Modelle: August 2017 in Deutschland weiter meist unsommerlich – Wintereinbruch in den Alpen!

Nach einem warmen Start ist es wie erwartet unsommerlich kühl und herbstlich nass im August 2017 in Deutschland, in den Alpen schneit es bis auf 1600 m (Fotostrecke).

„In den Schweizer Alpen hat es bis 1600 Meter Höhe herab geschneit. Am Morgen erwachten viele Touristen in den Berghütten und trauten ihren Augen nicht, als die Welt um sie herum über Nacht weiß geworden war. “ Quelle: Wintereinbruch in den Alpen

Ursache ist die seit dem Siebenschläferzeitraum Anfang Juli 2017 andauernde Westwetterlage, mit der im raschen Wechsel mal wärmere und mal kühlere Luftmassen nach Mitteleuropa geführt werden.

Was Ende Juli 2017 noch Tief „Zlatan“ und Tief „Werner“ mit ihren Starkniederschlägen anrichteten, hat nun Tief „Hermann“ übernommen…

WZ-Prognose der Wetterlage in Europa vom 10. für den 11.8.2017. Der Trog-Tief-Komplex „Hermann“ liegt über Mittel- und Südeuropa mit Starkniederschlägen und sinkenden Temperaturen. Quelle: http://www.unwetterzentrale.de/uwz/lagebericht.html

…,der sich als hochreichendes Cut-Off -Tief über Mitteleuropa sogar in der unteren Stratosphäre abbildet.

ECMWF-Stratosphären-Analyse des Geopotentials und der Temperaturen in 150 hPa (rund 14 km Höhe) vom 10.8.2017. Über Mitteleuropa liegt ein kaltes „Cut-Off-Tief“ (Höhentief). Zusammen mit dem gekoppelten Bodentief-Komplex „Hermann“ sorgt das „Tief Mitteleuropa“ für starke und anhaltende Aufgleit- und Hebungs- Niederschläge durch Zufuhr subtropischer Luftmassen auf der Vorderseite und Einströmen kühler Atlantikluftmassen auf der Rückseite, die über Mitteuropa verwirbelt werden. Quelle: http://www.geo.fu-berlin.de/met/ag/strat/produkte/winterdiagnostics/index.html

Diese ungemütliche Wetterlage „Trog Mitteleuropa“ um den 10.8.2017 hatten die Strosphärenmodelle von ECMWF und GFS bereits Ende Juli 2017 richtig vorhergesehen.

Vergleich der Stratosphärenprognosen ECMWF (150 hPa, rund 14 km Höhe) und von GFS (100 hPa, rund 16 km Höhe) vom 30/31.7.2017 für den 9.8.2017. Beide Modelle sehen eine kühle Troglage über Mitteleuropa. Beide rechnen mit einer strammen und für diese Jahreszeit weit südlich verlaufenden Westdrift (Winkel West – Großwetterlagen) über dem Nordatlantik und einem kräftigen Trog über Mitteleuropa.  Dabei werden  werden mit einer westlichen Höhenströmung relativ kühle und feuchte Meeresluftmassen nach Mitteleuropa geführt. Quelle: http://www.geo.fu-berlin.de/met/ag/strat/produkte/winterdiagnostics/index.html und http://www.cpc.ncep.noaa.gov/products/stratosphere/strat_a_f/#emcz

Tiefkomplex „Hermann“ bringt erneut Starkniederschläge und örtliche Überschwemmungen in großen Teilen Deutschlands…

UWZ-Warnungen am 11.8.2017 vor verbreitetem Starkregen und vor Gewittern in Deutschland. Quelle: UWZ

…und anderen Teilen Europas: Hitze und Trockenheit in Teilen Südeuropas sind an den heißesten Wochen des Jahres, den Hundstagen, frühzeitig beendet, wie die UWZ-Unwetterwarnungen zeigen.

UWZ-Warnungen vom 11.8.2017 für Europa vor Starkregen und Gewittern sowie Hitze in Europa. Von Hitze ist auch in Südeuropa an den heißesten Tagen des Jahres, den Hundstagen, nur noch wenig zu sehen...Quelle: UWZ

Ein Ende dieser Großwetterlage ist in den Modellen bisher nicht zu erkennen, wie ein Blick in die zuletzt recht zuverlässigen Stratosphären-Glaskugeln von ECMWF und GFS für die kommenden acht Tage mit der Erneuerung des Troges über Mitteleuropa erkennen lässt.

Vergleich der Stratosphärenprognosen ECMWF (150 hPa, rund 14 km Höhe) und von GFS (100 hPa, rund 16 km Höhe) vom 10./11.8.2017 für den 19.8.2017. Beide Modelle sehen erneut eine kühle Troglage über Mitteleuropa. Beide rechnen mit hohem Luftdruck über dem östlichen Nordatlantik. Zwischen dem Hoch und dem Trog werden mit einer nordwestlichen Höhenströmung relativ kühle und feuchte Meeresluftmassen nach Mitteleuropa geführt. Quelle: http://www.geo.fu-berlin.de/met/ag/strat/produkte/winterdiagnostics/index.html und http://www.cpc.ncep.noaa.gov/products/stratosphere/strat_a_f/#emcz

Entsprechend sind die GFS/ENSemble-Prognosen für die meist unterdurchschnittlichen Temperaturen und die anhaltenden Niederschläge in den kommenden zwei Wochen z.B. für Köln.

GFS/ENSemble-Prognose für Köln T 850 hPa (rund 1500m, weiße Linie) vom 11.8. bis 26.8.2017 – meist unter dem Durchschnitt (rote Linie) bei anhaltenden Niederschlägen (unten in der Grafik). Quelle: http://www.wetterzentrale.de

Ein einzelner tröstender Sommer- oder Hitzetag wird von GFS und auch von anderen Modellen, außer von ECMWF, recht übereinstimmend am  15.8.2017 gesehen.

WZ-Multi-Modell-Prognosen für Köln T850hPa (rund 1500m) vom 11. bis 21.8.2017. Außer ECMWF (blau fett) zeigen drei andere Modelle am 15.8.2017 einen Anstieg der Temperaturen auf über 15°C in 1500 m Höhe. Das sind bei Meereshöhe( und etwa 12,5°C mehr) 2m-Temperaturen über 25°C – ein seltener Sommertag im August 2017…Quelle: http://www.wetterzentrale.de

Bisher gab es am Flughafen Köln-Bonn im heißesten Zeitraum des Jahres 2017 ab 23.7. (Beginn  der Hundstage) erst  fünf Sommertage mit Tmax mindestens 25°C, davon zwei im August 2017, einen heißen Tag mit Tmax mindestens 30°C gab es nicht…

Die Grafik zeigt den Temperaturverlauf an den heißesten Tagen des Jahres (Hundstage) vom 23.7. bis 11.8.2017 am Flughafen Köln-Bonn. Bisher gab es im Juli drei und im August 2017 zwei Sommertage mit Tmax mind. 25°C, es gab bisher keinen Hitzetag mit Tmax mind. 30°C. Quelle: http://www.niederschlagsradar.de/wettercharts.aspx?station=K%c3%b6ln%2fBonn&stationcode=63

Bekanntlich kommt die erste Herbstwetterlage statisisch um den 26.8. jeden Jahres…, ist der Sommer 2017 also eigentlich schon -fast- zu Ende…?

Letzte Meldung: Ungewöhnliche „Kältewelle“ in Nordamerika im August 2017 – Temperaturen in den USA,  Kanada und Grönland teils bis zu -7°C unter dem WMO-Klimamittel.

Die Analyse der Abweichungen der 2m-Temperaturen für den Zeitraum vom 1. bis 10.8.2017 in Nordamerika und Grönland. Große Teile der USA und Kanadas sowie Grönlands weisen in den ersten zehn Tagen des August 2017 negative T-Abweichungen bis zu -7 K vom WMO-Klimamittel 1981-2010 auf.

 

Herzlich euer

Schneefan2015

 

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12 Gedanken zu “Modelle: August 2017 in Deutschland weiter meist unsommerlich – Wintereinbruch in den Alpen!

  1. Wieder einmal ein sehr guter Artikel. Insbesondere in SH und HH ist deutlich zu spüren, dass der Sommer dieses Jahr hier noch gar nicht angekommen ist und wohl auch nicht mehr ankommen wird. Das Nord-Süd Gefälle ist dieses Jahr noch stärker ausgeprägt als im Sommer 2015. Laut langjährigem Mittel ist das Wetter im Norden Durchschnitt, aber ich kann mich nicht mehr daran erinnern, wann wir hier zuletzt einen Sommer mit so wenig Sommertagen hatten. Auch wenn im Norden ozeanisches Klima herrscht, hatten wir in den letzten Jahren deutlich mehr Sommertage gehabt. Westküste SH bis jetzt: 7 Sommertage, kein Hitzetag. Zumindest gefühlt ist es hier oben im Norden ein sehr schlechter Sommer.

    Weiterführende Links zum „Sommer“ 2017 im Norden:

    https://www.shz.de/regionales/schleswig-holstein/panorama/regen-verwaessert-freibaedern-in-sh-die-bilanz-id17539801.html

    https://www.shz.de/regionales/meteorologen-sommer-in-daenemark-und-schleswig-existiert-nicht-id17402331.html

    http://www.wetter.com/news/hamburgs-freibadbetreiber-stoehnen-warmer-fruehling-kein-sommer_aid_5989c06638f7887e8037f475.html

    http://www.sueddeutsche.de/news/panorama/wetter—offenbach-am-main-schleswig-holstein-im-juli-das-kaelteste-bundesland-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-170731-99-463027

    http://www.wetter.com/news/halbzeitbilanz-eines-ungerechten-sommers_aid_596c740e38f7887ce8145aba.html

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    1. Danke für die positive Rückmeldung.

      Ja, vor allem seit Anfang Juli 2017 ist der Sommer in der Nordhälfte Europas und auch Deutschlands überwiegend unterkühlt zum modernen und international üblichen WMO-Klimamittel 1981-2010.

      NOAA-Reanalyse TA 2m Europa Juli 2017

      Nimmt man den (fast) kompletten Sommer vom 1.6. bis 11.8.2017 (aktualisiert), sieht es zwar wegen des warmen Juni in Deutschland etwas besser aus, dafür sind vor allem große Teile Osteuropas noch deutlich kälter, weil auch der Juni dort untertemperiert war…
      NOAA-Reanalyse TA 2m 1.6. bis 11.8.2017
      Quelle: NOAA Reanalyse

      Bekanntlich wird das veraltete (kältere) Klimamittel 1961-1990 vor allem von Klima-Alarmisten (also DWD, Süddeutsche Zeitung, PIK Potsdam u.a.m.) verwendet, um eine Erwärmung vorzutäuschen oder einen realen Temperaturrückgang zu verschleiern, wie er z.B. im Juli 2017 im Gebietsmittel Deutschlands stattfand.

      Juli 2017

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  2. Seeehr guter Beitrag .
    Dazu passt auch die folgende DPA Meldung :

    CO2-Konzentration steigt so schnell wie nie
    Washington (dpa). Die Konzentration an klimaschädlichem CO2 in der Atmosphäre hat 2016 so schnell zugenommen wie nie seit Beginn der Messungen vor 58 Jahren. Im weltweiten Durchschnitt lag sie bei 402,9 Teilchen pro Million Teilchen – und damit erstmals über der Marke von 400. Das Plus von 3,5 Teilchen pro Million Teilchen im Vergleich zum Jahr 2015 sei ein Rekordwert seit Beginn der Aufzeichnungen. Zudem war die CO2-Konzentration damit erneut so hoch wie seit 800 000 Jahren nicht. Das geht aus dem am Donnerstag veröffentlichten Jahresbericht der US-Klimabehörde NOAA hervor.

    Wann Wachen die Verantwortlichen endlich bei uns auf ?
    Wenn es so wäre , das CO2 die Temperatur positiv beeinflusst , dann müssten wir in diesem Sommer ein Temperaturanstieg im mittleren einstelligen Bereich haben ! Haben wir aber nicht !!!
    Herr Schulz will jetzt sogar über die EU eine verbindliche Quote für E-Autos einführen lassen .
    Für mich heißt das , das ich gezwungen werden soll so ein Auto zu kaufen , wenn ich bei der „Reise nach Rom“ verlieren sollte !
    Wie kann man diesen Quatsch stoppen ?
    Schönen Gruß in die Runde

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    1. Die dpa-Meldung ist – wie so oft – klimaalarmistischer Unsinn.

      CO2 ist nicht klimaschädlich, sondern für das Leben auf der Erde unersetzlich. Das klägliche Versagen der IPCC-Klimamodelle – Die Sonne bestimmt Wetter und Klima, nicht das lebensnotwendige CO2!

      Ohne CO2 gibt es keine sauerstoffbildenden Pflanzen, ohne Pflanzen gibt es weder Tiere noch Menschen auf der Erde.

      Wie leben außerdem in einer erdgeschichtlichen Zeit des CO2-Mangels in unserer Atmosphäre.

      Der CO2-Anstieg der letzten Jahrzehnte lässt die Erde ergrünen:
      Wir brauchen also bei stetig wachsender Erdbevölkerung stetig mehr Nahrungsmittel, also auch mehr CO2 in unserer Atmosphäre, um mehr pflanzliche Nahrung zu erzeugen.

      Die Temperaturen im kleinen Deutschland können nicht der Maßstab für die angeblichen Wirkungen von CO2 auf das Wetter sein, denn es gibt auch bei steigenden, gleichbleibenden oder auch fallenden globalen Durchschnitts-Temperaturen immer Regionen, die mindestens zeitweise über oder unter dem globalen Mittel liegen werden…, das hat ein mathematisches Mittel so an sich…

      Man kann natürlich füglich bezweifeln, ob eine globale Mitteltemperatur aus heißen Wüstentemps und eisigen polaren Mittelwerten überhaupt sinnvoll ist…

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      1. Ich bin völlig deiner Meinung , nur die Verdummung eines Großteils der Menschen auf diesem Planeten durch die Medien setzt sich weiter fort und das verursacht bei mir eine ganz große Krawatte !
        Grüße aus Ingolstadt

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  3. Aus dem herbstlich kühlen 15°C temperierten Karlsruhe in den Hundstagen ein Gruß an die Runde.
    Wir im Süden sind zwar, was den Sommer anbelangt, besser davongekommen als der Norden. Jedoch glaube ich, dass wir uns in den nächsten Jahren an solche Sommer gewöhnen müssen. Die Sonne macht ein Nickerchen, und da wird es eben kälter. Nach einem Piek Anfang nächster Woche, geht es wieder steil bergab mit den Temperaturen. WO natürlich prescht mit 35°C voran, wird wohl so gerade um die 30°C Marke gehen.
    Wegen CO2, die sollten sich lieber Sorgen um die rasant wachsende Bevölkerung in Südasien und Afrika machen. Die Vermüllung der Meere wäre auch ein lohnendes Thema. Leider verdient man da kein
    Geld, es kostet nur.

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  4. Ja, am Dienstag sind hier für Stuttgart zwischen 28 und 31° C vorgesehen, je nachdem. Yahoo meldet 28°C für Dienstag, Wetterkontor und der DWD max. 31 °C. Danach geht wieder runter zwischen 20 und 25 Grad Celsius, wobei seit heute die DWD-Trendkurve ab dem 21.08. wieder nach oben zeigt, zwar nicht gen 35 Grad, aber max 30 Grad. Lassen wir uns überraschen, ob nicht doch noch eine echte Hitzewelle Ende August kommt oder ob es dann ab Dienstag war mit dem heißen Wetter.

    War jetzt 1,5 Wochen an der Nordsee, hatte meistens so Temperaturen zwischen 18 und 22 Grad, recht angenehm, aber immer wieder Regen.

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