Neue ENSO-Prognose: El Niño noch in diesem Jahr?

Update 18.05.2018: Die Luftmassen über den Weltmeeren kühlen weiter ab!

Update 14.5.2018: Globale Temperaturen in den Prognosen weiter auf Talfahrt – T-Abweichungen auf der Südhalbkugel im Jahrestief und klar im Minus!

Hau

Bereits Ende dieses Jahres soll es im äquatorialen Pazifik schwache El Niño-Bedingungen mit einem Wert vom +0,6 K Abweichung im Dezember 2018 im maßgeblichen Niño-Gebiet 3.4 geben.

Die amerikanische Professorin für Geo- und Atmosphärenwissenschaften am Georgia Institute of Technology, Dr. Judith A. Curry  hat auf ihrem Blog im April 2018 eine neue Vorhersagemethode für ENSO-Prognosen vorgestellt.

Mit diesem neuen Verfahren soll auch die Spring Predictability Barrier („Frühlingsbarriere“) überwunden werden, die von Februar bis Mai jeden Jahres besonders schlechte ENSO-Prognosen erzeugt.

Über das Ergebnis der mit den Daten bis Mitte März 2018 erstellten ENSO-Prognose schreibt Frau Dr. Curry in ihrem Blog:

„Forecast summary

CFAN’s near-term prediction of ENSO is for a transition to neutral conditions over summer. Our extended-range statistical model predicts an average value of Nino3.4 0.6°C for December 2018. The forecast probabilities are:

El Nino        > 0.5          40%
Neutral +   0 to +0.5    46%
Neutral –   -.05 to 0      13%
La Nina       < -0.5         0%

In communicating these forecasts it is difficult to strike appropriate balance between actual probabilities from the objective forecast model, versus confidence in the forecast. IPCC has this same problem. So I don’t have 100% confidence in 0% probability of La Nina.

CFAN’s model for extended-range ENSO forecast is based on a new approach, and hence there is not an actual forecast track record for this methodology. Confidence in our prediction for 2018 can be derived from our hindcast predictions back to 1980 and the physical plausibility of the model predictors based on our predictability analysis.

It remains to be seen how successful we will be in breaching the ENSO springtime ‘predictability barrier.’…“

Schauen wir uns Anfang Mai 2018 die aktuelle Entwicklung und die ENSO-Prognosen an.

Von September 2017 bis April 2018 zeigt die Dreimonats-ONI-Tabelle der amerikanischen Wetterbehörde NOAA in blauen Farben ein La-Niña-Ereignis mit Werten von -0,5 K und kälter an.

Die ONI-Tabelle von 1984 bis FMA 2018 zeigt ab SON 2017 nun sechs La Niña-Werte von -0,5 K Abweichung und kälter in Folge. Bereits mit dem fünften Wert in Folge ist nach der NOAA-Definition ein La Niña-Ereignis komplett. Quelle: Historical El Nino/ La Nina episodes (1950-present)

Allerdings schwächelt La Niña im April 2018 mit einem Monatswert des Monthly Niño-3.4 index von nur noch -0,46, also knapp unterhalb der La Niña-Bedingungen von mindestens -0,5 und kälter.

2017 5 28.30 27.85 0.45
2017 6 28.06 27.65 0.41
2017 7 27.54 27.26 0.28
2017 8 26.70 26.91 -0.21
2017 9 26.29 26.80 -0.51
2017 10 26.15 26.75 -0.60
2017 11 25.74 26.75 -1.01
2017 12 25.62 26.65 -1.04
2018 1 25.58 26.45 -0.88
2018 2 25.98 26.66 -0.68
2018 3 26.50 27.21 -0.71
2018 4 27.27 27.73 -0.46

Die NOAA-ENSO-ONI-Projektion sieht erstmals in diesem Jahr El Niño-Bedingungen mit Werten von +0,5 und wärmer ab NH-Herbst 2018.

Die NOAA-ENSO-Projektion von Mai 2018 sieht mit Werten um Null K Abweichung im maßgeblichen Niño-Gebiet 3.4 bis in den NH-Herbst (ASO) 2018 neutrale ENSO-Bedingungen (weder La Niña- noch El Niño-Bedingungen, rechte Spalte). Ab SON 2018 gehen die Werte ab +0,5 und wärmer in den (schwachen) El Niño-Bereich. Quelle: Consolidated NINO3.4 Outlook Probability Table

Die aktuellen ENSO-Prognosen sehen aktuell – allerdings noch innerhalb der schon erwähnten Spring Predictability Barrier („Frühlingsbarriere“) – durchaus sehr unterschiedlich aus.

Während ECMWF und UKMO (GB-MetOffice) für den September 2018 mit knapp +0,8 K und +0,7 K Abweichung bereits El Niño-Bedingungen sehen, liegen drei Modelle sogar noch knapp im neutral-negativen Bereich.

Wie außerordentlich schlecht die ECMWF-Prognosen im letzten Jahr waren, zeigt diese Grafik.

Die ECMWF-ENSO-Prognosen für die Abweichungen (rote Linien) von Februar 2017 erwarteten ein mäßiges El NiñoEreignis ab März 2017, das aber zu keinem Zeitpunkt eingetreten ist, wie die Punkt-Linie mit den gemessenen Werten zeigt.

Selbst die tiefsten Prognosewerte für den August 2017 wurden noch weit unterschritten, im Oktober wurde mit -0,5 K erstmals sogar ein La Niña-Wert erreicht…

Kommt El Niño nun oder kommt er nicht?

Ein wiederholter Blick in die – nicht immer unverfälschte – gemessene Realität hilft vielleicht auch hier…, wie im letzten Jahr

Der Southern Oscillation Index (SOI) gilt als ca. zweimonatiger Vorlaufwert für die Entwicklung der östlichen Passatwinde (tradewinds) im äquatorialen Pazifik und damit für die weitere ENSO-Entwicklung. Er stellt die Luftdruckverhältnise zwischen Tahiti und Darwin dar.

Von dauerhaften El Niño-Bedingungen unterhalb von -7,0 bis April 2018 keine Spur…

Der laufende 30-Tages-Index des SOI ist zwar von Mitte April bis Anfang Mai 2018 abgestürzt, liegt aber mit einem Wert von -3,2 noch im neutralen Bereich oberhalb des El Niño-Bereichs von -7,0 und tiefer.

In den kommenden zwei Monaten ist deshalb noch nicht mit El Niño-Bedinungen im äquatorialen Pazifik zu rechnen.

Die aktuellen SOI-Tageswerte findet man hier: SOI Dashboard | LongPaddock | Queensland Government

SOIGrafik09052018Tageswerte
Plot der SOI-30-Tagesgeswerte (rote Linie) vom 10.4 bis 9.5.2018. Bis Anfang Mai 2018 gingen die Werte zurück in den negativen Bereich, ab 7. Mai 2018 endete der Rückgang zunächst. Die 90-Tage-Linie steigt seit Anfang Mai 2018 wieder leicht an. Der Tabellenausschnitt unten zeigt die Werte der letzten drei Tage mit einem kräftigen Anstieg von -14,77 auf +15.72. Quelle: wie vor

Die auffälligen negativen Werte kamen durch eine vorübergehende Umkehr oder Angleichung der Luftdruckverhältnisse zwischen Tahiti (normalerweise höher als Darwin) und Darwin (normalerweise tiefer als Tahiti) zustande.

Der Energiegehalt (Ocean Heat Content) der oberen 300 m im äquatorialen Pazifik zeigt nach La Niña-Bedingungen (blau) ab Ende Februar 2018 positive Abweichungen (orange) knapp oberhalb der El Niño-Schwelle von +0,5 K, die allerdings im April 2018 schwächer werden.

ENSOOHC300mPositiv09052018
Der Plot stellt den Verlauf der Temperaturanomalien bis zu 300 Meter unter Wasser im äquatorialen Pazifik dar. Anfang August 2017 gingen die Temperaturen in den La Niña-Bereich von -0,5 K runter. Die folgenden teils kräftigen negativen Abweichungen der kalten (blauen) Upwelling-Phase einer äquatorialen Kelvinwelle enden im Februar 2018. Quelle: http://www.cpc.ncep.noaa.gov/products/precip/CWlink/MJO/enso.shtml

Eine weitere gemessene Perspektive gibt dieser Blick unter Wasser, der aktuell am 7.5.2018 an der Oberfläche zwischen 120°W und 170°W (Nino 3.4) am Äquator neutrale Bedingungen zeigt.

BOMUnterWasser09052018Neutral
Der Plot zeigt die Entwicklung der Temperaturanomalien unter Wasser im äquatorialen Pazifik von Februar 2018 bis zum 7. Mai 2018 von oben nach unten. Die kalten Anomalien beherrschten bis März 2018 große Bereiche im mittleren und östlichen äquatorialen Pazifik von 0 bis etwa 150 m Tiefe. Im Mai 2017 ist davon nur noch ein kalter Rest im östlichen Pazifik (EP) bis etwa 100 m Tiefe übriggeblieben, während es im zentralen Pazifik (CP) vor allem um 150 m deutlich wärmer geworden ist. Liegt hier schon wieder El Niño auf der Lauer…? Quelle: 4-month sequence of Pacific Ocean Equatorial temperature anomaly cross sections

Zusammenfassung: Es gibt bisher keinen vernünftigen Hinweis darauf, dass in diesem Jahr ein El Niño-Ereignis nach Definition von NOAA eintritt.

Danach müssen fünf aufeinander folgende Dreimonatswerte des ONI bei einer Abweichung der Meeresoberflächentemperaturen (SSTA) von mindestens +0,5 K und wärmer im maßgeblichen Niño-Gebiet 3.4 liegen.

Der ONI wird aus den Monatswerten des Monthly Niño-3.4 index  gebildet.

Allerdings sind El Niño-Bedingungen zum Jahresende nicht ausgeschlossen, wenn neben den Meerestemperaturen auch die Atmosphäre mitspielt.

Dazu sind statt der östlichen Passatwinde wiederholte starke Westwinde im äquatorialen Pazifik erforderlich, die das warme Oberflächenwasser von Australien nach Osten in das maßgebliche Niño-Gebiet 3.4 treiben.

Dies sieht auch der amerikanische Blogger und ENSO-Experte Bob Tisdale so, wie er auf dem Blog von Dr. Judith Curry kommentierte: Will There Be A 2018/19 El Niño?

Nach dem Totalversagen der ECMWF-ENSO-Prognosen vom letzten Jahr (siehe oben) sind auch die aktuellen April-ENSO-Prognosen von ECMWF für kräftige El Niño-Bedingungen im Mittel um +1,0 bereits ab September 2018 wohl ein erneuter Schuss in den ENSO-Ofen…

…, während UKMO/MetOffice deutlich niedrigere Werte, allerdings ab NH-Sommer 2018 im Mittel im schwachen El Niño-Bereich knapp über +0,5 K Abweichung sieht.

Alle ENSO-Modelle auf einen Blick findet man hier: ENSO-Model-Summary

Unbeeindruckt von den warmen ENSO-Prognosen fallen die gemessenen globalen Temperaturen zeitversetzt nach der global kühlenden La Niña seit Anfang 2016 bis Ende April 2018 kräftig weiter…

UAHRSS012016BisApril018Trendnegativ
Der Plot zeigt die monatlichen globalen Temperaturabweichungen von UAH 6.0 (rote Linie) und RSS 4.0 (grüne Linie) der unteren Troposphäre mit Schwerpunkt um 1500 m Höhe (TLT). Beide Trendlinien zeigen nach dem „Super“- El Niño-Ereignis 2015/2016 von Januar 2016 bis April 2018 im linearen Trend weiter nach unten. Quelle: Wood for Trees: Interactive Graphs

Da bleibt zu wünschen, dass Frau Dr. Judith Curry mit ihrer neuen statistischen ENSO-Prognose-Methode besser liegt als die 2015 reißerisch verkündete –  So früh wie nie zuvor: „El Niño“ korrekt vorhergesagt“ – aber mangelhafte „Super-Methode“ des Potsdam Institut für Klimafolgenforschung in Potsdam (PIK) : NOAA: Doch kein El Niño 2014 – Schellnhuber ENSO-Prognose hat versagt!

Letzte Meldung: Der Multivariate ENSO Index (MEI) als gekoppeltes Atmosphäre-/Ozeanmodell hatte im Doppelmonat März/April 2018 einen Wert von -0,43 und blieb gegenüber dem Doppelwert Februar/März 2018 nahezu unverändert und weiter im schwächsten La Niña ranking.

Originaltext zur Grafik (Auszug): „Compared to last month, the updated (March-April) MEI held almost steady at -.43, claiming the weakest possible La Niña ranking. Looking at the nearest 12 rankings (+6/-6) in this season, and excluding the five cases that showed a three-month change of 0.5 or more in either direction, i we end up with the following seven analogues: 1972, 85, 86, 89, 96, 01, and 06 (four of these flagged as analogues last month). Subsequently, three of these cases transitioned to El Niño (72, 86, and 06), while the rest either remained neutral (three) or hung in as a La Niña through boreal summer (1989). All in all, increasing odds for El Niño, but equal chances for just reaching ENSO-neutral status for the remainder of the year…“

Übrigens: Die ENSO-Entwicklung kann entscheidenden Einfluss auf die Hurrikan-Saison 2018 im Nordatlantik nehmen, weil La Niña-Bedingungen die Aktivitäten eher fördern, El Niño-Bedingungen durch vertikale Windscherung eher bremsen.

Die April-Prognose der Hurrikan-Forscher sieht daher folgerichtig bei zu erwartenden neutralen ENSO-Bedingungen vom 1.6 bis 30.11.2018 bisher auch eher durchschnittliche Hurrikan-Aktivitäten: Extended Range Forecast of 2018 Atlantic Seasonal Hurricane Activity

Dazu aktuell: Hurrikane kommen heute wegen atlantischem Ozeanzyklus schneller auf Touren als noch vor 30 Jahren

 

Herzlich euer

Schneefan2015

 

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14 Gedanken zu “Neue ENSO-Prognose: El Niño noch in diesem Jahr?

  1. Irgendwie habe ich das nicht ganz verstanden. Am Ende des Artikels gibt es 2 Links zu früheren Artikeln:
    Zitat aus demArtikel:
    “Da bleibt zu wünschen, dass Frau Dr. Judith Curry mit ihrer neuen statistischen ENSO-Prognose-Methode besser liegt als die 2015 reißerisch verkündete – So früh wie nie zuvor: „El Niño“ korrekt vorhergesagt“ – aber mangelhafte „Super-Methode“ des Potsdam Institut für Klimafolgenforschung in Potsdam (PIK) : NOAA: Doch kein El Niño 2014 – Schellnhuber ENSO-Prognose hat versagt!“

    Folgt man dem zweiten Link sieht man einen Artikel zu Temperatur-Anomalien im Nino Gebiet 3.4. Hier wird der NOAA vorgeworfen Temperaturdaten der SST händisch geändert zu haben: “gekarlt“ genannt, nach dem verantwortlichen Mitarbeiter. Deswegen sei der El Nino um die Jahreswende 2014/2015 entgegen früherer Verlautbarungen gar keiner gewesen. Herr Schellnhuber habe sich zu Unrecht auf die eigene Schulter geklopft. Sieht man sich die ONI Tabelle für das Nino Gebiet 3.4 im heutigen Artikel an sieht man das es damals wohl doch ein El Nino war weil die Daten anscheinend wieder “entkarlt“ wurden.Da hat Herr Schellnhuber offensichtlich doch Recht gehabt, oder? Dann kann Frau Curry nicht besser sein sondern nur gleichziehen. Im übrigen wissen wir ja heute, dass die SST auf El Nino Niveau zur Jahreswende 2014/2015 nur der schwache Auftakt zum Super El Nino 2015/2016 darstellten, der Ende über anderthalb Jahre dauerte.

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    1. Schau dir bitte beide ONI-Tabellen noch mal an: Die „ungekarlte“ zeigt für SON 2014 mit +0,5 einen El Niño-Wert, die nachträglich „gekarlte“ mit +0,4 keinen El Niño-Wert.

      Es gab also im Jahr 2014 kein El Niño-Ereignis (nach NOAA Definition fünf Dreimonatswerte in Folge mit +0,5 und wärmer) , sondern erst im Jahr 2015, wie auch die Monatswerte des Monthly Niño-3.4 index ab November 2014 zeigen.

      Nach der NOAA-Definition liegen ENSO-Bedingungen vor, wenn die Werte mindestens drei Monate in Folge auftreten.

      NOAA Operational Definitions for El Niño and La Niña

      El Niño: characterized by a positive ONI greater than or equal to +0.5ºC.

      La Niña: characterized by a negative ONI less than or equal to -0.5ºC.

      By historical standards, to be classified as a full-fledged El Niño or La Niña episode, these thresholds must be exceeded for a period of at least 5 consecutive overlapping 3-month seasons.

      CPC considers El Niño or La Niña conditions to occur when the monthly Niño3.4 OISST departures meet or exceed +/-0.5ºC along with consistent atmospheric features.

      These anomalies must also be forecasted to persist for 3 consecutive months.“

      Im Jahr 2014 gab es also weder El Niño-Bedingungen noch ein El Niño-Ereignis nach der NOAA-Definition.

      Die Prognose aus der Schellnhuber-Studie: „Very early warning of next El Niño“ vom 11.2.2014 – also keineswegs ein Jahr vorher – „…This suggests that a strong El Niño event in late 2014 (as indicated by our scheme)…“ ist deshalb schlicht falsch.

      Dass im Jahr 2015 ein starkes El Niño-Ereignis bis 2016 eintreten soll, wurde nicht prognostiziert.

      Es war aber nach dem letzten „El Niño event“ 2009/2010 (siehe Tabelle) ohnehin statistisch fällig, da ENSO-Ereignisse (events) alle 2 bis 7 Jahre auftreten (anklicken Quick look).

      „-El Niño and La Niña events tend to develop during the period Apr-Jun and they
      – Tend to reach their maximum strength during October – February
      – Typically persist for 9-12 months, though occasionally persisting for up to 2 years
      Typically recur every 2 to 7 years“

      Die sicher nicht billige Schellnhuber-Studie entpuppt sich bei näherem Hinsehen also als ein missratener Taschenspieler-Trick und erlaubt m.E. keinen Vergleich mit der wissenschaftlich ernstzunehmenden Curry-Studie.

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  2. Ein El-Nino-Ereignis kann indirekt auch das Wettergeschehen in Europa beeinflussen. Für den heißen Sommer 2015 in Deutschland wird auch ein El-Nino-Ereignis mit verantwortlich gemacht.
    Dann wissen wir ja, was uns 2019 blühen könnte.

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    1. Der El Niño-Sommer 2015 hatte in Deutschland eine T-Abweichung von 1,4K (°) zum WMO-Mittel 1981-2010 und lag damit nur knapp über einer Standardabweichung vom Mittelwert von 1,1 K.
      Der Sommer 2015 lag nahe am Sonnenfleckenmaximum im Jahr 2014.

      Die Wärme trat vor allem im Süden und in der Mitte Deutschlands auf, der Norden war normal temperiert bis leicht unterkühlt, auch Nordeuropa war im Sommer 2015 deutlich unterkühlt.

      NOAA
      Quelle: NOAA-Reanalyse

      Der vergleichbare El Niño-Sommer 1987 war in Deutschland zum WMO-Mittel mit einer Abweichung von minus 1,6 K (°C) unterkühlt, auch große Teile Europas waren deutlich zu kalt.

      NOAA

      Der Sommer 1987 lag nahe am Sonnenfleckenminimum in Jahr 1986.


      Quelle: SIDC SILSO

      Der Sommer 2019 wird nahe am Sonnenminimum liegen, ebenso der Sommer 2018: Absturz der Sonnenaktivität – Sonnenminimum trotzdem erst 2019?

      Der DWD sieht in seinem aktuellen Jahreszeitentrend einen durchschnittlich temperierten Sommer 2018 in Deutschland.

      DWD
      Quelle: DWD-Jahreszeitenprognose

      Meine statistische Einschätzung ist bekannt: Statistik: Folgt auf einen warmen April in Deutschland ein kalter Sommer?

      NOAA

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  3. Hab mir mal die Langzeitprognosen bei donnerwetter.de für Stuttgart angeschaut – für Juni bis August (bis auf die letzte August-Dekade) nun durchgehend Abweichungen von -4 bzw. -3 °C gegenüber dem langjährigen Mittel, Letzte August-Dekade -1 °C gegenüber dem langjährigen Mittel. Das war vor ein paar Wochen schon mal so prognostiziert, dann wurden die Werte nach oben korrigiert und nun wieder nach unten.

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  4. Ich hatte schon öfter hier die Frage gestellt, wie sich eine dauerhaft schwache Sonne wie im Maundermimimum sich auf die Strömungen in der Atmosphäre auswirkt. Vielleicht auch auf diese Phänomene wie El Nino und La Nina. Könnte ja u.U bedeuten weniger starke El Nino mehr La Nina Bedingungen.
    Soviel ich weiß haben die ozeanischen Ozilationen auch ihre Phasen mit mehr warme oder kalten Zyklen.
    Gibt es da irgendwelche Anhaltspunkte dafür?

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  5. Dazu hatte ich hier am 8.3.2018 bereits geschrieben: NOAA/CFS: Kühlt La Niña die Erde bis ins Jahr 2019?

    Daraus:

    „…Das kann ja im Hinblick auf das kommende Große Sonnenminimum und das verstärkte und verlängerte Auftreten von La Niña-Ereignissen heiter werden, das der ehemalige Leiter des Meteorologischen Instituts der Freien Universität Berlin und Professor emerit. Dr. Horst Malberg bereits im Jahr 2008 so beschrieben hat: La Niña – El Niño und der solare Einfluss: Die Klimaentwicklung 1950 – 2008.

    Auszug aus der Malberg-Studie:

    „…Die längerfristigen Trends der pazifischen Antriebsänderungen bei La Niña-/El Niño stehen, wie Abb.7 und Abb.8 zeigen, ganz offensichtlich in einem ursächlichen Zusammenhang mit den solaren Aktivitätsänderungen. Alle thermischen Änderungen des in den Tropen maximal wirkenden solaren Energieflusses werden über die thermisch direkte meridionale Hadley-Zirkulation dynamisch weitergegeben, so dass die thermischen Antriebsänderungen des tropischen Ozeans eine globale Dimension erhalten.
    Fazit: Der globale Temperaturverlauf im Zeitraum 1950-2008 wurde wesentlich von den La Niña-/ El
    Niño-Ereignissen gesteuert. Dieses wird zum einen durch die hohe Übereinstimmung der ENSO- Ereig-
    nisse mit den kurzperiodischen Schwankungen in der globalen Temperaturentwicklung deutlich: Praktisch entspricht jede globale Temperaturspitze (Abb.1) einem El Niño-Ereignis (Abb.6)…“

    Der langen Schreibe kurzer Sinn: Mehr und kräftigere El Niño-Ereignisse bei stärkerer Sonnenfleckenaktivität, mehr und stärkere La Niña-Ereignisse bei schwächerer Sonnenfleckenaktiviät über mehrere Sonnenzyklen.

    Bei einer längerfristigen durchschnittlichen internationalen Sonnenfleckenrelativzahl (SN Ri) unter 50 (neue Zählweise = 70)
    führt die schwache Sonne zu einer kühlen Erde: Über die kritische Grenze zwischen unruhiger und ruhiger Sonne und ihre Bedeutung für den Klimawandel – oder: Folgt der globalen Erwärmung jetzt die globale Abkühlung?

    Die durchschnittliche jährliche SN Ri liegt seit Mai 2004 bis Mai 2017 unter 70 (alt 50), bis April 2018 liegt die SN Ri mit rund 16 (alt rund 11) noch deutlich tiefer.

    2004.5 65.3
    2005.5 45.8
    2006.5 24.7
    2007.5 12.6
    2008.5 4.2
    2009.5 4.8
    2010.5 24.9
    2011.5 80.8
    2012.5 84.5
    2013.5 94.0
    2014.5 113.3
    2015.5 69.8
    2016.5 39.8
    2017.5 21.7
    Quelle: http://sidc.oma.be/silso/datafiles

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  6. Zu den Temperaturen auf der Südhalbkugel dies, das in Südaustralien die ersten Nachtfröste auftreten, Canberra z.B zur Zeit -1°C und auch sonst schon ziemlich schattig.

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  7. Man muss schon schlucken, wenn Schellnhuber beim Vergleich mit dem größten Massenaussterben der Erdgeschichte, an der Perm-Trias-Grenze, als sich das Klima um fünf Grad erwärmte, nüchtern sagt: „Das dauerte damals Zehntausende Jahre. Heute erwärmt sich die Erde hundertmal so schnell. 90 Prozent aller marinen Arten sind damals ausgestorben, 70 Prozent der terrestrischen. Die Biosphäre hat sich nach und nach komplett neu organisiert. Was der Mensch heute anstellt, ähnelt eher dem Asteroideneinschlag an der Kreide-Paläogen-Grenze. Dass so etwas jetzt geschieht, in diesem Tempo, auf einem überbevölkerten, übernutzten Planeten, gleicht einem kollektiven Suizidversuch.“

    Quelle
    So isser, unser scheidender Katastrophen-Papst aus Potsdam 🙂

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