Früher Frost in der Arktis – Grönlandeis wächst nach Schneebombe!

Der Polarsommer scheint in diesem Jahr vorzeitig zu enden, das Grönlandeis wächst ungewöhnlich früh nach einer Schneebombe im Nordwesten der eisigen Insel.

Die Durchschnittstemperaturen in der Zentralarktis nördlich 80°N liegen nach einem unterkühlten Sommer bereits seit einigen Tagen wieder unter dem Gefrierpunkt, rund eine Woche früher als im kalten Klimamittel 1958-2002.

Der Plot des dänischen Wetterdienstes (DMI) zeigt den Verlauf der täglichen Durchschnittstemperaturen der Arktis (rote Linie) nördlich 80°N im Jahr 2017 im Vergleich zum vieljährigen Durchschnitt (grüne Linie). Mitte August 2017 (aktualisiert am 16.8.2017) liegen die Durchschnittstemperaturen knapp unter 0°C (273,15 Kelvin, blaue Linie) und damit unter dem vieljährigen Durchschnitt 1958-2002 (grüne Linie), wie schon seit Ende April 2017. Der Höhepunkt des jährlichen Temperaturverlaufs ist bereits überschritten, im August wird die Strahlungsbilanz in der Arktis bei sinkendem Sonnenstand wieder negativ und die Durchschnittstemperaturen fallen – in diesem Jahr verfrüht – wieder unter 0°C. Quelle: http://ocean.dmi.dk/arctic/meant80n.uk.php

Durch außergewöhnlich frühe und kräftige Schneefälle im Nordwesten Grönlands ist die Massebilanz trotz anhaltender Schmelze in anderen Teilen Grönlands an einem einzigen Tag um rund 6 Milliarden Tonnen (Kubikmeter) rekordverdächtig gewachsen.

Die Grafiken stellen den täglichen Masse-Zuwachs (blau) oder Masseverlust (rot) vom 9.6.2017 (linke Grafik) im Vergleich zum Klimamittel 1981-2010 am selben Tag dar. Der Massezuwachs am 14.8.2017 liegt deutlich über dem Durchschnitt, weil in Nordwestgrönland eine „Schneebombe“ niederging, die an diesem einen Tag die Massebilanz um rund 6 Milliarden Tonnen oder Kubikmeter (m³) wachsen ließ. Quelle: http://www.dmi.dk/en/groenland/maalinger/greenland-ice-sheet-surface-mass-budget/

In der folgenden Grafik des DMI ist die „Schneebombe“ als Zuwachsspitze in der Massebilanz zu sehen, die es zu dieser Jahreszeit seit Beginn der Messungen noch nicht gegeben hat.

Die beiden DMI-Grafiken zeigen die Entwicklung des aufsummierten täglichen Eiszuwachses seit 1.9.2016 bis zum 14.8.2017 in Gigatonnen (Gt, eine Milliarde Tonnen). Die blaue Linie in der oberen Grafik (SMB=Surface Mass Balance/GT/day)  übersteigt den grauen Bereich des Durchschnitts deutlich nach oben und zeigt einen neuen Zuwachsrekord zu dieser Jahreszeit. In der unteren Grafik zeigt die blaue Linie der Jahresbilanz einen Tick nach oben, ungewöhnlich für die eigentlich noch andauernde Zeit der Eisschmelze (graue Durchschnittslinie). Bereits am 3.5.2017 hatte eine Schneebombe mit rund 8 Gigatonnen (8 Milliarden Tonnen oder 8 km³) Eiszuwachs einen neuen Tagesrekord (obere Grafik) und auf rund 670 Gt angesammelten (Acc.=Accumulierten) Jahresrekord (untere Grafik) an Eiszuwachs in einem Mai erreicht. Wehrt sich die Natur gegen Datenmanipulationen? Die graue Linie und die grauen Flächen stellen den am 25.4.2017 neuen angehobenen Durchschnitt (Mean) 1981-2010 dar, der den aktuellen anhaltenden starken Eiszuwachs geringer erscheinen lässt als zum alten niedrigeren Durchschnitt 1990-2013. Die rote Linie zeigt das kräftige Schmelzjahr vom 1.9.2011 bis 31.8.2012. Die Differenz von 2012 zu 2017 liegt bei rund +450 Gt (+450 km³). Quelle: http://www.dmi.dk/en/groenland/maalinger/greenland-ice-sheet-surface-mass-budget/

Die Meereisflächen (extent) in der Zentralarktis haben bei solch eisiger Umgebung keinen Grund, zu schmelzen und sind im August 2017 deutlich größer als in den letzten Jahren.

Der „Maisie“-Plot zeigt die Meereisflächen (extent) der Zentralarktis am 14.8.2017. Gegenüber Juli 2017 sind die Meereisflächen im August 2017 zu den vier Vorjahren größer geworden und haben mit Abstand den höchsten Wert der letzten fünf Jahre. Quelle: https://nsidc.org/data/masie/masie_plots

Die globalen 2m-Temperaturen vor allem auf der SH befinden sich im freien Fall, wie der aktuelle Plot mit den Messungen bis 15.8.2017 und den Prognosen für die kommenden sieben Tage deutlich zeigt.

Der Plot stellt die gemessenenen und berechneten Abweichungen der globalen 2m-Durchschnittstemperaturen zum modernen und international üblichen WMO-Klimamittel 1981-2010 dar. Nach den bis zum 15.8.2017 gemessenen und für die folgenden sieben Tage berechneten Werten gehen die globalen Temperaturen (schwarze Linie) ab Mitte August 2017 wieder nach unten, obwohl sie mit dem wärmenden NASA/GISS-Faktor “adjusted” (verfälscht) wurden. Vor allem auf der im Hochwinter befindlichen SH (blaue Linie) mit 81% Meeresoberflächen stürzen die Temperaturen in der Prognose nach Mitte August 2017 regelrecht bis unter NULL K Abweichung ab und erreichen den tiefsten Stand dieses Jahres. Quelle: http://www.karstenhaustein.com/climate.php

Die Temperaturen im August 2017 zeigen bisher nach einem kühlen und sehr nassen Juli 2017 in der Nordwesthälfte Europas erneut negative Abweichungen.

Analyse der Abweichungen der 2m-Temperaturen (TA) vom 15.8.2017 für Europa. Nach einem teils sommerlich warmen bis heißen Start in den August 2017 ist es in der NW-Hälfte Europas einschließlich Deutschland kräftig abgekühlt, in einigen Ländern werden negative Abweichungen zum modernen und international üblichen WMO-Klimamittel für den August 2017 gemessen, in Deutschland -0,5 K. Quelle: http://www.karstenhaustein.com/climate.php

Dabei sind vor allem die letzten sieben Tage dort ungewöhnlich kühl gewesen und haben den Wärmeüberschuß der ersten Augusttage mehr als ausgeglichen.

Die Analyse der Abweichungen der 2m-Temperaturen (TA) für Europa vom 15.8.2017 zeigt die kräftige Abkühlung der letzten sieben Tage in der NW-Hälfte Europas. Es wurden teils kräftige negative Abweichungen bis zu – 3 K in Frankreich zum modernen und international üblichen WMO-Klimamittel 1981-2010 für den August 2017 gemessen. Quelle: wie vor

Es lebe die „globale Erwärmung„, die seit ihrem nun fast 20jährigen Ausbleiben „Klimawandel“ genannt wird…

 

Letzte Meldung: Sowohl die Nordwest– als auch die Nordostpassage der Arktis sind bis zum 15.8.2017 nur für Eisbrecher befahrbar, also geschlossen.

Sowohl die Nordwestpassage (schwarzer Kreis links) als auch die Nordostpassage (schwarzer Kreis rechts) sind bisher von 1 – 2m dickem Eis versperrt und nur mit Eisbrechern befahrbar. Das Meereisvolumen der Arktis befindet sich im vieljährigen Durchschnitt (Grafik oben rechts). Quelle: http://ocean.dmi.dk/arctic/icethickness/thk.uk.php

 

Herzlich euer

Schneefan2015

 

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5 Gedanken zu “Früher Frost in der Arktis – Grönlandeis wächst nach Schneebombe!

    1. Wenn es in Deutschland an einem Punkt 40 Grad warm ist , heißt das noch lange nicht das es in ganz Deutschland so warm ist !!!
      Man darf nicht nur , wie in der Presse gern getan , sich einen Punkt raussuchen und den dann verallgemeinern und daraus auch noch eine reißerische Story machen !
      Das ist ein kommerzieller Sender der braucht die Werbung und die Klicks und die bekommt er wenn er auf dieser „Klimawelle“ versucht ganz oben zu schwimmen !
      Gruß in die Runde

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    2. Nö, es handelt sich nicht um einen Buschbrand, sondern um einen Torfbrand, der ist bekanntlich schwer zu löschen…

      Die Temperaturen auf der Halbinsel im Süden Grönlands geben keinen Anlass dafür anzunehmen, dass sie Ursache der räumlich sehr begrenzten Brände sind.

      Grönland T

      Grönland Tmin

      Wurden die Temperaturen von fast 25°C möglicherweise nahe eines Feuers gemessen…?

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      1. Die T-Prognosen für die kommenden sieben Tage zeigen Grönland untertemperiert…

        (zum Vergrößern anklicken)

        …und überwiegend frostig:

        In zehn Tagen soll dort bereits tiefster Winter um -20°C herrschen…

        Grönland

        …, und in Deutschland ist Herbst mit einstelligen Tmin…

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