Update CFSv2: Kühler Herbst und kalter Winter?

Eilmeldung 18.9.2017:  Bali-Vulkan Agung: Warnstufe “orange”. Letzer Ausbruch 1963 mit VEI 5! 

Behörden alarmiert: Größter Vulkan Balis steht vor Ausbruch.  Erste Aschewolken bis zehn Kilometer Höhe!

Der Winter 2017/18 in Europa könnte einer der kältesten der letzten 20 Jahre – und damit in diesem Jahrhundert – werden.

Auch Mitte September 2017 rechnet das amerikanische Wettermodell CFSv2 von NOAA erneut mit durchgehend kalten Temperaturen in allen drei Wintermonaten.

(zum Vergrößern anklicken)

Meteociel/CFS-Prognose vom 16.9.2017 für die Temperaturabweichungen in 850 hPa (rund 1500m) in Europa im Winter 2017/18. Für große Teile Europas und auch für Deutschland wird derzeit – und wie zuvor schon im Juni und im August 2017 – ein durchgehend kalter Winter gerechnet. Quelle: http://www.meteociel.fr/modeles/cfsme_cartes.php

Man muß schon in die 90er Jahre des letzten Jahrhunderts zurückgehen, um negative Abweichungen in Deutschland von -2,0 K und kälter zum veralteten Klimamittel 1961-1990 zu finden. Die Differenz zum modernen und international üblichen WMO-Klimamittel 1981-2010 beträgt +0,7 K.

http://www.wzforum.de/forum2/file.php?27,file=42588

Quelle: http://www.wzforum.de/forum2/read.php?6,3260663,3260663#msg-3260663

Mit dieser aktuellen Winterrechnung bestätigt CSFv2 die Serie kalter Rechnungen seit Mitte Juni 2017, die ich am 30.8.2017 schon beschrieben hatte.

Nach einem durchschnittlich temperierten Sommer 2017 in Deutschland steht das NOAA-Wettermodell CFSv2 für den Herbst und vor allem für den kommenden Winter weiter auf „Kalt“.

Diese frühen Trend-Prognosen sind naturgemäß bisher nur ein erster und noch sehr unzuverlässiger Blick in die Zukunft.

HERBST 2017 (zum Vergrößern anklicken)

Meteociel/CFS-Prognose vom 30.8.2017 für die Temperaturabweichungen in 850 hPa (rund 1500m) in Europa im Herbst 2017. Für große Teile Europas und auch für Deutschland wird derzeit ein zunehmend kalter Herbst 2017 gerechnet. Quelle: http://www.meteociel.fr/modeles/cfsme_cartes.php

WINTER 2017/18

Meteociel/CFS-Prognose vom 30.8.2017 für die Temperaturabweichungen in 850 hPa (rund 1500m) in Europa im Winter 2017/18. Für große Teile Europas und auch für Deutschland wird derzeit ein durchgehend eisig kalter Winter gerechnet (von links nach rechts: Dezember, Januar, Februar, der von Meteociel fälschlich als Mars/März beschriftet wurde). Quelle: http://www.meteociel.fr/modeles/cfsme_cartes.php

Zum Vergleich eine allerdings sehr ähnliche eisige Prognose vom 19.6.(!)2017, die ich hier vorgestellt hatte: NOAA/CFS: Juli und August 2017 in Deutschland und Europa eher kühl – Winter 2017/18 eisig kalt?

Meteociel/CFS-Prognose vom 19.6.2017 für die Temperaturabweichungen in 850 hPa (rund 1500m) in Europa im Winter 2017/18. Für große Teile Europas und auch für Deutschland wird derzeit ein durchgehend eisig kalter Winter gerechnet (von links nach rechts: Dezember, Januar, Februar). Quelle: http://www.meteociel.fr/modeles/cfsme_cartes.php

Lässt sich aus dieser Wiederholung schon ein ernsthafterer Trend ableiten?

Noch nicht…, allerdings werden diese kalten Prognosen für den Winter 2017/18 bei weiteren Wiederholungen auch im September, Oktober und November 2017 immer wahrscheinlicher…“

Der bisher kühle Start in den deutschen und teils auch in den europäischen Herbst 2017 bestätigt bisher die CFSv2-Rechnungen für den September 2017 (s.o.).

Die Analyse der 2m-Temperaturen in Europa vom 1. bis 17.9.2917 zeigt negative Abweichungen (blaue Farben) zum WMO-Klimanmkittel 1981-2010 vor allem in West- und Mitteleuropa, positive Abweichungen (rötliche Farben) gibt es vor allem in Ost- und Südosteuropa. In Deutschland liegen die Abweichungen derzeit bei -1,2 K. Quelle: http://www.karstenhaustein.com/climate.php

Die Aussichten für den Rest des Monats September 2017 in Deutschland sehen am Beispiel der Stadt KÖLN eher bescheiden aus.

GFS/ENSemble-Prognose Köln T 850 hPa (rund 1500m) vom 17.9. bis 2.10.2017. Das Mittel (weiße Linie) liegt anfänglich deutlich unter, ab 25.9. etwas über dem Durchschnitt (rote Linie). Quelle: http://www.wetterzentrale.de

Bei Eintreffen dieser Prognosen sollte der Monat September 2017 insgesamt am Ende zum WMO-Mittel 1981-2010 (13,5°C) und auch zum veralteten Klimamittel 1961-1990 (13,3°C) weiter unterkühlt sein.

Bei den globalen Rahmenbedingungen mit der schwächsten Sonnenaktivität seit 200 Jahren, der global kühlenden La Niña im äquatorialen Pazifik seit August 2017 und fallenden globalen Temperaturen nach dem kräftigen El-Niño-Ereignis 2105/2106 sollte man sich auf weitere kalte Entwicklungen einstellen.

Nach dem Zuwachs beim Grönlandeis erstmals in diesem Jahrhundert und einem neuen Juli-Kälterekord mit -33°C auf Grönland sollte es niemanden erstaunen, dass sich 2017/18 auch der kälteste Winter dieses Jahrhunderts in Europa und in anderen Teilen der Nordhalbkugel einstellen kann.

 

Herzlich euer

Schneefan2015

 

Verwandte Themen:

Globale Erwärmung: Wer sind jetzt die Leugner?

NOAA/CFS: Juli und August 2017 in Deutschland und Europa eher kühl – Winter 2017/18 eisig kalt?

Sensation: Grönlandeis erstmals in diesem Jahrhundert gewachsen – Experten überrascht!

Der Polarwirbel erwacht: Kräftiger Trog mit Herbst-Sturm zum Wochenende!

La Niña setzt Texas und Indien unter Wasser: Die ENSO-Fernwirkungen sind bekannt!

Weltweit wachsen Gletscher wieder – und zwar schon seit 2009!

Früher Frost in der Arktis – Grönlandeis wächst nach Schneebombe!

La Niña kommt – früher oder später! ENSO-Update August 2017

Eisiger Winter 2017/18 in Deutschland und Europa? Ein früher statistischer Blick sagt: Ja!

Arktis-Eismassen wachsen – Antarktis stark unterkühlt! „Global Warming“ Reality Check Juli 2017

Eiszeit bei minus 80 Grad: Antarktis stark unterkühlt! Seit 8000 Jahren wird die Erde kälter!

Advertisements

20 Gedanken zu “Update CFSv2: Kühler Herbst und kalter Winter?

  1. Hallo großer Häuptling schneefan,

    der Haslinger Sepp hat seine Königskerze oder was auch immer befragt, wie der Winter wird…Mild soll er werden, unser „General“ sagt die Königskerze! Und warum eigentlich nur die? Das wird vermutlich immer Haslingers Geheimnis bleiben…Nach so vielen milden Wintern in Folge, glaube ich persönlich nicht, dass der diesjährige Winter mild wird, nicht mal in Karlsruhe…Aber, wie hat mein früherer Buchhaltungslehrer immer gesagt: „Es kommt,wie’s kommt“…Dem ist nichts hinzuzufügen… Gruß in die Runde ❄❄❄

    Gefällt mir

  2. Ja, wissen Sie Schneefan, habe eigentlich speziell die Karlsruher Winter gemeint, und die waren im Vergleich zu dem Rest der Republik außergewöhnlich mild und schneearm in den letzten Jahren! Der letzte Winter mit „Beißkraft“ im Sinne von kalt und schneereich in Karlsruhe war der von 2010/11… Das aber nur bezogen auf Karlsruhe… Andere Städte in Deutschland, hatten da wesentlich mehr Schnee und Kälte als Karlsruhe…Und der Februar 2012, als ich 50 wurde, war ein geiles Geschenk für mich, im Sinne von Schnee…Sorry, war mein Fehler, denn ich ging nur von Karlsruhe aus! Latif is a thing of the past…Snow is the future…In diesem Sinne…LG

    Gefällt mir

    1. Den historischen Märzwinter 2013 mit Schnee- und Kälterekorden und den kältesten Januar 2017 seit 30 Jahren in Teilen Süddeutschlands kann man dann sicher auch für Karlsruhe noch mal erwähnen…

      Auch die eisige zweite Aprilhälfte 2017 mit erfrorenen Obstblüten vor allem in Süddeutschland ist noch nicht lange her…

      Gefällt mir

    2. Da haben aber manche Winterfreunde in Norddeutschland im letzten Winter mehr Grund zum Jammern gehabt. Da war das Oberrheintal in Gegensatz dazu ein Eisschrank.
      Naja 2010 mit 30cm Neuschnee am Heiligen Abend und knackigen -19°C in den Weihnachtsnächten wird es so schnell nicht mehr geben.

      Gefällt mir

      1. Hi Pilsi, da wäre ich mir nicht so sicher, der Winter kann jederzeit zuschlagen, auch bei uns in Karlsruhe, man hat ja gemerkt, was der Januar 2017 so alles drauf hatte, leider hatten wir nicht viel Schnee…Denken Sie mal an den 09. und 10. Januar 1982, das war ein WE und es gab wahnsinnig viel Schnee in diesem Monat und Jahr…(für Karlsruher Verhältnisse)…Kleine Anmerkung noch…Etwa einen Monat später, am 13.02.1982 besiegte der KSC den FC Bayern mit 4:1…Mein schönstes Geburtstagsgeschenk… Es war an diesem Tag saukalt im Stadion…LG

        Gefällt mir

  3. Anscheinend kommen die Temperaturen doch nicht so in Sc hwung wie gedacht. Die Lage der Hochs ist ein Knackpunkt. Bei Nord oder Nordöstlich von uns gelegenen Hochs wird meistens bodennah kühle Luft und in der Höhe milde Luft herangeführt. Bei den längeren Nächten und den feuchten Böden kann sich jetzt wieder eine Inversionswetterlage einstellen, vorallem bei schwachwindigen Hochdrucklagen. Und die Sonneneinstrahlung wird immer schwächer. Die 850 hPa Temperatur sagt da dann wenig aus.
    ECMWF sieht so einen starken Hochdruckblock über Skandinavien und Nordwestrussland, immer noch unser Azorenhoch wo es den Namen nach stehen soll. Bei Neufundland ganz links dürfte wohl „Maria“ sein. Kampf der Giganten ?
    Hier noch der Link
    http://www.wetterzentrale.de/en/topkarten.php?map=1&model=ecm&var=1&time=240&run=0&lid=OP&h=0&mv=0&tr=24

    Gefällt mir

  4. Hallo Schneefan,
    bleibt ebenso zu erwähnen, dass vom nördlichen Bodenseerand schon richtig weisse Berge zusehen sind. Schneefallgrenze 1500m

    Gefällt mir

  5. Anmerkung wegen dem Agnung Vulkan auf Bali. Bei VEI 5 ist die Säule höher als 25 km.
    Der Katla auf Island hingegen scheint sich wieder etwas beruhigt zu haben.

    Gefällt mir

    1. Ja, interessante Überlegungen vor allem in Hinblick auf die schwache Sonnenaktivität und das nahende Minimum.

      Hier liegt der gute Kai allerdings falsch: „…Bei genauerer Betrachtung fällt der kalte Winter 2005/06 exakt ins Minimum,…“

      Das Sonnenfleckenminimum (SSN) zwischen SC 23 und 24 war im Dezember 2008, also drei Jahre nach dem kalten Winter 2005/2006.

      Man könnte es auch so ausdrücken, dass wir nun rund zwei Jahre vor dem nächsten Sonnenminimum sind und ein kalter Winter überfällig ist…

      Zumal der kommende Winter auch unter QBO-Ost stattfinden wird, was im Sonnneminimum zu verstärkten Störungen des arktischen Polarwirbels durch „Minor Warmings“ in der Stratosphäre führt.
      Quelle: Dissertation FU Berlin

      Störungen des Polarwirbels wiederum führen zu verstärkten Kaltluftausbrüchen in die mittleren Breiten der NH, also auch nach Mitteleuropa…

      Zu dem möglichen Einfluss von ENSO schrieb ich hier: „…Wenn La Niña im zweiten Halbjahr 2017 kommt, dann wird der Winter 2017/18 in großen Teilen Europas eisig – sagt die Statistik…“

      Das gilt vor allem für besonders frühe und besonders späte Kaltluftvorstöße…

      So kalt war der September übrigens bisher vom 1. bis 17.9.2017 in Mittel- und Westeuropa in der NOAA-Reanalyse der 2m-TA zum WMO-Klimamittel 1981-2010:
      NOAA
      Quelle: https://www.esrl.noaa.gov/psd/data/composites/day/

      Gefällt mir

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.