Akute Wasserknappheit: Emirates wollen Rieseneisberg „A68“ aus der Antarktis an ihre Küste schleppen

Update 02. April, 06.10 Uhr: Chinas Raumstation „Tiangong-1“ ist über dem Südpazifik abgestürzt.

1.4.2018: Eilmeldung: Absturz der chinesischen Raumstation mit Positionen LIVE hier (kein Aprilscherz)! Ab einer Höhe unter etwa 100 km beginnt der Absturz in dieser Nacht!

In den Vereinigten Arabischen Emiraten herrscht akute Wasserknappheit. Berechnungen zufolge könnten die Grundwasservorräte des Wüstenstaates schon in 15 Jahren restlos aufgebraucht sein.

Nun hat ein Unternehmen aus der Hauptstadt Abu Dhabi einen kühnen Plan gefasst: Sie wollen den im Juli 2017 vom riesigen Larsen-C-Eisschelf abgebrochenen Tafeleisberg „A68“ mit mehreren Schiffen vor die Küste der Emirate schleppen.

Dort könnten die Eismassen abschmelzen und Milliarden Liter an trinkbarem Süßwasser freigeben. Dieses könnte anschließend von der Wasseroberfläche abgeschöpft werden. Nebenbei würde das Wasser die staubige Wüste in ein blühendes Paradies verwandeln. Soweit die ambitionierten Pläne.

Experten sehen allerdings drei große Probleme

Der Tafeleisberg „A68“ ist 175 Kilometer lang, bis zu 50 Kilometer breit, mehr als 100m dick und etwa eine Billion Tonnen schwer. Mit 5800 Quadratkilometern ist er fast sieben Mal so groß wie Berlin oder doppelt so groß wie das Saarland.

1. Der riesige „A68“ saß selbst im antarktischen Sommer 2017 noch unzugänglich im Packeis fest.

Er hat sich entgegen der Meinung von „Experten („…Es wird erwartet, dass eine Fortbewegung erst ein halbes Jahr später im antarktischen Sommer stattfindet…) auch im Polarsommer 2017/18 nicht aus dem Packeis befreien können und friert nun im aufkommenden Polarwinter im März 2018 weiter ein.

Der Anfang Juli 2017 vom mächtigen Larsen-C-Schelfeis abgebrochene riesige Eisberg A68 (orangefarbenes Oval) sitzt auch am 12.3.2018 noch im Packeis fest. Quelle: NASA MODIS

Zum Vergleich die Aufnahme von Oktober 2017:

Im Verhältnis zum gesamten Larsen C-Schelfeis mit seinen etwa 50.000 Quadratkilometern (km²) und einer Dicke bis zu 700 m ist seine Größe allerdings bescheiden, weshalb die Stabilität der näher zum Festland und mit dem massiven Gletschereis verwachsenen großen Schelfeisflächen des Larsen C nicht gefährdet ist.

2. Es erscheint außerordentlich schwierig, geeignete Schiffe und Haltepunkte am Eisberg zu finden.

3. Es ist nicht ausgeschlossen, das der riesige Eisberg auf dem langen Weg in die Emirate einfach schmilzt und zerbricht.

Werbevideo  zeigt das Projekt

Ein animiertes Werbevideo des Unternehmens zeigt nicht nur Eismassen am Sandstrand treiben, sondern auch dekorativ verteilte Pinguine und sogar Eisbären. Dabei gibt es die in der Antarktis gar nicht.

Trotz der ulkigen Animation ist es den Emiraten ernst. Dem Transport stehen jedoch technische Hindernisse entgegen. Kanadische Öl- und Gasfirmen haben in der Vergangenheit zwar schon öfter Eisberge versetzt – aber nur über kurze Strecken um Kollisionen mit Bohrplattformen zu verhindern.

Nachtrag: Wie winzig der Riesentafeleisberg „A68“ und selbst das viel größere Larsen-C-Schelfeis im Vergleich zur gesamten Antarktis mit rund 13,2 Millionen km² aussieht, zeigt diese Aufnahme (A68 im roten Oval oben links).

Der Rieseneisberg „A68“ (rotes Oval oben links) sitzt auch am 12.3.2018 im einsetzenden antarktischen Polarwinter weiter fest. Der nördliche Rand von „A68“ ist knapp 2500 km vom Südpol entfernt. Zum Vergleich: Der Nordpol ist nur gut 2100 km vom Nordkap/Norwegen entfernt. Quelle: NASA MODIS

 

Mit verschmitztem Gruß

Schneefan2015

 

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2 Gedanken zu “Akute Wasserknappheit: Emirates wollen Rieseneisberg „A68“ aus der Antarktis an ihre Küste schleppen

  1. Apparently, thermodynamics and fluid dynamics are unknown in Abu Dhabi. I think their time and money would be better spent on desalination.

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