im NH-Herbst 2017…:
ECMWF-ENSO-Prognose vom Mai 2017 für die Abweichungen der Meeresoberflächentemperatur (SSTA) im maßgeblichen Niño-Gebiet 3.4. Ab NH-Sommer sollen im Mittel El Niño-Werte ab +0,5 K Abweichung und wärmer erreicht werden. Für den November 2017 werden Werte zwischen-0,5 und +3,0 gerechnet,was auf eine starke Unsicherheit hinweist. Quelle: ECMWF ENSO FORECAST.
…, während UKMO/MetOffice deutlich niedrigere Werte, allerdings ab NH-Sommer 2017 im Mittel im schwachen El Niño-Bereich knapp über +0,5 K Abweichung sieht,…
UKMO/MetOffice-ENSO-Prognose vom Mai 2017 für die Abweichungen der Meeresoberflächentemperatur (SSTA) im maßgeblichen Niño-Gebiet 3.4. Ab NH-Sommer sollen im Mittel El Niño-Werte ab +0,5 K Abweichung und wärmer erreicht werden. Im November 2017 werden Werte zwischen-0,2 und +1,6 gerechnet, was auf eine weniger starke Unsicherkeit als bei ECMWF hinweist. Quelle: http://www.metoffice.gov.uk/research/climate/seasonal-to-decadal/gpc-outlooks/el-nino-la-nina
…, die mit der Juni-Prognose 2017 noch etwas nach unten korrigiert wurden.
UKMO/MetOffice-ENSO-Prognose vom Juni 2017 für die Abweichungen der Meeresoberflächentemperatur (SSTA) im maßgeblichen Niño-Gebiet 3.4. Im NH-Sommer sollen im Mittelkaum noch El Niño-Werte ab +0,5 K Abweichung und wärmer erreicht werden. Im Dezember 2017 werden Werte zwischen -0,5 und +1,0 gerechnet, was auf eine deutlich geringere Unsicherkeit als bei ECMWF hinweist. Quelle: http://www.metoffice.gov.uk/research/climate/seasonal-to-decadal/gpc-outlooks/el-nino-la-nina
Auch das ECMWF-Modell hat sich nun wieder von seinen Höhenflügen erholt und zeigt realistischere Mittelwerte im neutralen Bereich an.
ECMWF-ENSO-Prognose vom 1.7.2017 bis Januar 2018. Nach den Höhenflügen von Mai 2017 zeigt auch ECMWF un wieder realistische Werte im Mittel im neutralen Bereich an (+0,5 bis -0,5). Quelle: Nino plumes (Public charts) – Long range forecast
Screenshot der BOM-ENSO-Prognosen vom 17.7.2017. Der Durchschnitt (Mean) der ENSO-Modelle – einschließlich NOAA/CFSv2 – sieht Anfang Mitte Juli 2017 mit rund +0,2 K SSTA neutrale ENSO-Bedingungen (bei NOAA ab +0,5 K und wärmer) für den Oktober 2017. Dabei liegen die Modelle nicht mehr so weit auseinander wie zuvor, die Spanne reicht von -0,2 (zuvor -0,5) bei BOM und +0,6 (zuvor +1,2) bei der NASA. (Nur) BOM sieht El Niño/La Niña-Bedingungen erst ab +- 0,8 K (gestrichelte senkrechte Linien) abweichend von NOAA (+-0,5). Quelle: http://www.bom.gov.au/climate/model-summary/#tabs=Pacific-Ocean
Na da bin ich mal gespannt, ob wir so etwas nochmals zu Lebzeiten bekommen
https://de.wikipedia.org/wiki/Seegfr%C3%B6rnen_des_Bodensees
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Kommt sicher drauf an, welcher Jahrgang man ist…
Aber innerhalb der kommenden 15 Jahre sollte das schon wieder mal drin sein: Neues Sonnenmodell: Kleine Eiszeit schon in 15 Jahren – eisige Winter in Europa und Nordamerika
Selbst die Niagarafälle sind in in einigen der letzten Winter bereits wieder eingefroren:
http://www.wetter.de/cms/eingefrorene-niagarafaelle-naturschauspiel-in-den-usa-2219132.html
http://www.spiegel.de/reise/fernweh/rekordkaelte-laesst-niagarafaelle-erstarren-a-942579.html
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