Island-Gletscher wächst 2015 erstmals seit mehr als 20 Jahren – „Cold Spot“ im Nordatlantik seit zwei Jahren

Erstmals nach mehr als 20 Jahren Eisverlust wächst in diesem Jahr der drittgrößte Gletscher im zentralen Hochland Islands wieder, wie der Wetterdienst in Island berichtet: Hofsjökull ice cap gains mass.

Der Hofsjökull  hat in diesem Jahr um knapp einen Meter Dicke zugelegt und die Gleichgewichtsgrenze seiner Eismassen um 150 bis 200 Höhenmeter unter die vieljährige Durchschnittshöhe verlagert. (zum Vergrößern anklicken)

"The column diagram on Fig. 4 shows the annual balance of the southeastern basin, Þjórsárjökull, from the start of measurements in 1989. The balance is positive by almost 1 m (water equivalent) in 2015. This is a strong reversal from the previous year, when the mass balance was negative by 1 m in the same basin. The mass balance has been negative for 23 out of 27 years represented in this record and the Hofsjökull ice cap has lost close to 25 km³ of ice (approximately 12% of its 1989 volume). The equilibrium line altitude (ELA) was at 1030 m on Þjórsárjökull in 2015, almost 200 m lower than the long-term average." Quelle: wie oben
„The column diagram on Fig. 4 shows the annual balance of the southeastern basin, Þjórsárjökull, from the start of measurements in 1989. The balance is positive by almost 1 m (water equivalent) in 2015. This is a strong reversal from the previous year, when the mass balance was negative by 1 m in the same basin. The mass balance has been negative for 23 out of 27 years represented in this record and the Hofsjökull ice cap has lost close to 25 km³ of ice (approximately 12% of its 1989 volume). The equilibrium line altitude (ELA) was at 1030 m on Þjórsárjökull in 2015, almost 200 m lower than the long-term average.“ Quelle: wie oben

Diese überraschenden Veränderungen sind durch hohe Niederschlagssummen mit bis zu 8 m Schnee im letzten Winter 2014/2015 sowie durch geringe Schmelze wegen des letzten kalten Sommers 2015 eingetreten.

Island erlebte 2015 zusammen mit anderen Ländern Nordwesteuropas den kältesten Sommer seit 20 Jahren: Rekordschnee auf Bergen in Schweden – im August 2015! Niedrigste Tmin in Südengland seit 1878!

Die Glaziologen vom isländischen Wetterdienst beobachten seit vielen Jahren Veränderungen der Eisbedeckung in Island. Dazu gehören auch Messungen der Eisbilanz der beiden Gletscher Hofsjökull and Drangajökull.

Der isländische Wetterdienst erklärt, dass es voreilig sei, aus dem aktuellen Eiszuwachs am Hofsjökull bereits eine Trendumkehr zu folgern.

Es wird aber auch berichtet, dass in den letzten beiden Jahren unterdurchschnittliche Temperaturen im Nordatlantik südlich von Island gemessen wurden und bemerkt, dass es in der Klimageschichte Islands dekadische Abwärtstrends der Durchschnittstemperaturen gab, so dass der aktuelle Abwärtstrend noch etliche Jahre andauern kann, der mit dem „cold spot“ im Nordatlantik zusammenhängt.

Mit dieser Einschätzung dürften die Meteorologen vom isländischen Wetterdienst nach meiner Meinung ziemlich richtig liegen…: Globale Abkühlung: Der Nordatlantik steuert die globalen Temperaturen – Die AMO schaltet auf “KALT”!

In diesem Jahr werden von Januar bis einschließlich November im Großraum nördlicher Nordatlantik/Grönland weiter anhaltend deutlich unter dem international üblichen modernen WMO-Klimamittel 1981-2010 liegende Luft-Temperaturen gemessen: (zum Vergrößern anklicken)

NOAA-Reanalyse der 2m-Temperatur-Abweichungen zum international üblichen modernen WMO-Klimamittel 1981-2010 im Großraum nördlicher Nordatlantik/Grönland von Januar bis November 2015. Die lila/blauen Farben zeigen die großflächig negativen kalten durchschnittlichen Abweichungen der ersten acht Monate des Jahres 2015. Quelle: http://www.esrl.noaa.gov/psd/cgi-bin/data/composites/printpage.pl”
NOAA-Reanalyse der 2m-Temperatur-Abweichungen zum international üblichen modernen WMO-Klimamittel 1981-2010 im Großraum nördlicher Nordatlantik/Grönland von Januar bis November 2015. Die lila/blauen Farben zeigen die großflächig negativen kalten durchschnittlichen Abweichungen der ersten elf Monate des Jahres 2015. Quelle: Monthly/Seasonal Maps and Composites: NCEP/NCAR Reanalysis and other datasets

Der „Cold-Spot“ im nördlichen Nordatlantik südlich bis südwestlich von Island zeigt sich auch von Januar bis einschließlich November 2015 in den anhaltend negativen Abweichungen der Meeresoberflächentemperaturen (SSTA) vom international üblichen modernen WMO-Klimamittel 1981-2010:

NOAA-Reanalyse der Meeresoberflächen-Temperatur-Abweichungen (SSTA) zum international üblichen modernen WMO-Klimamittel 1981-2010 im Großraum nördlicher Nordatlantik/Grönland von Januar bis November 2015. Die lila/blauen Farben zeigen die großflächig negativen kalten durchschnittlichen Abweichungen der ersten acht Monate des Jahres 2015. Quelle: http://www.esrl.noaa.gov/psd/cgi-bin/data/composites/printpage.pl”
NOAA-Reanalyse der Meeresoberflächen-Temperatur-Abweichungen (SSTA) zum international üblichen modernen WMO-Klimamittel 1981-2010 im Großraum nördlicher Nordatlantik/Grönland von Januar bis November 2015. Die lila/blauen Farben zeigen die großflächig negativen kalten durchschnittlichen Abweichungen der ersten elf Monate des Jahres 2015. Quelle: Monthly/Seasonal Maps and Composites: NCEP/NCAR Reanalysis and other datasets

Wen wundert es, dass auf Island ein Gletscher wächst, wenn die riesige Eiskappe des nahegelegenen Grönlandeisschildes ebenfalls seit 2014 mächtig zugelegt hat und auch bis einschließlich November 2015 weiter kräftig wächst? “Global Warming” Reality Check November 2015 – Die globale Abkühlung seit 1997 dauert an: RSS 0,43

„Das für viele sicher überraschende Netto-Wachstum des Grönlandeises in diesem Jahr setzt sich auch im November 2015 mit einem Brutto-Wachstum von rund 250 km³ (250 Milliarden Kubikmeter) seit dem 1.9.2015, also in nur drei Monaten, fort:

Die Massebilanz des Grönlandeisschildes zeigt auch seit dem 1.9.2015 einen deutlichüberdurchschnittlichen Eiszuwachs (untere Grafik- blaue Linie). Die graue Fläche ist der Berweich einer Standardabweichung vom rechnerischen Tagesmittel (Mean - dunkelgraue Linie). "Top: The total daily contribution to the surface mass balance from the entire ice sheet (blue line, Gt/day). Bottom: The accumulated surface mass balance from September 1st to now (blue line, Gt) and the season 2011-12 (red) which had very high summer melt in Greenland. For comparison, the mean curve from the period 1990-2013 is shown (dark grey). The same calendar day in each of the 24 years (in the period 1990-2013) will have its own value. These differences from year to year are illustrated by the light grey band. For each calendar day, however, the lowest and highest values of the 24 years have been left out."
Die Massebilanz des Grönlandeisschildes zeigt auch seit dem 1.9.2015 bis Ende November einen deutlich überdurchschnittlichen Eiszuwachs (untere Grafik- blaue Linie) um rund 250 Gigatonnen (250 Milliarden Tonnen). Im Vorjahr waren es vom 1.9.2014 bis zum 31.8.2015 bereits rund 220 Gigatonnen Bruttozuwachs (braune Linie ganz rechts). Die graue Fläche ist der Bereich einer Standardabweichung vom rechnerischen Tagesmittel (Mean – dunkelgraue Linie).
“Top: The total daily contribution to the surface mass balance from the entire ice sheet (blue line, Gt/day). Bottom: The accumulated surface mass balance from September 1st to now (blue line, Gt) and the season 2011-12 (red) which had very high summer melt in Greenland. For comparison, the mean curve from the period 1990-2013 is shown (dark grey). The same calendar day in each of the 24 years (in the period 1990-2013) will have its own value. These differences from year to year are illustrated by the light grey band. For each calendar day, however, the lowest and highest values of the 24 years have been left out.” Quelle:  http://www.dmi.dk/en/groenland/maalinger/greenland-ice-sheet-surface-mass-budget/

Die Rekordschneeflächen auf der Nordhalbkugel im November 2015 und in den vier Jahren zuvor zusammen mit dem Rekordwachstum beim arktischen Meereis…

Die DMI-Grafik der Meereisflächen mit mindestens 30% Eisanteil sind am 12. November 2015 deutlich größer als in den mindestens zehn Jahren bis 2005 davor. Quelle:
Die DMI-Grafik zeigt die arktischen Meereisflächen (extent mit mindestens 30% Eisanteil) am 10. Dezember 2015 (fette schwarze Linie) deutlich größer als in den mindestens zehn Jahren bis 2005 davor, das Rekordwachstum der letzten Wochen setzt sich also weiter fort. Quelle: http://ocean.dmi.dk/arctic/old_icecover.uk.php

…zeigen, wohin die globale Reise wirklich geht: Neues Sonnenmodell: “Kleine Eiszeit” schon in 15 Jahren – Eisige Winter in Europa und Nordamerika

Herzlich euer

Schneefan2015

 

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wattsupwiththat.com/2015/12/30/greenland-retained-99-7-of-its-ice-mass-in-20th-century/

Record Arctic Sea Ice Growth Continues On Last Day Of COP21

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Rekordwachstum beim arktischen Meereis!

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2 Gedanken zu “Island-Gletscher wächst 2015 erstmals seit mehr als 20 Jahren – „Cold Spot“ im Nordatlantik seit zwei Jahren

  1. Super Seite von dir
    Habe deine tollen Kommentar und berichte in öffentlichen Foren schon lange mit gelesen.
    Da du oft einen anderen Blick hast als die meisten.
    Mein Respekt.
    Mache weiter ich lese deine Beiträge gerne.

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