Wie kalt werden der November 2020 und der Winter 2020/21 in Mitteleuropa?

Update 22.10.2020: Schwerer Wintereinbruch in Nordamerika erwartet – Oktober-Nachtfrost bis unter -20°C in den USA und Schnee bis Texas.

Zum Vergrößern anklicken. Die GFS-Prognose vom 22.10.2020 sieht mit einem schweren Oktober-Wintereinbruch bis zum 28.10.2020 grosse Teile Nordamerikas mit Schneebedeckung, die in den USA von den mittleren Nordstaaten durchgehend bis nach Texas reichen. Quelle: WZ/GFS-Prognosen Schneebedeckung NH

Zum Vergrößern anklicken. Die WO/GFS-Prognosen vom 22.10.2020 erwarten einen schweren Oktober-Wintereinbruch in Nordamerika zum kommenden Wochenende mit Nachtfrost bis unter -20°C in den USA: Quelle: WO/GFS-Prognosen Tmin Nordamerika

Zum Vergrößern anklicken. Die GFS-Prognose vom 22.10.2020 rechnet mit einem schweren Wintereinbruch in grossen Teilen Nordamerikas. In Kanada und in grossen Teilen der USA sollen die 2m-Durchschnittstemperaturen der kommenden sieben Tage bis zu -20°C unter das seit 2015 weltweit verbindliche WMO-Klima-Mittel 1981-2010 fallen. Quelle: NOAA/NCEP-Prognose Nordamerika
Update 20.10.2020: CFSv2 mit kaltem und langem Winter bis weit ins Frühjahr 2021.

Zum Vergrößern anklicken. Wie schon in früheren Rechnungen sieht das experimentelle numerische NOAA-Modell CFSv2 auch am 19.10.2020 einen kalten und langen Winter in grossen Teilen Europas. Die Temperaturen in rund 1500m (850hPa) liegen vor allem ab Januar 2021 bis in den Mai 2021 überwiegend und teils kräftig unter dem seit 2015 weltweit verbindlichen WMO-Mittel 1981-2010. Bei Eintreffen dieser naturgemäss noch sehr unsicheren wiederholten kalten Prognosen könnte es ein historisch kalter und besonders langer Winter 2020/21 in Europa werden… Quelle: Meteociel CFSv2-Prognosen Winter 2020/21 Europa

Update 17.10.2020: CFSv2 erneut mit einem kalten und schneereichen Winter 2020/21 in Mitteleuropa – und mit Vorstössen sibirischer Kaltluft bis Anfang März 2021.

Zum Vergrößern anklicken. Die experimentellen numerischen Langfristprognosen von NOAA/CFSv2 rechnen auch am 16.10.2020 mit wiederholten Vorstössen sibirischer Kaltluft nach Mitteleuropa bis Anfang März 2021 im Winter 2020/21. Die dargestellten Grafiken sind nur als Einzelbeispiele dargestellt, die Prognosen umfassen aber wie schon am 10.10.2020 deutlich mehr eisige Tage. Quelle: Meteociel CFSv2-Prognosen Winter 2020/21 Europa
Zum Vergrößern anklicken. Die experimentellen numerischen CFSv2-Langfrist-Prognosen vom 16.10.2020 rechnen erneut mit einem kalten und zeiweise schneereichen Winter 2020/21 in Mitteleuropa. Die 1500m-Temperaturen sollen in allen drei Wintermonaten teils deutlich unter dem seit 2015 weltweit verbindlichen WMO-Mittel 1981-2010 liegen (obere Reihe), während die Niederschläge recht unterschiedlich verteilt sind (untere Reihe). Im Dezember 2020 werden in Norddeutschland überdurchschnittliche Niederschläge erwartet, während der Januar 2021 in ganz Deutschland recht trocken werden soll. Dafür soll es im Februar 2021 in ganz Deutschland überdurchschnittliche Schneemengen geben. Quelle: Meteociel CFSv2-Prognosen Winter 2020/21 Europa

Nach einem bisher unterkühlten Oktober 2020 in Mitteleuropa im tiefsten Sonnenminimum seit mindestens 100 Jahren und mit einer kräftigen global kühlenden La Niña im äquatorialen Pazifik stehen die Zeichen global und regional weiter auf „Abkühlung“.

Da stellt sich natürlich die Frage, wie geht es mit dem Herbst weiter und wie kalt wird der Winter 2020/21.

Die nachfolgenden Betrachtungen sind die Fortsetzung der statistischen Beiträge hier, hier und hier.

Schauen wir zunächst auf die weitere Entwicklung im Oktober 2020, der nach den GFS-Prognosen bis zum Monatsende unterkühlt bleiben soll.

Zum Vergrößern anklicken. Die GFS-ENSebmle-Prognose vom 14.10.2020 sieht für POTSDAM kein Ende der Oktober-Kältewelle bis zum Monatsende. Die Temperaturen liefgen im ENS-Mittel (fette weisse Linie) stets deutlich unter dem seit 2015 weltweit verbindlichen WMO-Mittel 1981-2010 (fette rote Linie), wobei zeitweise Abweichungen bis zu -8°C gerechnet werden. Ob das ein Zeichen der menschengemachten Erwärmung am PIK-Zentrum des deutschen Klimawahns ist…? 🙂 Quelle: Wetterzentrale GFS/ENS-Prognosen

Dann ein statistischer MEI-Blick auf die Temperaturen und die Niederschläge im November in Europa in Jahren unter La Niña-Bedingungen, wie sie von CFSv2 für November 2020 erwartet werden.

Zum Vergrößern anklicken. Die CFSv2-ENSO-Prognose vom 15.10.2020 (links) zeigt für November 2020 La Niña-SSTA-Bedingungen im äquatorialen Pazifik. Die rechte Grafik zeigt bei den 2m-Lufttemperaturen ähnliche Bedingungen in vergleichbaren MEI-Jahren, wobei Europa im November deutlich unterkühlt ist. Quellen: NOAA/CFSv2-ENSO-Prognosen und NOAA-Reanalyse Temperaturen global

Schauen wir uns die durchschnittlichen Temperaturen und Niederschäge in Europa im November in den sechs Vergleichsjahren näher an.

Zum Vergrößern anlicken. Die NOAA-Reanalyse zeigt die Abweichungen der Temperaturen (links) und der Niederschlagsrate (rechts) vom seit 2015 weltweit verbindlichen WMO-Mittel 1981-2010 im Durchschnitt der sechs La-Niña-Jahren im November in Europa. Grosse Teile Europas sind unterkühlt, die Niederschläge sind unterschiedlich verteilt, in Deutschland ist es im Süden nasser als im Norden. Quelle: NOAA-Reanalyse Europa

Demnach erwartet uns statistisch in Europa ein weiterer teils kräftig unterkühlter und in Deutschland durchschnittlich nasser Monat November 2020.

Was ergibt der Blick auf den kommenden Winter mit denselben La Niña-Vergleichsjahren?

Zum Vergrößern anklicken. Die NOAA-Reanalyse zeigt die Abweichungen der Temperaturen (links) und der Niederschlagsrate (rechts) vom seit 2015 weltweit verbindlichen WMO-Mittel 1981-2010 in den sechs La-Niña-Jahren im Winter in Europa. Grosse Teile Europas sind durchschnittlich temperiert und die Niederschläge sind unterschiedlich verteilt, in Deutschland ist es insgesamt etwas trockener als im WMO-Mittel. Hinweis: Das NOAA-System erfordert die Eingabe des Jahres des letzten Monats der Jahreszeit, im Winter also des Februars, für den Winter 2016/17 deshalb die Jahreszahl 2017. Quelle: NOAA-Reanalyse Europa

Ein in Deutschland unter La Niña-Bedingungen durchschnittlich temperierter und etwas weniger feuchter Winter 2020/21 als im WMO-Mittel?

Das ist möglich, aber keineswegs sicher, denn da ist ja noch das tiefste Sonnenminimum seit fast 200 Jahren im Dezember 2019.

Da sieht es dann statistisch deutlich kälter aus in Deutschland.

Knackiger Winter 2020/21 in Europa nach Sonnenminimum im Dezember 2019? DWD-Daten zeigen auffällige Häufung kalter Winter um die Sonnenminima seit 1954.

Zum Vergrößern anklicken. Die DWD-Zeitreihen zeigen eine auffälligen Häufung kalter Winter in Deutschland um die Sonnenminima seit 1954. Das lässt nach dem aktuellen Sonnenminimum im Dezember 2019 statistisch einen knackigen Winter 2020/21 – nicht nur – in Deutschland erwarten. Quelle: DWD Zeitreihen mit Ergänzungen

Da könnte es dann auch so aussehen, denn die NOAA-Reanalyse zeigt die hohe statistische Wahrscheinlichkeit für kalte Winter in Europa bei den schwächsten Sonnenzyklen nach 1948.

Zum Vergrößern anklicken. Die Winter in Europa nach 1948 mit der bisher schwächsten Sonnenaktivität waren allesamt deutlich kälter als das seit 2015 weltweit verbindliche WMO-Klimamittel 1981-2010. Die Sonnenaktivität im Jahr 2019 ist im Dezember im Minimum auf Rang 1 der schwächsten Zyklen. Hinweis: Das NOAA-System verlangt die Eingabe des Jahres mit dem letzten Wintermonat, also des Februars wie z.B. für den Winter 1954/55 das Jahr 1955. Quelle: NOAA Reanalyse und Langfristwetter

Bei den unterschiedlichen statistischen Ansätzen scheint aber eines schon klar zu sein: Besonders mild wird der Winter 2020/21 in Europa wohl kaum…

Letzte Meldung: IRI rechnet weiter mit einem eher unterkühlten Winter 2020/21 in Mitteleuropa mit etwas mehr Niederschlag als im Mittel.

Zum Vergrößern anklicken. Auch die IRI-Oktober-Prognose der Columbia University in New York rechnet wie schon im September 2020 mit einem leicht unterkühlten Winter 2020/21 mit leicht erhöhten Niederschlägen in Mitteleuropa. Quelle: IRI Seasonal Forecast

Bleibt gesund!

 

Herzlich euer

Schneefan2015

 

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13 Gedanken zu “Wie kalt werden der November 2020 und der Winter 2020/21 in Mitteleuropa?

  1. So, für die Kraniche ist es jedenfalls bald kalt genug, um heute schon, 16.10.20, noch einen halben Monat früher als letztes Jahr über Mainz nach Süden zu ziehen. Ende Oktober war letztes Jahr schon vergleichsweise früh…

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  2. Danke, lieber Schneefan, für diese wie immer gute Zusammenstellung. Ergänzend dazu möchte ich darauf hinweisen (hast du sicher auch schon bemerkt), dass über Osteuropa etwas im Gange ist, was ich im vorigen Winter nicht mal im Januar gesehen habe. Damals schoss die Südwestströmung von Spanien durch bis zum Nordkap. Diesmal allerdings deutet sich über Osteuropa eine Art „Einwinterung“ an. Die Luftmasse scheint schon jetzt kälter als das, was im Januar dort zu sehen war.
    Das eiert jetzt noch etwas hin und her, aber wenn sich erst einmal eine Schneedecke gebildet und sich windschwaches Wetter eingestellt hat, ist es gelaufen!
    Das wird wirklich spannend!
    Dipl.-Met. Christian Freuer

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    1. Ja, die Schneebedeckung in Nordosteuropa hatte ich schon hier im Blick, und GEM sieht auch gut aus:

      (zum Vergrößern anklicken)

      Zum Vergrößern anklicken. Die GEM-Prognose vom 16.10.2020 rechnet für Ende Oktober mit teils kräftiger und verbreiteter Schneebedeckung grosser Teile Nord- und Nordosteuropas (weisse Farben). Der Winter 2010/21 hat bereits begonnen und kann sich auch in ganz Europa prächtig entwickeln… Quelle: GEM-Prognose Schneebedeckung Europa

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  3. Hallo Schneefan, erstmal Danke für diese Seite, die ich sehr interessant finde.
    Ich kann mich nicht erinnern, wann es in den letzten Jahren im Südwesten einen derart kalten Oktober gegeben hat. Vor wenigen Wochen war von einem goldenen Oktober die Rede – und nun ist es wohl einer der kältesten Oktober der letzten Jahre. Es soll zwar bis Mittwoch vorübergehend knapp unter 20 Grad im Südwesten geben, aber danach wirds wieder einstellig. Auch der Sommer 2020 war durchschnittlich. Stuttgart hatte nur die Hälfte an Hitzetagen der vergangenen Jahre – wobei ich die Angaben auf der Homepage der grün regierten Landeshauptstadt sehr kritisch beäuge. Zum einen weil die Temperaturen in Wärmeinseln gemessen wurden, zum anderen, weil die Monate auch mal mehr als 31 Tagehaben. Und – 2020 gab es zum zweiten Male in Folge einen zu kühlen Mai. Das kann kein Zufall mehr sein (oder doch?). 2010 hatten wir zuletzt im Oktober Schneefall, am 22.10., auch wenn das nicht liegenblieb. Schneefall ist Schneefall.

    Grüße, Hubertus

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  4. Hinweis zur Suche nach Beiträgen von User Schneefan in der ZEIT-Community.

    Die ZEIT-Redaktion erlaubt seit 2019 keinen Zugriff mehr auf die Leser-Blog-Beiträge, wohl weil sie nicht in den Klimawahn des Mainstreams passen.

    Über die Wayback Machine und die richtige Adresse sind sie natürlich weiter lesbar wie z.B. hier:

    https://web.archive.org/web/20190819004800/https://community.zeit.de/user/schneefan/beitrag/2010/02/27/al-gore-entschuldigt-sich-f%C3%BCr-falsche-katastrophendarstellung

    Die ZEIT-Kommentare von Schneefan findet man (noch) hier.

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  5. Gehört jetzt nicht unbedingt hier her.
    Der Toilettenpapier Wahn geht wieder los.😤
    Ob es an Deiner Wintervorhersage liegt lieber Schneefan? 😊

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    1. „…Der Toilettenpapier Wahn geht wieder los.😤 Ob es an Deiner Wintervorhersage liegt lieber Schneefan?“

      Das hoffe ich doch nicht… 🙂

      Aber einige scheinen sich beim Hamster-Kaufen sicherer zu fühlen…

      (zum Vergrößern anklicken)

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      1. Hallo Schneefan,

        eine kleine Frage und basierend auf die Frage poste ich den Link zum Bericht mit Video.
        Der liebe Dominik Jung… schimpft und so weiter und sofort… darum geht es nicht.

        Was ich mich frage ist, warum verwendet er einen GFSv2 Lauf vom 9.10.20?

        https://www.op-online.de/wetter/wetter-deutschland-winter-la-nina-jahrhundertwinter-vorhersage-sorgt-experte-offenbach-op-online-zr-90074862.amp.html

        Ich gehe davon aus das die nachfolgenden Läufe nicht mehr ganz zu dem passen was er in seinem Video erzählt. Finde mich in dem GFSv2 Portal überhaupt nicht zurecht und kann mir die Frage somit leider nicht selbst beantworten.

        Wäre für deine Hilfe dankbar!

        Gruß Björn.

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      2. Hallo, Björn,

        Domonik Jung schreibt u.a. für die BILD, deshalb kann und will ich seine Ergüsse nicht kommentieren. Dass er völlig veraltete Modellläufe verwendet, zeigt sein unprofessionelles Verhalten.

        Das GFS-Modell findet man neben anderen Modellen u.a. bei WZ und auch bei WO und auch bei Kachelmann recht übersichtlich angeboten.

        Gefällt 1 Person

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