Modelle: Europa friert ein – massive Kältewelle bis in den März 2018!

Update 28.2.2018: Kältewelle: Allzeitrekord für Ende Februar auf Zugspitze – minus 30,5 Grad! Schnee und Eis auch an der Adria: Fotos!

Update 27.2.2018: Osteee: Neuschnee und Sturm – massive Schneeverwehungen!

Update 26.2.2018: Eis behindert Schifffahrt auf Main-Donau-Kanal.

Der Polarwirbelsplit hat die erwartete Umstellung der Großwetterlage eingeleitet: In Europa droht eine massive Kältewelle bis in den März 2018!

Sämtliche Wettermodelle haben nun die dramatische Entwicklung in der Stratosphäre (Major Warming) verstanden und sehen erstaunlich übereinstimmend in die eisige Zukunft ab dem kommenden Wochenende.

ECMWF-Prognose TA 850hPa vom 20.2. für den 25.2.2018 in Europa: Eiswinter! Quelle: http://www.wetterzentrale.de

Bereits diese Woche ist ganz Europa unterkühlt (untere Grafik), in der kommenden Woche reicht der Dauerfrost bis nach Irland.

Prognose für die Durchschnittstemperaturen in Europa vom 20.2.2018 bis 8.3.2018: Eiswinter! Quelle: http://wxmaps.org/pix/temp4

Die Stratosphärenenmodelle mit ihrer maximal 10 Tage vorlaufenden Prognose sehen bis Anfang März 2018 ebenfalls kein Ende des Eiswinters in Europa: Der eiskalte riesige Trog des Polarwirbels liegt weiter mitten über Europa, ein Grönlandblock schneidet die milde Westdrift ab.

ECMWF-Stratosphären-Prognose des Geopotentials und der Temperaturen in 150 hPa (rund 14 km Höhe) vom 19.2. für den 1.3.2018. Über Mitteleuropa liegt ein mächtiger kalter Trog des Polarwirbels. Die Zufuhr milder Luftmassen nach Europa ist durch einen Grönlandblock unterbunden. Quelle: http://www.geo.fu-berlin.de/met/ag/strat/produkte/winterdiagnostics/index.html

Zur massiven Kälte und zunächst oft schneearmen Großwetterlage sollen sich vor allem im März 2018 kräftige Schneefälle gesellen, die zu verbreiteter Glätte und auch zu Schneeverwehungen bis ins Tiefland führen können.

Wie zuverlässig sind diese eisigen Prognosen?

Der Februar 2018 dürfte in Deutschland mit einer Abweichung zum modernen und international üblichen WMO-Klimamittel 1981-2010 um -2,0 K enden und damit zu den kältesten Februar-Monaten dieses Jahrhunderts gehören.

Bis zum März 2018 ist es allerdings noch mehr als eine Woche hin, die Modell-Prognosen sind daher weiterhin mit Vorsicht zu genießen.

Allerdings müssten alle Modelle sowohl in der Stratosphäre als auch in der Troposphäre in den kommenden Tagen eine gewaltige Umstellung zeigen, um von Eiswinter im März 2018 auf Frühling zu gelangen…

 

Letzte Meldung: Die Sonne ist seit vier Tagen hintereinander wieder ohne jeden Sonnenfleck.

Update 24.2.2018: Nun schon acht Tage hintereinander ohne Sonnenfleck.

Von der erdabgewandten Seite der Sonne (Farside) kommt bei der Drehung von links nach rechts in den kommenden Tagen kein Sonnenfleck nach…

Siehe dazu auch: Schwache Sonne und La Niña: Wie kalt wird das Jahr 2018?

 

Update 23.2.2018: ECMWF mit sibirischer Kälte bis in den März 2018! Das Kältedrama in Prognosegrafiken!

Zum Vergrößern anklicken. ECMWF-Prognose vom 23.2.2017 für die TA in 850 hPa (rund 1500m) am 24. und 25.2.2018. Die sibirische Kaltluft setzt sich nach Westen in Bewegung und erreicht mit Temperaturabweichungen (TA) von mehr als 12 K (°C), dunkellila) am Sonntag, 25.2.2018 Deutschland. Quelle: wie vor
Zum Vergrößern anklicken. ECMWF-Prognose vom 23.2.2017 für die TA in 850 hPa (rund 1500m) am 26. und 27.2.2018. Die sibirische Kaltluft hat ganz Mitteleuropa mit Temperaturabweichungen (TA) von mehr als 12 K (°) überflutet. Quelle: wie vor
Zum Vergrößern anklicken. ECMWF-Prognose vom 23.2.2017 für die TA in 850 hPa (rund 1500m) am 28.2. und 1.3.2018. Die sibirische Kaltluft hat ganz Mitteleuropa mit Temperaturabweichungen (TA) von mehr als 12 K (°) überflutut. Quelle: wie vor
Zum Vergrößern anklicken. ECMWF-Prognose vom 23.2.2017 für die TA in 850 hPa (rund 1500m) am 2. und 3.3.2018. Die sibirische Kaltluft hat Mitteleuropa mit Temperaturabweichungen (TA) bis zu mehr als 12 K (°) überflutut, wobei sich die Kälte abschwächt. Quelle: wie vor
Zum Vergrößern anklicken. ECMWF-Prognose vom 23.2.2017 für die TA in 850 hPa (rund 1500m) am 4. und 5.3.2018. Die sibirische Kaltluft hat ganz Mitteleuropa weiter im Griff, die Temperaturabweichungen (TA) von mehr als 12 K (°) haben sich abgeschwächt. Quelle: wie vor

 

Update 26.2.2018: Schneechaos in Rom: Verkehr zusammengebrochen – Schulen und Kindergärten geschlossen.

Herzlich euer

Schneefan2015

 

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18 Gedanken zu “Modelle: Europa friert ein – massive Kältewelle bis in den März 2018!

    1. Der Temperatursturz in der ECMWF-Prognose vom 21.2.2018: Sibirische Eisluft auf dem Weg nach Westen…
      (zum Vergrößern anklicken)


      Quelle: http://www.wetterzentrale.de

      UWZ heute mit diesem Warnhinweis:

      „…Am Sonntag trifft sehr kalte Luft sibirischen Ursprungs in der Osthälfte Deutschlands ein. Sie erfasst abends abgeschwächt auch die Gebiete westlich des Rheins. Besonders markant sind die gefühlten Temperaturen (Windchill), die sich bei teils starken östlichen Windböen um 10 bis 15 Grad kälter anfühlen können. Die besonders kalte Luftmasse nimmt über dem weiten Weg über die Ostee Feuchtigkeit auf. Dabei entstehen linienhaft angeordnete Straßen von Schnee- und Graupelschauern. Sie können strichweise zu starken Schneefällen und Schneeverwehungen führen…“

      Tja, bis zum 9. März 2018 sieht es erstmal nicht nach Frühling aus…

      T-Prognose
      Quelle: Temperaturprognose Europa vom 21.2.2018

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  1. Was versteht man unter Märzwinter? Der ganze März mit Schnee, Eis und Frost winterlich kalt? Nein, ein sog. Märzwinter kommt in Deutschland häufiger vor. Letztmalig 2013 und kommt häufiger als bspw. weiße Weihnachten vor. Häufiger ist davon das erste März-Drittel betroffen, bevor es in der zweiten März-Dekade deutlich wärmer werden kann. Woher das kommt? Der Polarwirbel nähert sich im März und April so langsam seinem finalen Ende und eine plötzliche Stratosphärenerwärmung beschleunigt in diesem Jahr diesen Vorgang. Die Instabilitäten des Polarwirbels nehmen zu und führt zu starken Wellenbewegungen entlang seiner Polarfront. Meridionale Wetterlagen sind dann wahrscheinlicher als andere.
    Welche Temperaturen werden aktuell berechnet? Das amerikanische Wettermodell simuliert bspw. für den 3. März Tageshöchstwerte zwischen -5 bis -1 Grad. Das europäische Wettermodell ist etwas milder und simuliert +0 bis +5 Grad. Da ist also noch einiges an Entwicklungen möglich und ein dauerfrostiger März-Winter keineswegs gesichert.

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    1. „Hm, Märzwinter in Deutschland ist eher selten, wie die DWD-Grafik zeigt. Das WMO-Klimamittel 1981-2010 für den März liegt bei 4,3°C (rote Linie)…“

      Interessant wäre eine Untersuchung ob sich die Variabilität der März-Temperaturen mit der Zeit ändert. Wenn man die Daten so anschaut, scheint die Variabilität keinen Klimawandel zu zeigen. Eine Bitte an den DWD: die Verbindungslinien zwischen den einzelnen Datenpunkten existieren im realen Wettergeschehen nicht. Ich würde sie deshalb einfach weglassen.

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  2. Kann Europa einfrieren weil es ab morgen Sonntag für ein paar Tage sehr kalt wird? Das es auch sehr schnell anders werden kann zeigen die
    Berechnungen des Polarwirbels nach dem europäischen Wettermodell: Gestörte Zirkulation und trotzdem eine milde Südwestwetterlage über Mitteleuropa. Auf jedem Fall sind wir im März dem Frühling näher als dem Winter der in tiefen Lagen bisher als keiner Bezeichnet werden konnte.

    Grüße Franz

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    1. Ja, aber nicht erst ab Sonntag…

      WO
      Quelle: https://www.wetteronline.de/aktuelles-wetter

      WO
      Quelle: https://www.wetteronline.de/tiefsttemperatur-karte/europa?fcdatstr=20180301

      Eine milde Südwestlage bei ECMWF…?

      ECMWF
      ECMWF
      Quelle: Wetterzentrale

      Das sieht mehr nach GWL mit viel Schnee aus…

      Übrigens: Die Stratosphärenerwärmung (SSW/Major Warming) über der Arktis hat in der unteren Stratosphäre noch mal nachgelegt, haben wohl noch nicht alle bemerkt…

      Straro
      Quelle: NOAA

      Das bedeutet, dass die eisige High-over-Low-Lage in die Verlängerung gehen kann…

      ECMWF
      ECMWF

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  3. Mir scheint, dass die Modelle tatsächlich wieder im Schwimmen sind. Was haben sie vor Beginn der aktuellen Kältewelle herumgeeiert. Gleiches scheint mir jetzt wieder der Fall zu sein. Möglicherweise sind ein paar Algorithmen in den Modellen einer solchen Strömungsanomalie nicht gewachsen.
    Wie der Schneefan richtig schreibt, ist der Stratosphären-Splitt unverändert im Gange. Von daher wäre die Kalt-Version wahrscheinlicher, und mehrere Modelle simulieren die ja auch. Dass es, wenn man am Punkt der kältesten Luft ist, auch wieder milder wird, ist trivial – egal woher der Wind weht.

    Dipl.-Met. Hans-Dieter Schmidt

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  4. Es gibt Unsicherheiten. Durch die sehr kalte Festlandluft wird die Tiefdrucktätigkeit im Mittelmeerraum kräftig angeheizt. Je nach dem wo so ein Tief liegt, kann es, zumindest in der Höhe, zu Warmlufteinbrüchen nach Norden kommen. Dies vor allem bei einem Tief über dem westlichen Mittelmeer. Grenzwetterlagen könnten auch entstehen. Eiskalter Norden, milder Süden, 1978 / 79 lässt Grüßen.

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    1. Der kälteste Tag des Winters 2017/18 in Deutschland mit einer Mitteltemperatur unter -12°C am 28.2.2018 um 08.00 MEZ…


      Quelle: http://imkhp2.physik.uni-karlsruhe.de/~muehr/Stundenwerte/tagesmittel.html

      …mit Tiefsttemperaturen am Boden (5 cm Höhe) bis zu -31°C (Reit im Winkl, 685m NHN).

      WO
      Quelle: https://www.wetteronline.de/aktuelles-wetter

      Und morgen am 1.3.2018 ist der kälteste Tag des meteorologischen Frühlings 2018 in Deutschland zu erwarten.

      WO
      WO
      WO

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