UPDATE: Bricht der höchste Staudamm der USA? Experte: Staumauer ist undicht!

Der Oroville-Stausee in Kalifornien/USA ist nach den schweren Überflutungen und einem Beinahe-Dammbruch am Notüberlauf Anfang Februar 2017 und der Evakuierung von fast 200.000 Menschen wieder in den Schlagzeilen.

Eine Luftaufnahme vom 27.2.2017 nach dem Schließen des Hauptüberlaufs macht das Ausmaß der Schäden deutlich:

Die Luftaufnahme des Oroville-Dammbauwerks vom 27.2.2017 macht das ungeheure Ausmaß der Schäden deutlich. Der Notüberlauf links neben dem Hauptüberlauf hat das Gelände samt Straße und Bäumen weggerissen. Der Hauptüberlauf ist im unteren Teil völlig zerstört, die Wassermassen sind nach rechts ausgebrochen und haben einen großen Teil des Berges in den Feather River gespült. Der Schuttberg (grau) staut den Fluss auf, so dass der Wasserfall in die Generatoren des Wasserkraftwerks (rechts unterhalb des Hauptstaudamms) für mehrere Tage gestoppt werden musste. Quelle: Große Schäden am Oroville-Staudamm: Ablauf gestoppt, die Schäden sind gewaltig + Video

Die kalifornische Zeitung  „THE SACRAMENTO BEE“ berichtet am 20. Juli 2017 über die Untersuchungen durch einen Experten für bauliche Katastrophen und über undichte Stellen am mit 235 m höchsten Staudamm der USA: „Catastrophic engineering expert asks: Is Oroville Dam leaking?“

Während offizielle Stellen abwiegeln und erklären, alles sei Ordnung mit dem Staudamm, hat der in den USA auch wegen seiner Untersuchungen über den Bruch der Deiche um New Orleans beim Hurrikan Katrina im Jahr 2005 bekannte und hoch angesehene Ingenieur Robert Bea vom Center for Catastrophic Risk Management an der Universität Berkeley einen 124-seitigen-Bericht vorgelegt, der beunruhigende Fakten aufzeigt.

Zusammen mit einem 14köpfigen Team Freiwilliger, darunter wie er im Ruhestand befindliche Offizielle für Dammsicherheit und Wassermanagement,  hat er nach Auswertungen alter Fotos, Videos und Staats- und Bundesinspektionsberichte geschlossen, dass ernsthafte Probleme in Gang sein könnten.

Der Bericht warnt vor einem möglichen Bruch des Staudamms in der ernsthaften und gefährliche Form einer Art „Zeitlupe“ durch andauernde Risse, die womöglich durch Verlagerungen innerhalb des aufgeschütteten Erdmaterials entstanden sind.

Der Bericht stellt auch fest, dass die in den Damm zur Feststellung derartiger gefährlicher Bewegungen eingebauten Messgeräte seit Jahren ausgefallen sind.

„Das ist beängstigend. Aber es lohnt sich, Angst zu haben,“ sagte Ingenieur Bea in einem Interview.

Eine weitere Zeitung veranschaulicht die seit längerem bekannten Probleme mit alten und neuen Fotos, die im Jahr 2017 im oberen Bereich des mächtigen Staudamms grüne Flächen zeigen, die so in Aufnahmen aus dem Jahr 2015 noch nicht zu sehen waren.

Dies deute auf Risse und Wasserzufuhr von innen hin, da die Pflanzen in dieser Höhe und wegen der steilen Dammwand nicht von unten oder von Regenwasser gespeist werden könnten.

„Fig 2. 2015 image of vegetation following an upward elevation slope away from the left abutment. Erosion channels, Greenage locations, non-greenage above & below & up the embankment, uphill waterflow, contradicts against a left abutment spring. Image courtesy of Google Earth.“ Quelle: Oroville Dam Breach? DWR Investigating Leaking – Hasn’t Revealed this to the Public
„Fig 1. Sign of „Differential Settlement“ inferring „cracks“ within the core of Oroville Dam. Greening Wet Area, with erosion channels, being investigated by DWR. „Differential Settlement Failure“ known to occur from Steep Slope Abutment transitions, as observable in Oroville’s side abutment. Seepage is able to reach the outer shell embankment, indicating a „clogging“ of the dam’s internal „Drain Zone“ – in addition to soil „fines“ migration creating a horizontal flow bench.“ Quelle: wie vor

Der Staat Kalifornien schätzt die Kosten nach der Februar-Krise für die Reparaturen am Notüberlauf und am völlig zerstörten Hauptüberlauf auf mehr als eine halbe Miliarde US-Dollar, die Reparaturen sollen weitere zwei Jahre andauern.

„Demolition and removal of the lower portion of the main spillway at the Oroville Dam on June 7. Ken Cantrell, Special to The Bee. Read more here: http://www.sacbee.com/news/local/article162801773.html#1#storylink=cpy“

Die großen Talsperren in Kalifornien sind im Hochsommer 2017 entgegen den Prognosen der „Klimaexperten“ für eine „Unendliche“ Dürre in Kalifornien nahezu randvoll, ausgenommen natürlich der Oroville-Stausee, dessen Wasserstand wegen drohender weiterer Zerstörung ständig abgesenkt wurde…

Die Stauseen in Kalifornien sind im Sommer 2017 gut gefüllt (Stand 21.7.2017). Manche sind randvoll, die meisten liegen über dem historischen Mittel, außer dem Oroville-Stausee, dessen Pegel wegen der schweren Schäden und der andauernden Reparaturen künstlich abgesenkt werden muss. Quelle: https://cdec.water.ca.gov/cgi-progs/products/floodcontrol.pdf

Das Wort zum Sonntag:

„Without changing our patterns of thought, we will not be able to solve the problems we created with our current pattern of thought.“ – Albert Einstein (Quelle: http://damfailures.org/)

(„Ohne unsere Denkmuster zu ändern werden wir nicht fähig sein, die Probleme zu lösen, die wir mit unserem derzeitigen Denkmuster erschaffen haben.“)

Mit besten Grüßen an die „Klimaexperten“ Schellnhuber, Rahmstorf, Latif et al.

 

Letzte Meldung – Ab heute wird es kühl: Frühherbstlich kalter und nasser Start in die „Hundstage“ in Mitteleuropa!

GFS-Prognose vom 23.7.2017 (Beginn der „Hundstage“) für Luftdruck, Tmax und Niederschläge bis zum 26.7.2017. Tiefkomplex „Zlatan“ zieht heute langsam von der Nordsee nach Mitteleuropa und führt zunehmend kühle und feuchte Meeresluft auch nach Deutschland. Dabei gehen die Tmax in Teilen Deutschlands unter Regenfällen schon am 24.7.2017 bis auf frühherbstliche 14°C runter, bis zum 26.7.2017 fallen Niederschläge bis zu 75l/m². Die Modellprognosen vom 16.7.2017 (s. Grafik unterhalb) für tiefen Druck über Mitteleuropa um den 26.7.2017 dürften zutreffen. Erst um den Monatswechsel könnten sich wieder sommerliche Temperaturen einstellen…Quelle: http://www.wetterzentrale.de/

16.7.2017: Modelle mit kaltem Trog zu den Hundstagen Ende Juli 2017!

Zum Vergrößern anklicken: Vergleich der Modellprognosen von ECMWF, GFS und GEM für 500 hPa (rund 5500 m Höhe) vom 16.7.2017, 00.00 Uhr für den 26.7.2017. In ziemlicher Übereinstimmung zeigen alle drei Modelle am 26.7.2017 ein Hochdruckgebiet bei den Azoren und tiefen Druck über West- und Mitteleuropa . Mit einer nordwestlichen Strömung werden kühle Meeresluftmassen nach West- und Mitteleuropa geführt, die meist unsommerliche Temperaturen unter Tmax 25°C, teils sogar nur um 15°C bedeuten. Quelle: http://www.wetterzentrale.de/
WZ-Prognose T2m Köln vom 16. 7. bis 1.8.2017. Ab 26.7.2017 liegen die Tmax zunächst um 20°C, dann sogar nur noch um 15°C im herbstlichen Bereich – an den Hundstagen! Quelle: http://www.wetterzentrale.de/
Vergleich der Stratosphärenprognosen von ECMWF (150 hPa, rund 14 km Höhe) und von GFS (100 hPa, rund 16 km Höhe) vom 15./16.7.2017 für den 25.7.2017. Beide Modelle sehen eine kühle Troglage über Mitteleuropa zum Beginn der Hundstage. Beide rechnen mit hohem Luftdruck über dem östlichen Nordatlantik und im Raum Island/Grönland. Zwischen dem Hoch und dem Trog, der bei ECMWF kräftiger ausgeprägt ist,  werden mit einer westlichen bis nordwestlichen Höhenströmung relativ kühle und feuchte Meeresluftmassen nach West- und Mitteleuropa geführt. Bei Eintreffen dieser Troglage werden die eigentlich heißen Hundstage in Mitteleuropa eher herbstlich kühl! Das Rossbywellenkarussell dreht sich unvermindert weiter, wie die fünf ausgeprägten kalten Tröge im Polarjet der NH bei ECMWF ausweisen. Allerdings könnte das Cut-Off-Höhentief über der Nordsee zusammen mit einem Grönland/Islandblock zu einer Verlangsamung über Europa führen und sich das Tief über Mitteleuropa „festbolzen“…Quelle: http://www.geo.fu-berlin.de/met/ag/strat/produkte/winterdiagnostics/index.html und http://www.cpc.ncep.noaa.gov/products/stratosphere/strat_a_f/#emcz

 

Herzlich euer

Schneefan2015

 

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5 Gedanken zu “UPDATE: Bricht der höchste Staudamm der USA? Experte: Staumauer ist undicht!

  1. Hallo
    Den „Klimaexperten“ Schellnhuber, Rahmstorf, Latif wird das ziemlich wurscht sein , die befinden sich ja in der „Wüste Deutschland “ und erfreuen sich an dem seit Jahren wieder auftretenden Regen !
    Ironie Off
    Wenn so ein Damm bricht , geht das ratz fazt , vor so einer Sturzflut kann sich keiner in dem Tal in Sicherheit bringen !
    Sollte man den oben genannten einen Urlaub dort spendieren ?
    Einen schönes Wochenende in die Runde

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    1. Eine gute Urlaubs-Idee: Die falschen Propheten würden mit den Folgen ihrer Irrlehren unmittelbar konfrontiert…

      Der Oroville-Damm bricht wohl -vorläufig- eher nicht ratzfatz, sondern über Jahre in slow-motion…, aber dann…

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      1. Ab einem bestimmten Punkt geht das, nach der slow-motion Phase, bei aufgeschütteten Dämmen mit Lehmkerndichtungen tatsächlich ratz,fatz!
        Es gibt einen Kipppunkt, der sich durch plötzlich sprudelnden Wasseraustritt an den undichten Stellen manifestiert, die vorher durch Sickerwasser „nur“ durchfeuchtet waren. Das wäre dann Alarmstufe rot.
        Beunruhigend ist, dass in der Drainageschicht offensichtlich keine der Einrichtungen (mehr) funktionsfähig ist, mit denen die Menge des Sickerwassers kontrolliert wurde.
        http://www.linkedin.com/pulse/oroville-dam-failure-scott-cahill.
        Kontrollschächte/gänge wie in Schwergewichtsmauern sind ja nicht möglich.
        Hoffentlich wird die Sanierung nicht auf die lange Bank geschoben.

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      2. Ein geschwächter Damm ist immereinRisiko. Man muss sich nur den immensen Druck vorstellen, dem dieser Damm durch den randfollen Stausee ausgesetzt ist. Wenn sich Wasser da ein Lücke sucht, geht es wirklich ratzfatz. Wasser kann eine unheimliche Kraft entwickeln, wenn es mal ins Fließen kommt.
        Ein anderes Problem, Erdbeben in Kalifornien. Es müsste nicht mal sehr stark sein, aber für einen geschwächten Damm kann ein schwaches, zumindest mittleres Erdbeben ein riesen Problem darstelle,
        Also ich wollte nicht unterhalb des Dammes leben.

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  2. Hallo, medo,

    danke für deinen Kommentar und vor allem für den spannenden Link.

    Die von mir zitierte Zeitung „The Sacramento Bee“ schreibt zum zeitlichen Ablauf nach Eingabe der Studie:

    „…Oroville Dam spokeswoman Erin Mellon said the state would make sure Bea’s report is shared with an independent team of experts that has been hired by the state to conduct a forensic study of what caused the spillway to collapse….

    …Department of Water Resources officials have declined to say what they think happened to the spillway. The state is awaiting the results from the forensic study being conducted by the outside group of engineers. That report is due this fall and will be made public…“

    Read more here: http://www.sacbee.com/news/local/article162801773.html#storylink=cpy

    Ich verstehe das so, dass der Bericht des Experten Bea an ein unabhängiges(!) Expertenteam weitergereicht wird, das bereits die Ursachen für die Zerstörung des Hauptüberlaufs untersucht.

    Deren Ergebnis wird im Herbst(!) 2017 erwartet und soll veröffentlicht werden…

    Mal sehen, ob der Damm so lange durchhält…, und hoffen, das kein schweres Erdbeben in Nordkalifornien zuschlägt…

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