Statistik: Folgt auf einen warmen April in Deutschland ein kalter Sommer?

Update 1.5.2018: No Trend In Global April Temperatures For 20 Years.

Update 1.5.2018: Global kühler April 2018 – UAH Global Temperature Update for April, 2018: +0.21 deg. C.

Nach den beiden eisigen Monaten Februar und März 2018 in Deutschland und Europa folgte ein rekordwarmer April in Teilen Europas bei einem weiter meist unterkühlten Osteuropa.

Gleichzeitig ist der April 2018 in großen Teilen Nordamerikas einer der kältesten seit Beginn der Aufzeichnungen mit Kälterekorden in Teilen der USA.

Da darf man doch auf die globalen Temperaturen im April 2018 gespannt sein…(Es bleibt global kühl, kühler als im Vormonat und als in beiden Vorjahresmonaten 2017 und 2016: Update vom 1.5.2018: UAH Global Temperature Update for April, 2018: +0.21 deg. C).

Betrachtet man die sieben wärmsten Aprilmonate seit 1961 in Deutschland, dann sieht der folgende Sommer in der Reanalyse der 2m-Abweichungen vom WMO-Mittel 1981-2010  ziemlich unterkühlt – nicht nur in Deutschland – aus.

 

Die NOAA-Reanalyse zeigt die durchschnittlichen T2m-Abweichungen im Sommer (Jun-Aug) in Europa nach den sieben wärmsten Aprilmonaten in Deutschland ab 1961. Quelle: NOAA-Reanalyse

Zum Vergleich mein statistischer Blick in die Zukunft vom 11.4.2018.

Die NOAA-Reanalyse zeigt die durchschnittlichen T-Abweichungen in den ausgewählten Jahren in Europa im Sommer (Juni bis August). Während Nordeuropa überdurchschnittliche Temperaturen zeigt, sind große Teile Europas unterkühlt. Quelle: wie vor

Die Ähnlichkeit der Temperaturverteilung in Europa in beiden Reanalysen finde ich bei völlig unterschiedlichen Auswahlkriterien und -Jahren verblüffend.

Da kann man doch nur hoffen, dass diese kalten statistischen Aussichten zumindest für die Dauer der Fußball-WM nicht eintreffen…

Die eher kühlen globalen Voraussetzungen sind allerdings unverändert: Schwache Sonne und La Niña: Wie kalt wird das Jahr 2018?

 

Herzlich euer

Schneefan2015

 

Verwandte Themen:

Erstes Quartal 2018: Deutschland und Europa kalt! DWD rechnet auch den März warm! Wie geht es weiter?

NOAA US Data Tampering Update

Arktis: Europanahe Meereisflächen ungewöhnlich groß – Ostsee stark vereist!

Modelle: Kalter Start in den Mai 2018! Wie kalt sind die Eisheiligen?

NOAA/CFS: Kühlt La Niña die Erde bis ins Jahr 2019?

Erster Sonnenfleck des neuen Sonnenzyklus Nr. 25 ist da! Schwache Sonne – kühle Erde!

Absturz der Sonnenaktivität – Sonnenminimum trotzdem erst 2019?

 

Advertisements

13 Gedanken zu “Statistik: Folgt auf einen warmen April in Deutschland ein kalter Sommer?

  1. Wurde auch schon von Wetter.com so betrachtet. Nur sieht man hier nur den Rekordapril in Deutschland.
    Südwesteuropa z.B hat Abweichungen nach unten. Über Nordamerika braucht man keine Worte verlieren.
    Mit dem Wetter zur Fussball WM sprichst Du mir aus dem Herzen. Möchte im Biergarten keinen Glühwein trinken müssen. Reicht 4 Jahre später.

    Gefällt mir

    1. Betrachtet man die einzelnen Monate nach den sieben wärmsten Aprilmonaten in Deutschland ab 1961, sieht es bei den Abweichungen vom Geopotential (Luftdruck) in 300 hPa (rund 9000m, Höhe des Polarjets) im Juni und Juli statistisch sehr unterschiedlich aus.

      Juni – hoher Luftdruck über Mitteleuropa – schönes Wetter.

      Juli – tiefer Luftdruck über Mitteleuropa – schlechtes Wetter.


      Quelle: NOAA-Reanalyse

      Damit der Sommer 2018 komplett ist, hier noch der ebenfalls sehr durchwachsene August…

      NOAA

      Ist aber nur Statistik, es kann glücklicherweise auch ganz anders kommen…

      Ein erster Test könnte der Monat Mai 2018 werden, der statistisch durchschnittliche Temperaturen in Deutschland bringen sollte.

      NOAA

      Gefällt mir

  2. Bekommt Norddeutschland, also Schleswig-Holstein und Hamburg auch dieses Jahr wieder keinen vernünftigen Sommer? Der „Sommer“ 2017 war hier oben ein Totalausfall, brachte keinen einzigen Hitze-Tag, aber dafür Regen, Regen und Regen. Der Sommer 2017 kann schon als traumatisch bezeichnet werden, besonders für Menschen die gerne im Garten sind. Viele Freibäder haben einen enormen Umsatzrückgang verbuchen müssen. Die Anzahl der Sommertage war hier auch weit unter Durchschnitt. Seit 2014 gab es hier im Norden keinen vernünftigen Sommer mehr. Und der Sommer 2017 war schlechteste Sommer seit 1993 in Norddeutschland, wenn man nach der Anzahl der Sommertage geht. Nach der Durchschnittstemperatur war auch der „Sommer“ 2017 hier oben zu warm, aber auch nur deshalb weil die Bewölkung in den Nächten eine Auskühlung verhindert hat und die Nächte mild waren. Woran liegt es, dass die Sommer im Norden Deutschlands gefühlt immer schlechter werden? München und Hamburg haben fast die gleiche Durchschnittstemperatur, aber ich habe das Gefühl, dass die Unterschiede von Jahr zu Jahr verrückter werden. München hat im Juni oft 30 Grad und Hamburg nur 17 Grad. Ich bleibe bei meiner Meinung, dass es für Norddeutschland keinen schlechteren Sommer mehr geben kann. 2017 war hier oben ein Negativ-Rekord, ganz egal was dieses Jahr kommen mag.

    Gefällt mir

  3. Eine wie üblich sehr fundierte Zusammenstellung. Ein paar Anmerkungen dazu aus synoptischer Sicht: Ursache der Kältewelle im März und der nachfolgenden Wärme im April waren meridional gerichtete Wetterlagen. Die zonale Komponente war nur sehr gering vertreten.
    Kowatsch & Kämpfe (2017) haben in mehreren Beiträgen auf der Website des EIKE nachgewiesen, dass bei Übergängen eines Klimaregimes in ein anderes häufig meridionale Strömungen auftreten, warum auch immer. Da ein solcher Übergang derzeit vermutlich stattfindet (zu einem kälteren Klimaregime!), kommt das nicht überraschend.
    Das bedeutet für mich, dass auch im kommenden Sommer meridionale Strömungen überwiegen, wobei der steuernde Geopotential-Trog aus thermischen Gründen weiter im Osten liegen könnte als in diesem April.
    Ich brauche hier nicht weiter ausführen, was ständige Nord- oder Nordwestlagen im Sommer bedeuten.

    Dipl.-Met. Hans-Dieter Schmidt

    Gefällt mir

    1. Meteorologie hat mich schon immer interessiert. Deswegen auch eine Frage, die ich schon Schneefan gestellt habe Herr Schmidt. Begünstigt nicht die schwache Sonnenaktivität solche Anomalien im Stömungsverhalten in der Atmosphäre? Würde heißen mehr meridionale Strömungsmuster. Was bedeutet, dass die Westdrift nicht mehr die Dominanz auf unser Wetter hat wie zuvor. Habe auch schon Schneefan meinen Eindruck wiedergegeben, dass seit einiger Zeit so ist. Die Blockadewetterlagen nehmen zu, und wie Sie schon erläutert haben sind die Extreme im März und April beispielhaft dafür. Vergangenes Jahr war es umgekehrt, was Ihrem Walnussbaum zum Verhängnis wurde. Dadurch auch nicht mehr die gemäßigt warmen oder kühlen Westlagen sondern sehr warme – bis heiße Lagen von Süden und sehr kühle bis kalte Lagen von Norden. Bestes Beispiel Tief Quitta das in Nordwestfrankreich Schnee brachte und auch in den Bergen Spaniens und im Atlasgebirge in Nordwestafrika jede Menge Schnee brachte. Auf der Vorderseite Sommerfeeling in Deutschland mit schweren Gewittern die eigentlich so erst später auftreten. Und auf der Rückseite Winter wie in der Normandie.
      Bin zwar nur ein Laie in dieser Sache, aber würde gerne von Schneefan und Ihnen die Meinung dazu hören.

      Gefällt mir

      1. Hallo Pilsi57,
        wie üblich ist es so einfach nicht. Ob die schwache Sonne direkt meridionale Wetterlagen begünstigt, kann ich nicht sagen. Nachgewiesen sind sie nur bei einem Übergang von einem Klimaregime zum Anderen.
        Man kennt das aus der täglichen Abfolge von Wetterlagen, was wir hier WITTERUNG nennen. Die ist Tage oder Wochen gleich (jetzt eben warm und trocken), dann gibt es innerhalb weniger Tage eine grundlegende Änderung, und wir haben ganz andere Witterung, wieder über Tage und Wochen.
        Fazit: Ob die Sonnenaktivität Wetterlagen beeinflusst, ist unbekannt (wohl eher nicht). Es wirkt mehr auf Temperaturen. Sich ändernde Temperaturverhältnisse (wobei ich jetzt nicht Tag/Nacht bzw. Sommer/Winter meine!) können aber vielleicht doch solche Zirkulationsänderungen nach sich ziehen, weil sie sich in verschiedenen Gebieten unterschiedlich rasch/stark vollziehen.
        Bitte nageln Sie mich darauf nicht fest. Das sprengt meinen fachbereich Synoptik ein wenig.

        Hans-Dieter Schmidt

        Gefällt mir

  4. Hallo Schneefan,
    habe mir mal die UAH Daten genauer angeschaut. Besonders bei den Tropen ist mir aufgefallen, dass es da schon in negativen Bereich geht. Nun bekommen, wie Du schon ausgeführt hast, die Tropen die meiste Sonnenenergie ab. Diese Negativwerte sprechen für sich. Es kommt nicht mehr soviel an. Die Werte für die USA sind nicht überraschend.

    Gefällt mir

  5. Wie man es auch dreht und wendet – nachdem ich selbst mit meinen Überlegungen auf einem ganz anderen Weg zu ähnlichen Schlussfolgerungen gekommen bin wie der Schneefan in seinem Beitrag, gibt es nun aus dritter Quelle die gleiche Erkenntnis.
    Na dann schauen wir doch mal! ich geben dieser Hochdrucklage übrigens höchstens noch 1 Woche.
    Hans-Dieter Schmidt

    Gefällt mir

      1. Oh, da habe ich nicht gründlich genug geschaut!

        Aber ist doch Klasse: Deine Beiträge, lieber Schneefan, sind so gut, dass sie selbst im angelsächsischen Sprachraum beachtet werden. Und das haben sie auch verdient!

        Hans-Dieter Schmidt

        Gefällt mir

      2. Danke für die sehr positive Rückmeldung.

        Die USA liegen in der Blogstatistik der letzten 365 Tage bei den Aufrufen auf Rang 4, GB auf Rang 7, wie der Auszug der Länderstatistik zeigt.

        Blog

        Es folgen weitere mehr als 100 Länder…

        Gefällt mir

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.