Update: Plötzliche Stratosphärenerwärmung ist im Gange! Der Polarwirbel hat weitere kalte Überraschungen…

Die von den Modellen berechnete Stratospärenerwärmung über Teilen der Arktis ist eingetreten, der gestörte Polarwirbel lässt weitere kalte Überraschungen auf der Nordhalbkugel der Erde erwarten.

Die Analyse zeigt die berechnete und bereits eingetretene aktuelle rasche und kräftige Erwärmung der unteren Stratosphäre in rund 16 km Höhe (100 hPa) über Kanada am 5.2.2016, ein für diese Jahreszeit atypisches Canadian Warming, welches normalerweise im Frühwinter auftritt:

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GFS-Analyse der Temperaturen der untern Stratosphäre in rund 16 km Höhe (100 hPa). Über Kanada hat sich die Luft stark erwärmt, wie die roten/braunen Farben zeigen. Quelle:
GFS-Analyse der Temperaturen der unteren Stratosphäre in rund 16 km Höhe (100 hPa). Über Kanada hat sich die Luft stark erwärmt, wie die roten/braunen Farben zeigen. Quelle: http://www.cpc.ncep.noaa.gov/products/stratosphere/strat_a_f/#emct

In der oberen Stratosphäre in rund 30 km Höhe (10 hPa) wurde die rasche Erwärmung aktuell abgebrochen,…:

NOAA/CPC-Analyse der Temperatuen in der oberen Stratosphäre in 10 hPa (rund 30 km Höhe). Nach einer raschen Erwärmung erfolgt aktuell eine ebenso rasche Abkühlung (DOY=Day Of Year). Quelle:
NOAA/CPC-Analyse der Temperaturen (rote Linie) über der Arktis (90N – 65 N) in der oberen Stratosphäre in 10 hPa (rund 30 km Höhe). Nach einer raschen Erwärmung erfolgt aktuell eine ebenso rasche Abkühlung (DOY=Day Of Year). Quelle: http://www.cpc.ncep.noaa.gov/products/stratosphere/temperature/

…, die von oben nach unten wenig später auch zur Umkehr der Erwärmung in der unteren Stratosphäre in rund 18 km Höhe (70 hPa) geführt hat:

NOAA/CPC-Analyse der Temperatuen in der unteren Stratosphäre in 70 hPa (rund 18 km Höhe). Nach einer raschen Erwärmung erfolgt aktuell eine Abkühlung (DOY=Day Of Year). Quelle:
NOAA/CPC-Analyse der Temperaturen (rote Linie) in der unteren Stratosphäre in 70 hPa (rund 18 km Höhe). Nach einer raschen Erwärmung (Minor Warming) hat aktuell eine Abkühlung eingesetzt (DOY=Day Of Year). Quelle: wie vor

Die negativen Prognosen für die Arktische Oszillation lassen eine anhaltende Störung des arktischen Polarwirbels erkennen, was in der Folge zu ähnlich heftigen arktischen Kaltluftausbrüchen auf der NH wie im Januar 2016 führen dürfte:

NOAA-Prognose (rote Linien in der oberen Grafik) für die Arktische Oszillation (AO) vom 4.1.2016 für die kommenden zwei Wochen. Die schwarze Linie stellt die gemessenen Werte dar. Die Prognose zeigt im Februar 2016 einen Absturz der AO-Werte in den negativen Bereich, was auf einen stark gestörten arktischen Polarwirbel hindeutet. Quelle:
NOAA-Prognose (rote Linien in der oberen Grafik) für die Arktische Oszillation (AO) vom 5.2.2016 für die kommenden zwei Wochen. Die schwarze Linie stellt die gemessenen Werte dar. Die Prognose zeigt vor Mitte Februar 2016 einen kräftigen Rückgang des AO-Index von knapp positiven Werten in den klar negativen Bereich bis -2, was auf einen stark gestörten arktischen Polarwirbel hindeutet. Quelle: http://www.cpc.ncep.noaa.gov/products/precip/CWlink/daily_ao_index/ao.shtml

Dabei ist anzumerken, dass die Prognosen für die Nordatlantische Oszillation (NAO) – im Gegensatz zu den negativen (kalten) Werten im  Januar 2016 knapp im positiven – und damit im milderen Bereich für West- und Mitteleuropa – bleiben…:

NOAA-Prognose fpr die Nordatlantische Oszillation (NAO) vom 5.2.2016 für die kommenden zweo Wochen. Die Werte beliben im positiven Bereich, was für West- und Mitteleuropa eine anhlatende Westdrift und damit mildere Temperaturen bedeuteten würde. Quelle:
NOAA-Prognose für die Nordatlantische Oszillation (NAO) vom 5.2.2016 für die kommenden zwei Wochen. Die Werte bleiben im positiven Bereich, was für West- und Mitteleuropa eine anhaltende Westdrift und damit eher mildere Temperaturen bedeuteten würde. Quelle: http://www.cpc.ncep.noaa.gov/products/precip/CWlink/pna/nao.shtml

Im Gegensatz dazu weisen die Stratosphärenprognosen auf eine anhaltende Neigung zu einer plötzlichen großen Stratosphärenerwärmung (Major Warming/SSW) schon in wenigen Tagen hin, was in der Folge von etwa drei bis zehn Tagen wieder kältere Witterungsabschnitte auch für West- und Mitteleuropa erwarten lässt…:

ECMWF-Prognose für Druck (Geopotential) und Temperatur der oberen Stratatosphäre in 10 hPa (rund 30 km Höhe) vom 23.1. für den 1.2.2016. Mit Kern über Ost-Sibirien hat sich warme Luft mit hohem Druck entwickelt und den kalten Polarwirbel in Richtung Nordatlantik mit Kern östlich von Grönland abgedrängt. Die Temperaturdifferenz zwischen dem 90. und dem 60. Breitengrad ist von derzeit - 17°C auf +41°C stark angestiegen. Quelle:
ECMWF-Prognose für Druck (Geopotential) und Temperatur der oberen Stratatosphäre in 10 hPa (rund 30 km Höhe) vom 5.2. für den 8.2.2016. Mit Kern über Ost-Sibirien hat sich warme Luft mit hohem Druck entwickelt und den kalten Polarwirbel in Richtung Nordatlantik mit Kern östlich von Grönland abgedrängt. Die Temperaturdifferenz zwischen dem 90. und dem 60. Breitengrad ist von derzeit – 17°C auf +41°C stark angestiegen. Der Wärmepol (W=Warm) liegt über über dem Eismeer vor Nordwestsibirien, während der Kältepol der gesamten Nordhalbkugel bei Schottland (C=Cold) liegt. Beide Zentren umkreisen einander rasch entgegen dem Uhrzeigersinn, so dass der Kältepol nach Osten über Europa schwenken wird.  Quelle:  http://www.geo.fu-berlin.de/met/ag/strat/produkte/winterdiagnostics/index.html

Major Warmings gab es zuletzt in den Jahren 2012 und 2013 jeweils im Januar. In der Folge traten 2012 der sehr kalte Februar und 2013 der historische Märzwinter in Deutschland und großen Teilen Europas auf, die ich hier beschrieb: Gibt es einen Zusammenhang zwischen Sonnenschwäche und verstärkter Vulkanaktivität? Die “Kleine Eiszeit” beweist es!

„…Oder wie der sehr kalte Februar 2012(!)?

Eisiger Februar 2012 in Europa. Quelle: wie vor
Eisiger Februar 2012 in Europa. Quelle: http://www.esrl.noaa.gov/psd/data/composites/day/

Oder wie der historischer Märzwinter 2013(!) mit neuen Schnee- und Kälterekorden (nicht nur) in Deutschland?

Eisiger Jahrhundert-März 2013 in Europa. Quelle: wie vor
Eisiger Jahrhundert-Märzwinter 2013 in Europa. Quelle: wie vor“

Bei Eintreffen der SSW-Prognosen für die Stratosphäre dürften die Wettermodelle mit den Bodenwetterkarten für die Troposphäre rasch von mild auf winterlich kalt umschwenken, vor allem dann, wenn es zum Polarwirbelsplit kommt…

Herzlich euer

Schneefan2015

 

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